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Selb

Schulleiter drückt aufs Tempo

Der Chef des Schulzentrums für Produktdesign plädiert für einen baldigen Baubeginn des Designstudios. Den Stadtrat Selb hat er auf seiner Seite.



Hier soll es entstehen, das neue Designstudio für das Berufliche Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik. Allerdings fehlen immer noch die Finanzierungszusagen aus München. Foto: Florian Miedl
Hier soll es entstehen, das neue Designstudio für das Berufliche Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik. Allerdings fehlen immer noch die Finanzierungszusagen aus München. Foto: Florian Miedl  

Selb - Dr. Bernhard Nitsche, Leiter des staatlichen Beruflichen Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik in Selb, rennt die Zeit davon. Mindestens vier Jahre wird nach seiner Meinung der Bau des geplanten Designstudios auf dem Gelände des abgerissenen Werkes B der Hutschenreuther AG dauern. Seit drei Jahren bemühe man sich, es gehe aber kaum etwas voran, klagte er in der Sitzung des Selber Stadtrates. Nitsches Warnung: "Andere Standorte schlafen nicht." Man sei drauf und dran, einen Standortvorteil zu verlieren.

Wie der Schulleiter sagte, feiert die Schule heuer ihr 110-jähriges Bestehen. Vor etwa 25 Jahren habe man eine existenzielle Krise überwinden müssen, diese aber mit der Gründung der Fachschule für Produktdesign überwunden. Nun allerdings habe man rein räumlich eine Grenze erreicht. Sowohl Absolventen als auch die Automobilindustrie als "Hauptkunde" der Schule monierten dies seit langem. "Unsere Absolventen sind gut, aber sie könnten noch besser sein mit einem modernen Designstudio", sagte Nitsche.

Er verwies darauf, dass gerade in der Automobilindustrie starke Konkurrenz herrsche. Die Schüler müssten dringend an 1:1-Modellen arbeiten, "da haben wir erhebliche Defizite", auch wenn man inzwischen die Räume eines ehemaligen Autohauses nutze. Seit etwa drei Jahren dränge man schon auf einen Neubau und habe in dieser Zeit auch Kontakt mit den Designabteilungen namhafter Hersteller, mit dem Landrat, den Abgeordneten und den Ministerien aufgenommen. Auch die Stundentafel habe man auf ministeriellen Wunsch angepasst. "Im Moment sind wir aber beim Buchbinder Wanninger", kritisierte Nitsche. "In den drei Jahren hätte mehr passieren können." Zwar hätten das Ministerium für Unterricht Kultus und die Regierung eine Summe von fünf bis sechs Millionen Euro zu den Gesamtkosten von etwa 18 bis 19 Millionen Euro zugesagt, weitere Zusagen gebe es aber nicht.

"Wir sind mit einer klassischen Schule nicht zu vergleichen. Diesen Umstand bei einem Ministerium anzubringen, ist schwierig." Für Nitsche steht fest, dass Autos auch in Zukunft designt werden müssen, egal welchen Antrieb sie dann haben. Eine Hilfe wäre schon, wenn man den Architektenwettbewerb für den Bau bereits beginnen könnte. Der dauere neun bis zwölf Monate, verschlinge aber nur ein Prozent der Kosten. "Damit könnten wir ein Viertel der Zeit sparen." Der Kreistag habe zwar 200 000 Euro zur Verfügung gestellt, es fehle aber die Einzelgenehmigung der Regierung.

Bei Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch und dem Stadtrat rannte Nitsche offen Türen ein. Pötzsch versicherte ihm, dass die Stadt hinter dem Projekt und Gewehr bei Fuß stehe. Die Designfachschule habe einen hohen Marktwert, das sei bayernweit anerkannt. Deswegen müsse es auch ein bayerisches Projekt werden. "Das ist ja kein Projekt der Stadt oder des Landkreises.

Kai Hammerschmidt (SPD) sagte, man dürfe nicht mehr viel Zeit verlieren, andere Standorte wie Pilsen rüsteten auf. "Wir verlieren unseren Vorteil, weil andere schlafen." In Nürnberg würden mehrere Milliarden investiert "und wir kämpfen seit Jahren um Peanuts".

Auch Dr. Klaus von Stetten (Aktive Bürger) sagte, die Politik vor Ort habe die Bedeutung begriffen. Dass noch nichts geschehen sei, zeige, wie wenig flexibel die Staatsregierung sei. Die Förderpolitik nannte von Stetten eine Katastrophe. Von Stetten verwies darauf, dass im Doppelhaushalt 2019/2020 kein Geld eingeplant sei, man könne nur auf den Nachtragshaushalt hoffen. Der Fraktionssprecher forderte zudem einen Hochschulstandort für Selb. Grundsätzlich habe man seit drei Jahren die Entwicklung verschlafen.

Zustimmung kam auch von Wolfgang Kreil (CSU/FWS). Allerdings regte er an, den Protest mit Aktionen vor das Finanzministerium oder die Staatskanzlei zu tragen. Die Entwicklung erinnere ihn an das Porzellanmuseum, das erst nach langem Kampf staatlich geworden sei. Das grundlegende Problem sei, dass drei Ministerien - das für Finanzen, das für Wirtschaft und das für Unterricht - beteiligt seien, die geübt seien im "Hin- und Herschieben der Bälle".

Pötzsch versicherte, die Stadt unterstütze die Schule, das Grundstück sei reserviert. Auch nutze man jede Möglichkeit, um für das Projekt zu kämpfen. "Und wir haben auch schon viele überzeugt."

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
27. 06. 2019
16:24 Uhr

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Andreas Godawa

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27. 06. 2019
16:24 Uhr



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