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Selb

Schüler packen 80 Stunden kräftig zu

Im Kinderhort, bei der Schulkinderbetreuung, im Seniorenzentrum und im Tierheim zeigen Mittelschüler aus Selb, was sie können. Ehrenamtlich leisten sie soziale Arbeit.



Die Schüler bei der Zertifikatsübergabe mit Barbara Schönberner, EJF (links), und Lehrerin Julia Bayreuther von der Mittelschule (daneben). Foto: Gisela König
Die Schüler bei der Zertifikatsübergabe mit Barbara Schönberner, EJF (links), und Lehrerin Julia Bayreuther von der Mittelschule (daneben). Foto: Gisela König  

Selb - "Dieses Zertifikat öffnet bei Bewerbungen, sei es für Ferienarbeit, ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz, Türen. Es ist für viele Personalchefs fast so wichtig wie ein gutes Zeugnis. Manchmal zählt es sogar mehr." Barbara Schönberner, Koordinatorin im EJF-Familienzentrum FAM in Selb, weiß, wovon sie spricht, als sie zwei Schülerinnen und zwei Schülern ihr persönliches FSSJ-Zertifikat überreicht. FSSJ steht für Freiwilliges Soziales Schuljahr, das insgesamt sechs Schülerinnen und Schüler der Dr.-Bogner-Mittelschule in Selb in den vergangenen Monaten absolviert haben. Und sie sind die FSSJ-Pioniere in Selb.

Bereits seit 20 Jahren gibt es das FSSJ nach dem Neustädter Modell. Während es im Raum Bamberg ein Renner ist, hat sich Julia Bayreuther, Lehrerin an der Selber Mittelschule, zu Beginn des abgelaufenen Schuljahres gemeinsam mit den Verantwortlichen des FAM auf Neuland begeben und das Konzept des Freiwilligen Sozialen Jahres erstmals auch den Schülern und Schülerinnen der achten und neunten Klassen der Mittelschule Selb angeboten.

Sechs Mittelschüler, vier Mädchen und zwei Jungen, haben sich zur Teilnahme entschlossen und vier von ihnen haben die geforderten 80 ehrenamtlichen Stunden geleistet. Dabei konnten sie frei wählen, ob sie die Stunden wöchentlich oder lieber blockweise an Wochenenden beziehungsweise in den Ferien absolvieren möchten. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Auswahl, entweder in der Kinderbetreuung, im Tierheim, in gemeinnützigen Vereinen, bei der Tafel, in Seniorenheimen, in der Flüchtlingshilfe, bei der Feuerwehr oder an anderen Stellen tätig zu werden.

Während sich Maurice Bergmann für eine Tätigkeit im Kinderhort Schönwald entschied, leistete Darleen Meier ihre 80 Stunden im Luise-Scheppler-Kinderhaus bei der Schulkinderbetreuung. Justin Ottner wählte als Einsatzort das Luis-Röll-Seniorenzentrum in Marktleuthen, und Celine Reinke packte 80 Stunden im Selber Tierheim tatkräftig an. Lea Bayer entschied sich für den Christophorus-Kindergarten, hat die 80 Stunden aber nicht ganz erreicht. Sie erhielt anstelle des Zertifikats eine Teilnahmebescheinigung. Eine weitere Schülerin konnte die geforderten Stunden ebenfalls nicht leisten, möchte es aber im nächsten Schuljahr vielleicht erneut wagen.

Bei der Zertifikatsübergabe im FAM lobten Barbara Schönberner und Julia Bayreuther das Durchhaltevermögen der jungen Menschen, zumal die Arbeit sicherlich nicht immer leicht gewesen sei. Mit der erfolgreichen Teilnahme am FSSJ, das vorrangig auch der Berufsorientierung dient, aber auch das ehrenamtliche Engagement wecken und fördern soll, haben die Schülerinnen und Schüler auch ihre sozialen Kompetenzen gestärkt. Und obwohl einigen bereits nach kurzer Zeit klar geworden ist, dass sie die gewählte Berufsrichtung später doch nicht einschlagen werden, "habt ihr tapfer durchgehalten und euch toll engagiert", lobte Barbara Schönberner. Sie dankte nicht nur den engagierten Schülern, sondern auch ihrer Kollegin Ulrike Heinrich vom FAM/EJF und Julia Bayreuther von der Mittelschule, die als Lehrerin dazu beigetragen hat, die Schüler zu motivieren.

Das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) als Träger bietet auch im kommenden Schuljahr mit dem Familienzentrum und der Mittelschule Selb wieder das FSSJ an, wobei Julia Bayreuther nach dem erfolgreichen Auftakt in der Schule noch die Werbetrommel rühren wird. Interessierte ab der achten Klasse können sich zu Schuljahresbeginn in der Vermittlungsstelle im FAM anmelden, wo sie auch die Einsatzstellen, die ihren Neigungen entsprechen, auswählen können. Im FAM stehen den Jugendlichen dann auch ganzjährig Ansprechpartner, die die Einsätze koordinieren, beratend zur Seite.

Die vier Mittelschüler, die stolz ihr Zertifikat im Empfang nahmen, bestätigten übereinstimmend, dass sich die 80 Stunden ehrenamtliche Arbeit für sie auf jeden Fall gelohnt hätten. "Wir konnten Eindrücke sammeln, wie es im Berufsleben zugeht, und haben ein Gespür dafür bekommen, ob wir die Tätigkeit ein Leben lang machen möchten oder eher nicht."

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Gisela König

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Veröffentlicht am:
30. 07. 2018
18:06 Uhr

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