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Selb

Sechs Pfund pralles Leben in "Goldbergkult"

Florian Miedl bringt einen Bildband heraus. Zu sehen sind 400 Fotos vom Selber Wiesenfest. Vom Verkauf der Bücher profitiert die Bürgerstiftung.



Eine fotodokumentarische Hommage an das Selber Wiesenfest ist der Bildband "Goldbergkult", den Fotograf Florian Miedl mit Heinz Späthling und Ulrich Pötzsch (von rechts) vorgestellt hat. Foto: Gerd Pöhlmann
Eine fotodokumentarische Hommage an das Selber Wiesenfest ist der Bildband "Goldbergkult", den Fotograf Florian Miedl mit Heinz Späthling und Ulrich Pötzsch (von rechts) vorgestellt hat. Foto: Gerd Pöhlmann  

Selb - In Selb gehen die Uhren anders: Es gibt die Zeit vor dem Wiesenfest und es gibt die Zeit danach. In den vier Tagen dazwischen feiern die Selber das Leben. Wer die Stadt schon lange verlassen hat, der kehrt für das zweite Juli-Wochenende zurück. Wer einmal das Wiesenfest auf dem Goldberg erlebt hat, der wird das immer wieder wollen. Es mag, vor allem in Bayerns Süden, größere und bekanntere Feste geben - aber das Heimat- und Wiesenfest auf dem Selber Goldberg ist einzigartig. Wer das für übertrieben hält, der soll sich den Fotoband "Goldbergkult" von Florian Miedl ansehen. Am Mittwoch hat er das Buch im Rathaus der Stadt Selb vorgestellt.

Im Buchhandel

"Goldbergkult" ist in einer Auflage von 1000 Stück im Verlag Heinz Späthling erschienen. Im Bildband zeigt Florian Miedl auf 460 Seiten 400 Bilder vom Selber Heimat- und Wiesenfest. Das Buch kostet 39,50 Euro und ist im Buchhandel erhältlich. ISBN 978-3-942668-54-5.


Seit vielen Jahren fängt der Frankenpost -Fotograf die Stimmung auf dem Goldberg ein. Viele Bilder zeigt er auf seiner Homepage unter www.goldbergkult.de. Die schönsten Fotos hat er jetzt im Bildband zusammengefasst. Daraus ist ein Wälzer geworden, 460 Seiten stark mit mehr als 400 Fotos. "Das ist genial, wirklich etwas ganz Besonderes", sagt Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch bei der Buchvorstellung. Beim Blättern durch den Band - frisch aus der Druckerei - kommt der Rathauschef ins Schwärmen: Hahnenschlagen, Anzapfen, Riesenrad und Bierzelt, es sind Bilder, wie sie jeder Selber liebt. "Wir kennen das von Kindesbeinen an, da bekommt man wirklich Gänsehaut", sagt Pötzsch. Das sieht Verlagsleiter und Druckereibetreiber Heinz Späthling ganz ähnlich. "Da glaubst du wirklich, dass die Lampen an der Decke wackeln", sagte er mit Blick auf das Foto in der Innenklappe. Es zeigt den Heimatabend mit den Egertalern. Der Blick geht ins Bierzelt, Menschen stehen auf Bierbänken, strecken die Hände in die Höhe, haben eine gute Zeit. "Ich will da hin, wo andere Party machen. Aber eben nicht um zu feiern, sondern um zu fotografieren", erklärt Florian Miedl.

Dass er selbst nicht einer ist, der gerne auf Bierbänken tanzt, das kommt dem Fotografen wohl entgegen. Denn um seiner Arbeit nachgehen zu können, dafür brauche er einen klaren Blick, sagt Miedl. "Ich fotografiere beim Selber Wiesenfest am liebsten Menschen, die Freude haben. Das ist nun wirklich nicht schwer." Egal, an welcher Stelle der Betrachter das Buch aufschlägt, er ist sofort mitten im Geschehen, meint, die Musik zu hören und die Bratwürste zu riechen. "Es ist eine fotodokumentarische Hommage an das Selber Wiesenfest", sagt Florian Miedl. "Ich habe keinen Wert auf technische Finesse gelegt, es ging mir darum, den Moment festzuhalten." Und trotzdem sind die Fotos von Schnappschüssen meilenweit entfernt. Es sind Bilder, die so nur jemand schießen kann, der das Fest und seine Menschen liebt.

Mehr als 100 Jahre ist das Selber Wiesenfest alt. "Es ist nichts Künstliches, sondern gelebte Tradition. Das und unser besonderer Festplatz machen seine einzigartige Atmosphäre aus", sagt Ulrich Pötzsch. Und da sei es gut, dass sich der Stadtrat einstimmig dafür ausgesprochen habe, nichts Einschneidendes zu verändern, nicht mal aus finanziellen Gründen auf eine der Kapellen für den Festumzug zu verzichten. Zur Tradition gehöre auch die nun 50 Jahre währende Zusammenarbeit mit der Festwirtsfamilie Spannruft. "Und dazu gehören Autoscooter und Pinocchio-Werfen", sagt Ulrich Pötzsch. Da sei er als Kind gestanden, und da würden sich auch heute Kinder ihre Zeit vertreiben.

Die Abendstimmung vor der Schnapsbar, Menschen, die sich lachend in den Armen liegen, das Kettenkarussell, dessen rotierende Lichter vor dem Abendhimmel verwischen und die stolzen kleinen Fahnenträger beim Umzug hat Florian Miedl in seinen Bildern verewigt. Rauschendes Feiern und intime Momente. "Das ist unverstellt und niemals kitschig.", sagt Heinz Späthling und lobt Miedls Bildsprache. "Sein Magazin-Stil ist mir schon in der Frankenpost sofort ins Auge gesprungen." Den Bildband beschreibt Späthling als "sechs Pfund pralles Leben". Den Einband hat seine Druckerei mit einer Goldprägung versehen, das Kapitalband und das Lesezeichenbändchen sind ebenso golden. Auch Postkarten mit einzelnen Motiven sollen erhältlich sein.

Das sei eine einfache und unkomplizierte Zusammenarbeit gewesen mit der Druckerei, lobt Miedl und dankt zwei weiteren Unterstützern. So habe Ulrich Pötzsch in seiner Funktion als Oberbürgermeister das Grußwort geschrieben und für das Vorwort habe er seine Kollegin Tamara Pohl gewinnen können. "Auch sie ist aus Selb und lebt und liebt das Wiesenfest." Pro verkauftem Exemplar von "Goldbergkult" spendet Florian Miedl fünf Euro an die Selber Bürgerstiftung.

Die Stadt, kündigt Pötzsch an, wird das Buch Menschen schenken, die in besonderer Weise mit Selb verbunden sind. Für jeden aber wird mit "Goldbergkult" die Zeit nach dem Selber Wiesenfest ganz schnell zur Zeit davor. Und bis es so weit ist, dauert es gar nicht mehr so lange.

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
10. 07. 2019
17:58 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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10. 07. 2019
17:58 Uhr



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