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Pfarrer wird Denksportler

Martin Fröhlich ist dem Bridge verfallen. Bei dem anspruchsvollen Kartenspiel kann er zwischendurch einige Stunden von seiner anstrengenden Arbeit abschalten.



Beim Bridge-Gipfel bei Pfarrer Martin Fröhlich (von links): Horst Reddig, Präsident des Bridge-Clubs Marktredwitz-Hotel Fahrenbach, Pfarrer Martin Fröhlich, Margaretha Kainz, die Vizepräsidentin des Bridgeclubs und der Selber Bridge-Papst Dr. Bernd von Chiari. 	Foto: Bäumler
Beim Bridge-Gipfel bei Pfarrer Martin Fröhlich (von links): Horst Reddig, Präsident des Bridge-Clubs Marktredwitz-Hotel Fahrenbach, Pfarrer Martin Fröhlich, Margaretha Kainz, die Vizepräsidentin des Bridgeclubs und der Selber Bridge-Papst Dr. Bernd von Chiari. Foto: Bäumler  

Selb - Einmal in der Woche will Pfarrer Martin Fröhlich nur eines: abschalten. Dies ist für einen vielbeschäftigten Seelsorger leichter gesagt als getan. Liest er ein Buch oder sieht fern, schweifen die Gedanken immer wieder zu den Problemen und Sorgen, die es in einer Kirchengemeinde gibt. Vor einiger Zeit hat er endlich ein Hobby gefunden, das ihn voll und ganz in Beschlag nimmt: Bridge. "Bei dem Spiel ist es unmöglich, anderen Gedanken nachzuhängen. Entweder man ist bei der Sache oder man sollte es gleich sein lassen", sagt der evangelische Geistliche der Christusgemeinde im Selber Süden.

Bridge ist zwar ein Kartenspiel, gilt aber wie Schach als Sport, weil der Zufall zweitrangig ist. Vielmehr führen taktisches Geschick und Konzentrationsfähigkeit zum Erfolg.

An großen Turnieren will Fröhlich noch nicht teilnehmen. "Um Gottes Willen, da bin ich noch weit entfernt." Er, Fröhlich, sei aus Zufall zum Bridge gekommen. Seine Frau Constanze habe einen Volkshochschulkurs in Selb besucht. "Und da sie zum Üben daheim einen Partner benötigte, habe ich das Spiel eben auch gelernt." Mittlerweile ist der Pfarrer in der Bridge-Szene im Fichtelgebirge bekannt. Auch der wohl beste Spieler in der Region, Horst Reddig aus Marktredwitz, schätzt den Geistlichen als "Kollegen" und würde ihn lieber heute als morgen im Bridgeclub Marktredwitz - Golfhotel Fahrenbach aufnehmen. Reddig beschreibt das Kartenspiel bei einem Bridge-Gipfeltreffen im evangelischen Pfarrhaus als intellektuell anspruchsvoll, häufig auch richtig lustig. "Es gibt viele Arten, wie man Bridge spielen kann, die Turnierform ist sicherlich die höchste Weihe." Diese hat der Marktredwitzer Dutzende Male genossen. "Sogar einmal bei der Weltmeisterschaft in Istanbul und bei einem Weltmeister-Turnier in Sankt Moritz. Fragen Sie aber nicht, wie ich abgeschnitten habe."

Ein unbeleckter Kartenspieler war Pfarrer Fröhlich auch bisher nicht. "Ich habe früher Schafkopf gespielt, wie alle Schüler in Bayern. Aber Bridge ist ein anderes Kaliber, da läuft der Denkapparat auf Hochtouren." Dies bestätigt der Selber Bridge-Papst Dr. Bernd von Chiari, der seit Jahren mit einem Volkshochschulkurs und einer Projekt-Arbeitsgemeinschaft am Walter-Gropius-Gymnasium Nachwuchsspieler rekrutiert. "Sogar alte Hasen machen noch Fehler. Das Bridge-Spiel lernt wohl niemand komplett zu Ende."

Wenn es darum geht, die Faszination des Bietens und Stechens am Bridge-Tisch zu erklären, darf Margaretha Kainz aus Bad Alexandersbad nicht fehlen. Die Vizepräsidentin des Bridgeclubs Marktredwitz und ehemalige Geschäftsführerin des Hotels Bad Alexandersbad wurde von einem Mann aus Straubing auf das Spiel aufmerksam gemacht. "Der hat mir gesagt, dass ich im Hotel unbedingt Bridge anbieten müsse. Daraufhin habe ich mich informiert und den deutschen Meister Michael Gromöller zu einem Vortrag geladen. Bei der Veranstaltung habe ich Horst Reddig kennengelernt, und wir beide haben einige Jahre später den Bridge-Club gegründet." Außer Reddig lernte Margaretha Kainz beim Kartenspielen Hunderte interessante Menschen kennen. "Es gibt Bridge-Spieler aus ganz Deutschland, die einfach mal so zu unseren Clubabenden kommen. Wir sind eben wie eine große Familie."

Wie Reddig sagt, war Bridge früher das Spiel der höheren Gesellschaft. Auch in Marktredwitz hätte Bridge zum guten Ton der Honoratioren gehört. "Heute ist das Spiel ist ein normaler Sport geworden."

Sportlich nimmt es Pfarrer Fröhlich, wenn er bei einem Wettkampf in der VHS nicht unter den Besten landet. "Es ist eben alles eine Sache der Übung." Das Bridge-Spielen will der Geistliche auf alle Fälle beibehalten. Auch wenn er nicht wie Reddig zum Bridge-Gott betet, wenn ihm partout kein Kniff einfällt, das Spiel für sich zu entscheiden. "Nein, Bridge verbuche ich ebenso wie meine Leidenschaft für den Nürnberger Club und das Motorradfahren als weltliche Freude", sagt Fröhlich.

Bridge verbuche ich wie meine Leidenschaft für den Nürnberger Club als weltliche Freude.

Pfarrer Martin Fröhlich


Vom Stechen und Bieten

Bridge ist ein Kartenspiel für vier Personen. Je zwei sich gegenübersitzende Spieler bilden eine Mannschaft, die zusammen spielt und gewertet wird. Es werden französische Karten (52 Blatt, ohne Joker) verwendet. Ziel des Spieles ist es, möglichst viele Stiche zu machen. In einer ersten Phase wird in einer Art Versteigerung ermittelt, welches Paar wie viele Stiche machen muss und ob es eine Trumpffarbe gibt. Nachdem sich ein Paar mit einer Ansage von Stichzahl und Trumpffarbe durchgesetzt hat, werden in der zweiten Phase die Karten abgespielt. Hauptziel ist es für die eine Seite, ihre angesagte Stichzahl zu erreichen; die andere Seite muss dies verhindern. Wer sich für Bridge interessiert, kann sich bei der VHS Selb, Telefon 09287/760120 über Dr. Bernd von Chiaris Kurse informieren oder beim Bridge-Club Marktredwitz, Hotel Fahrenbach unter www.bridge-fichtelgebirge.de.


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Von Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
21. 11. 2012
00:00 Uhr

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Von Matthias Bäumler

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21. 11. 2012
00:00 Uhr



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