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Selb

Outlet-Pläne: Investor in Selb glaubt an 2022

Im Selber Haupt- und Bauausschuss muss sich Munitor-Geschäftsführer Patrick Müller auch Kritik anhören. Er hält die Umsetzung aller Pläne bis 2022 für realistisch.



Außerordentlich groß war das Interesse am Auftritt von Outlet-Investor Patrick Müller im Selber Rathaus. Einige Stadträte und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch mussten sich als Möbelpacker betätigen und weitere Stühle holen, damit alle der über 50 Zuhörer Platz fanden. Fotos: Florian Miedl
Außerordentlich groß war das Interesse am Auftritt von Outlet-Investor Patrick Müller im Selber Rathaus. Einige Stadträte und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch mussten sich als Möbelpacker betätigen und weitere Stühle holen, damit alle der über 50 Zuhörer Platz fanden. Fotos: Florian Miedl  

Selb - Nicht nur eitel Sonnenschein herrschte am Mittwochabend in der Sitzung des Selber Haupt- und Bauausschusses. Denn Munitor-Geschäftsführer Patrick Müller, der einen Sachstandsbericht zu seinen Planungen im Bürgerpark, im Outlet-Center und beim Kaufhaus Storg gab, musste sich von Carsten Hentschel (CSU/FWS) und Rudolf Kirschneck (SPD) Kritik gefallen lassen, während Dr. Klaus von Stetten ihm den Rücken stärkte. Müller ließ sich aber nicht beirren: Er hält es für realistisch, dass die Arbeiten für alle drei Bereiche bis Sommer 2022 abgeschlossen werden können.

Zunächst schilderte Müller den Stand der Dinge. Die überaus gute Konjunktur führe derzeit zu grotesken Auswirkungen: Standardprodukte wie etwa Fenster hätten inzwischen Lieferzeiten von bis zu sechs Monaten. "Die hätten sie früher in einer Woche bekommen." Auch die Suche nach Handwerkern oder Unternehmen gestalte sich enorm schwierig. Am weitesten sei man beim Bürgerpark. In dem dort geplanten Komplex sollen sowohl Wohnungen als auch die Stadtbücherei entstehen. Inzwischen habe er einen Generalunternehmer gefunden, sagte Müller. Auch die Werkplanung und die Statik seien kurz vor der Fertigstellung. "Wir setzen noch im Dezember den ersten Spatenstich", sagte Müller.

Auch im Factory In, das zum Outlet-Center umgestaltet werden soll, stehe man vor großen Herausforderungen. Allerdings geschehe sehr viel hinter den Kulissen. Müller führte als Beispiel den geforderten Entwässerungsplan an, der dazu führe, dass er bereits jetzt Betonsteine für die Parkplätze habe aussuchen müssen. Und auch hier gebe es Probleme, die richtigen Handwerker zum richtigen Zeitpunkt zu finden. Obwohl noch kein Bauantrag gestellt sei, arbeite man schon an der Beauftragung der Firmen, damit die im kommenden Jahr auch wirklich zur Verfügung stehen. Die Vermietung dagegen laufe sehr gut. "Wir finden Mietpartner weit über unsere Erwartungen hinaus", freute sich der Geschäftsführer. Das liege auch daran, dass das Outlet in Selb das einzige in Deutschland sei, das in den kommenden ein bis zwei Jahren eröffne.

Auf Nachfrage von Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch bestätigte Müller, dass ein Abriss des früheren Kaufhauses Storg den Verlust der genehmigten Verkaufsflächen nach sich ziehen würde. Das große Problem bei dieser Immobilie sei, dass nach dem von der Regierung von Oberfranken angestoßenen Architektenwettbewerb kein Büro bei der Stange geblieben sei: "Am Schluss war keiner übrig. So etwas habe ich noch nicht erlebt."

Kaum verhohlene Kritik kam von Carsten Hentschel und Rudolf Kirschneck. Beide zeigten sich enttäuscht, dass Müller keinen genauen Zeitplan oder Bauentwürfe vorlegte. "Ich hätte mir mehr erwartet", sagte Hentschel. "Ich auch", konterte Müller. Allerdings habe nicht er den Architektenwettbewerb beschlossen. "Ich würde gerne sofort bauen." Aber dafür brauche er eine Baugenehmigung, dafür wiederum einen Bebauungsplan und dazu die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs. Nichtsdestotrotz stehe das Kaufhaus Storg "in der Mitte des Radars".

Rudolf Kirschneck zeigte zwar Verständnis für Müllers Probleme, war aber sichtlich enttäuscht. Die anstehenden Veränderungen in der Selber Innenstadt seien gewaltiger als beim Selber Stadtbrand.

Dem hielt Müller trocken entgegen, dass er hoffentlich nicht so zerstörerisch wie ein Stadtbrand sei und sich zudem ein besseres Ergebnis erhoffe. Er wurde aber auch deutlich: "Ich bin nicht Herr des Verfahrens in dem städtebaulichen Wettbewerb." Seit vier Jahren arbeite man mit Hochdruck an der Planung für das Kaufhaus Storg. Und er glaube auch daran, dass die Planung umgesetzt wird. "Die Frage ist nur: Wann? Das steht nicht in meiner Macht." Müller erinnerte daran, dass er vor zwei Jahren einen Bauantrag eingereicht und eigentlich für heuer mit einer Genehmigung gerechnet habe.

Konkret wurde es nach der Frage von SPD-Fraktionsvorsitzendem Walter Wejmelka: Er wollte wissen, wie sich Müller die Verkehrsführung auf dem Sparkassenplatz vorstelle und wie sein Zeitplan aussehe. Immerhin müsse man bis zu den bayerisch-tschechischen Freundschaftswochen 2023 fertig sein. Die sieht Müller nicht in Gefahr: Das Gebäude im Bürgerpark könnte man bis Sommer 2020 bauen. Sobald die Hauseigentümer aus der Marienstraße dort eingezogen seien, könnte man mit dem Umbau beginnen, der etwa zwei Jahre dauern dürfte. "Ein Abschluss aller Bauarbeiten bis Sommer 2022 ist realistisch und machbar", sagte Müller - wenn alle planerischen Voraussetzungen erfüllt seien. Zur Verkehrsführung gebe es ebenfalls einen Architektenwettbewerb, der die Sperrung des Platzes für den Durchgangsverkehr vorsehe. "Das muss ich so akzeptieren."

Den Rücken stärkten dem Investor Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch und der Sprecher der Aktiven Bürger, Dr. Klaus von Stetten. Grundsätzlich sei es ja nur von Vorteil, dass Müller sich für das Kaufhaus Storg einsetze, sagte Pötzsch. Ein Kaufhaus in der Innenstadt wollten alle, eine zweiten Bürgerpark wohl niemand. Und von Stetten drückte es noch deutlicher aus: "Wir sind nicht enttäuscht, sondern zufrieden." Factory In, Bürgerpark und Storg seien Projekte, die aufeinander aufbauten.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten habe man jetzt einen Investor, der Schritt für Schritt seine Planungen verfolge. "Und dafür sind wir dankbar." Außerdem habe man keine Alternative. Denn ohne den Investor würde sich nichts tun und nichts bewegen. "Wir sind froh, dass sie am Ball bleiben. Wir haben ausreichend Geduld."

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
14. 11. 2018
21:46 Uhr

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14. 11. 2018
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