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"Pflegegipfel" fordert Unterstützung von Politik

Fachkräfte geben in Schönwald Einblick in ihre Häuser. Die Leistungen werden nicht hoch genug honoriert, beklagt Bürgermeister Jaschke.



Klaus Fiedler von der Diabetiker-Selbsthilfe hatte zu einem "Pflegegipfel" eingeladen. Fachkräfte wie Pflegedienstleiterin Carmen Krone, Monika Bötzl und Heidi Michl (von links) gaben Antworten auf gestellte Fragen. Foto: Helmut Kitter
Klaus Fiedler von der Diabetiker-Selbsthilfe hatte zu einem "Pflegegipfel" eingeladen. Fachkräfte wie Pflegedienstleiterin Carmen Krone, Monika Bötzl und Heidi Michl (von links) gaben Antworten auf gestellte Fragen. Foto: Helmut Kitter  

Schönwald - Zu einem "Pflegegipfel" hatte die Diabetiker-Selbsthilfe Hochfranken-Fichtelgebirge ins Schönwalder Alten- und Pflegeheim Haus Perlenbach eingeladen. Im Bereich der Landkreise Wunsiedel und Hof bestehen derzeit fünf Selbsthilfegruppen, geleitet von Klaus Fiedler aus Röslau, der zu diesem Treffen 30 Fachkräfte, Pfleger und Zuckerkranke willkommen hieß.

Carmen Krone, Pflegedienstleiterin des Hauses Perlenbach, stellte das Wohngruppen-Konzept der Einrichtung vor. Die rund 30 Benevit-Häuser böten zum Beispiel in Schönwald vier eigenständige Wohnungen an, in denen die Bewohner je nach Möglichkeiten an der Gestaltung des Speiseplans als auch bei der Zubereitung der Mahlzeiten beteiligt würden. Angehörige und Kinder seien stets willkommen.

Monika Bötzl, die Leiterin der Berufsschule für Altenpflege und Altenhilfe Marktredwitz, berichtete, dass derzeit etwa 120 Auszubildende an dem einjährigen Kurs zum Altenpflegehelfer und am dreijährigen Kurs zum Altenpfleger teilnähmen. Während die Pflegehelfer häufig ihre Ausbildung weiterführen wollten, fänden die Altenpfleger nach bestandener Prüfung fast alle schnell einen Arbeitsplatz. "Die Ausbildung ist neben einer Aufnahmegebühr und einer Prüfungsgebühr kostenlos." Die Betreuung von Diabetikern, auch der Umgang mit dementen Patienten, gehöre zum Schulungs-Programm, bestätigte sie auf Anfrage.

Das sagte auch die Leiterin der Altenhilfe an der zentralen Diakonie in Hof, Heidi Michl. Dass Hilfe häufig auch eine Kostenfrage sei, stellte Doris Walter vom Pflegedienst Behrens Selb fest, vor allem, weil die Kassen nicht jede nächtliche ambulante Pflegeleistung übernähmen.

Erstaunliches berichtete die blinde Diabetikerin Irma-Lies Dippold, die bayernweit für blinde und sehbehinderte Zuckerkranke als Referentin tätig ist. Für diese Patienten gebe es inzwischen sowohl bei der Messung des Blutzuckerspiegels als auch bei der Dosierung des Insulins akustische Hilfsmittel und Geräte. Auch Klaus Gebhardt, selbst Typ-1-Diabetiker und Seniorenbeauftragter der Stadt Schönwald, betonte, welch große Unterstützung die örtlichen Selbsthilfegruppen seien. "Jeder Diabetiker ist sein eigener Arzt und Therapeut." Erika Späth, seit Jahrzehnten zuckerkrank Typ 1, bemüht sich unermüdlich, Missstände und Probleme bei Einrichtungen, Behörden, Ärzten und in der Politik bekannt zu machen und Abhilfe zu bewirken.

Martina Popp aus Röslau und Irmgard Krause aus Schirnding berichteten von ihrer Tätigkeit in der Intensivpflege und vom Umgang mit dementen Patienten. Stellvertretender Landrat Gerald Schade verdeutlichte: "In den letzten Jahren hat sich in diesen Häusern sehr viel zum Guten verändert." Er könne alten und gebrechlichen Menschen nur den Umzug in eines der bestehenden Pflegeheime empfehlen. Auch Schönwalds Bürgermeister Klaus Jaschke betonte, er schätze die pflegerische Leistung im Haus Perlenbach "sehr hoch". Diese wertvolle Aufgabe werde nicht immer entsprechend honoriert. Die Arbeit der Selbsthilfegruppen nannte er besonders wichtig.

Die Experten beantworteten im Anschluss an die Vorträge Fragen aus dem Publikum. Veranstalter Klaus Fiedler bat die beiden Kommunalpolitiker, sich um einen besseren Personennahverkehr zu bemühen. Der neuerdings eingerichtete Patienten-Bus werde kaum genutzt, hieß es aus dem Publikum. Wichtig sei, dass alle Menschen doch jederzeit dorthin kommen könnten, wohin sie wollten. Gerald Schade konnte darauf nur erwidern, dass im Landkreis zwar Überlegungen bestünden, "jedoch Lösungen mit erheblichen Kosten verbunden sind".

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Helmut Kitter
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Veröffentlicht am:
05. 07. 2018
16:30 Uhr

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Helmut Kitter

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05. 07. 2018
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