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Selb

Pötzsch triumphiert mit 85,6 Prozent

Die Selber schicken den Oberbürgermeister mit einem beeindruckenden Ergebnis in die zweite Amtszeit. Walter Wejmelka und Susann Fischer landen weit abgeschlagen.



Verfolgen gespannt die Ergebnisse auf der Leinwand im Rathaussaal in Selb (von links): der im Amt bestätigte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Hauptamtsleiterin Nicole Abraham, SPD-Kandidat Walter Wejmelka, Klaus von Stetten und Christian Pich von den Aktiven Bürgern. Foto: Andreas Godawa
Verfolgen gespannt die Ergebnisse auf der Leinwand im Rathaussaal in Selb (von links): der im Amt bestätigte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Hauptamtsleiterin Nicole Abraham, SPD-Kandidat Walter Wejmelka, Klaus von Stetten und Christian Pich von den Aktiven Bürgern. Foto: Andreas Godawa  

Selb - Um 19.20 Uhr verkündete die Wahlleiterin Nicole Abraham das Ergebnis: 5963 Stimmen für den amtierenden Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, 798 Stimmen für den SPD-Kandidaten Walter Wejmelka, und 270 Stimmen für Susann Fischer von den Grünen. In Prozent ausgedrückt bedeutet das: 85,6 Prozent für Pötzsch, 11,3 Prozent für Walter Wejmelka und 3,1 Prozent für Susann Fischer - bei einer Wahlbeteiligung von 58,2 Prozent.

Die Stadtratswahl

Die Ergebnisse der Stadtratswahl (Stand 23 Uhr):

 

CSU: 5 Sitze (21,3 Prozent)

Grüne: 1 Sitz (5,3 Prozent)

SPD: 4 Sitze (16,9 Prozent)

Aktive Bürger: 11 Sitze (44,2)

Freie Wähler Selb: 3 Sitze (10,9)

FDP: 0 Sitze (1,4 Prozent)

 

Mit einem derart haushohen Sieg hatte offensichtlich nicht einmal Pötzsch selbst gerechnet. Zumindest konnte man ihm die Anspannung zu Beginn des Wahlabends noch deutlich anmerken. Besonders beeindruckend ist das Ergebnis, wenn man es mit dem aus dem Jahr 2013 vergleicht: Damals hatte Pötzsch mit 56,49 Prozent über den Amtsinhaber Wolfgang Kreil (CSU/35,88 Prozent) und den zweiten Herausforderer Rudolf Kirschneck (SPD/7,63 Prozent) gesiegt.

 

Für den im Amt bestätigten Oberbürgermeister war die aktuelle Kommunalwahl "auch ein Spiegel der Arbeit in den vergangenen sieben Jahren und deswegen auch für mich sehr spannend". In dieser ersten Amtszeit habe man hart gearbeitet, viele hätten an einem Strang gezogen, um die Stadt voran zu bringen. Spannend sei das Ergebnis auch deswegen gewesen, weil der Wähler eben diese Arbeit bewertet habe - quasi ein Zeugnis des bisher Geleisteten für das gesamte Team.

Während des sehr sachlichen Wahlkampfes habe er viele positive Rückmeldungen bekommen. "Ich freue mich deswegen sehr über das Vertrauen, das mir die Bürger mit diesem Ergebnis ausgesprochen haben und bedanke mich bei den Wählerinnen und Wählern", sagte Pötzsch, der zusammen mit seiner Frau Silvia und seiner Tochter Anne in den Rathaussaal gekommen war.

"Ein bisserl enttäuscht, aber nicht verbittert" zeigte sich der abgeschlagene SPD-Kandidat Walter Wejmelka in einem ersten Statement. Er habe versucht, mit Themen zu polarisieren, was aber offensichtlich nicht so funktioniert habe. "Die Bürger wollen es anders, und das muss ich so akzeptieren", sagte Wejmelka. Er sei als "Last-Minute-Kandidat" und als ältester Bewerber wahrscheinlich auch mit einem Punktnachteil ins Rennen gegangen, allerdings habe er auch nichts zu verlieren gehabt. Nichtsdestotrotz habe er im Wahlkampf "alles rausgehauen" und die unterschiedlichen Positionen deutlich gemacht. "Nun hoffen wir auf ein besseres Ergebnis bei den Stadtratswahlen, sagte Wejmelka, der seinen Gegnern einen "unglaublich fairen Wahlkampf" attestierte und vor allem Susann Fischer seinen Respekt zollte.

Die Grünen-Kandidatin wiederum lobte ihren SPD-Gegner, der ihrer Meinung nach mit großem Fachwissen geglänzt habe. Das Ergebnis selbst sei eine klare Meinungsäußerung der Wähler. Dass sie gerade mal 3,1 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte, sieht sie als nicht besonders überraschend an: Als Zugezogene und quasi Unbekannte sei es schwierig gewesen, bei den Wählern zu punkten. Nichtsdestotrotz nehme sie drei positive Dinge aus dem Wahlkampf mit: "Ich war die erste Frau als Kandidatin, ich war die erste Grüne und ich habe die Wahlbeteiligung nach oben getrieben." Beruhigend für sie sei auch, dass sie nicht in ein berufliches Loch falle, sondern als Ärztin weiterarbeiten könne.

Dass die Wahlbeteiligung von 58,2 Prozent im Vergleich zu den OB-Wahlen 2013, wo sagenhafte 70,57 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgaben, relativ gering war, ist sicher auch dem Corona-Virus geschuldet. Zwar machten sich bei sonnigem Wetter viele Bürgerinnen und Bürger gegen Mittag auf den Weg in die Wahllokale, dennoch blieb die Beteiligung eher mau. Natürlich war der Wahlkampf 2013 auch noch von einem ganz anderen Thema beherrscht, nämlich der Bahnlinie nach Asch.

Die ganz großen Wahlpartys blieben am gestrigen Sonntag allerdings auch aus: Die Grünen sagten die ursprünglich geplante Zusammenkunft im Gasthaus "Zum Hirschen" vor dem Hintergrund von Corona komplett ab, die SPD feierte eher privat in den Räumen des Ortsvereinsvorsitzenden Roland Graf, die Aktiven Bürger trafen sich in den "Weismainer Stuben".

Mit Abwesenheit glänzten am Sonntagabend im Rathaussaal die CSU und die FPD, die zwar zur Stadtratswahl, aber ohne OB-Kandidaten angetreten waren. Ihren Wahlabend verbrachten die Christsozialen in der Gaststätte "Bräustübl" direkt neben dem Rathaus.

Und am Schluss noch ein paar Zahlen für die Statistiker: Wahlberechtigt für die OB- und Stadtratswahl in Selb waren 12 199 Frauen und Männer, für die Landrats- und Kreistagswahl 12 219. Der Unterschied ergibt sich aus der Zahl der nach Selb Gezogenen, die aber noch keine zwei Monate in der Porzellanstadt leben. Gewählt wurde in 27 Wahllokalen und sieben Briefwahlbezirken. Dort wurden rund 4000 Briefwähler registriert.

210 Wahlhelfer kümmerten sich dort um einen reibungslosen Ablauf, im Rathaus waren noch einmal 15 Mitarbeiter mit der Auszählung beschäftigt.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
15. 03. 2020
23:08 Uhr

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Andreas Godawa

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15. 03. 2020
23:08 Uhr



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