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Selb

Mit neuer Software zu höherer Qualität

Die Firma Audittrails Networks unterstützt Labore und Unternehmen bei der Zertifizierung ihrer Produkte. Das Programm soll Kosten und Zeit bei der Entwicklung sparen.



Gemeinsam für eine zukunftsorientierte Software-Lösung (von links): Dr. Tobias Pflock und Alexander Frenzl, Geschäftsführer der Audittrails Networks GmbH, die Rapa-Geschäftsführer Dr. Roman Pausch und Karin Wolf, IT-Bereichsleiter Thomas Schott von Rapa und Geschäftsführer Markus Vogler von der Vogler Engineering GmbH.	Foto: pr.
Gemeinsam für eine zukunftsorientierte Software-Lösung (von links): Dr. Tobias Pflock und Alexander Frenzl, Geschäftsführer der Audittrails Networks GmbH, die Rapa-Geschäftsführer Dr. Roman Pausch und Karin Wolf, IT-Bereichsleiter Thomas Schott von Rapa und Geschäftsführer Markus Vogler von der Vogler Engineering GmbH. Foto: pr.   » zu den Bildern

Selb/Hof - Die Entwicklung eines Produkts oder eines Bauteiles ist das eine. Ob ein Ventil, ein Lippenstift oder eine Textilie allerdings die vom Kunden geforderten Eigenschaften sowie die geltenden Normen erfüllt, ist das andere. Der Zertifizierungsprozess für Produkte ist teuer, langwierig und bindet Ressourcen. Das Vorgehen bei korrekten Produktprüfungen ist aber immer das Gleiche. Und genau da setzen Alexander Frenzl und Dr. Tobias Pflock an: Die beiden Geschäftsführer der jüngst gegründeten Firma Audittrails Networks GmbH wollen Labore und Firmen mit einer webbasierten Software auf dem Weg der Produktzertifizierung helfen. Mit dem Autozulieferer Rapa und der Vogler Engineering GmbH haben die beiden zwei starke regionale Partner gefunden.

Audittrails Network

Die am 5. August gegründete Firma Audittrails Networks GmbH mit Sitz in Hof hat vier Gesellschafter: Alexander Frenzl aus Schönwald, Dr. Tobias Pflock aus Selb sowie die Unternehmen Rausch & Pausch aus Selb und Vogler Engineering GmbH aus Hof. Die beiden Geschäftsführer Frenzl und Pflock sind zusammen über 20 Jahre in der Werkstoffanalyse tätig und waren bis Ende 2019

bei einem Laborgerätehersteller für internationales Business Developement zuständig.

 

Das Vorhaben der neuen Firma hat das Potenzial, die Labor-Branche zu revolutionieren, sind sich Frenzl und Pflock sicher. Ihr Ziel ist es, technisch-physikalische Prüfungen von Materialien und Bauteilen auf ein neues Qualitätsniveau zu bringen und die damit verbundenen Normen und Vorschriften mit der neuen Software, die sie gerade entwickeln, effektiver und anwendbarer zu machen.

 

Textilien müssen bestimmte Normen für Reißfestigkeit erfüllen, Lippenstift oder Körperpuder müssen besonders hautverträglich sein, Maschinenteile hitze- und abriebfest. Und das alles muss ständig überprüft, gemessen und korrekt dokumentiert werden. Gerade für Automobilzulieferer steigen die Anforderungen permanent - etwa vor dem Hintergrund des autonomen Fahrens. "Die bei der Entwicklung einzuhaltenden Regularien und zu erfüllenden Normen sind äußerst zeitintensiv und für Firmen und Labore kaum mehr zu bewältigen", sagt Frenzl.

"Jedes Produkt, jede Technologie und jeder Wirkstoff, also alles, worauf wir uns täglich verlassen, entspricht einer Norm oder einer Vorschrift", erläutert er. So gebe es allein 34 500 DIN-Normen. Entscheidend ist aber eine Norm, die weltweit gilt: Die ISO 17 025 regelt die Kompetenzkriterien für Prüf- und Kalibrierlabore. Die Akkreditierung, also die Anerkennung als Prüflabor, ist eine hoheitliche Aufgabe und wird in Deutschland von der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAKKS) erteilt.

"Dazu muss man wissen, dass weltweit etwa 100 000 Labore nach dieser Norm zugelassen sind. Pro Jahr investieren Unternehmen weltweit rund 300 Milliarden Euro in Prüfdienstleistungen", veranschaulicht Alexander Frenzl. Und genau bei diesem Aufwand zur Einrichtung eines firmeneigenen Labors beziehungsweise der Kosten für Prüfungen setzt das Konzept von Audittrails an: Das Unternehmen entwickelt eine Software, mit der einerseits Labore ein normgerechtes Arbeiten sicherstellen können und die andererseits Firmen einen Zugang zu standardisierten Prüfleistungen eröffnet.

"Man kann in einem Labor, das über 500 Verfahren auf seiner DAKKS-Urkunde stehen hat, nicht mehr sicherstellen, dass jeder Mitarbeiter jedes relevante Dokument kennt oder dass alle Dokumente ständig aktuell sind. Das ist nach heutigem Stand der Technik in vielen Laboren nicht mehr effizient darstellbar", sagt Tobias Pflock. Mit der Plattform von Audittrails können die Kunden ihre Verfahren verwalten und den Prüfprozess managen. Und somit ist es möglich, Laborleistungen weltweit zu vermarkten. Die Software integriert die Kundenkommunikation von der Anfrage bis zum fertigen Ergebnis.

Für die Firma Rapa, deren Produkte höchste Qualitätsanforderungen erfüllen müssen, ist Audittrails also ein wichtiger Fortschritt. "Die Anforderungen an unsere Produkte werden in Zukunft weiter steigen. Um unsere Pläne zu realisieren, stellen wir uns strategisch wachstumsorientiert neu auf. Das heißt: hohe Standardisierung in dem, was wir tun. Und effiziente, effektive Prozesse, die sich einfach in den operativen Ablauf eingliedern lassen", sagt Firmenchef Roman Pausch.

Mit im Boot bei Audittrails ist der Software-Entwickler Vogler Engineering GmbH, ein langjähriger Partner von Rapa. Wie Markus Vogler sagt, helfe man privaten und Firmenlaboren dabei, Prozesse digital zu transformieren - "und das mit einer leicht und intuitiv zu bedienenden Software". Die Datensicherheit und die Anbindung an vorhandene IT-Strukturen hätten dabei oberste Priorität. "Dieses Know-how bringen wir als langjähriger Partner von Rapa mit ein."

Das erste Projekt des neuen Unternehmens ist die Akkreditierung der Rapa im Rahmen eines Auftrags eines renommierten deutschen Automobilherstellers. Weitere Umsetzungen sind laut Frenzl mit dem Kunststoffinstitut Lüdenscheid und dem Europäischen Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD) in Selb bereits geplant.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
08. 10. 2020
16:32 Uhr

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Andreas Godawa

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08. 10. 2020
16:32 Uhr



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