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Selb

Selb in Aufbruchstimmung

Ulrich Pötzsch sprüht in seiner Rede vor Optimismus. Mit einem genehmigten Haushalt und vielen Projekten sei die Stadt "beeindruckend erfolgreich".



Per Handschlag begrüßten Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch (rechts) und seine Stelllvertreter Dorothea Schmid und Dr. Klaus von Stetten die Gäste zum Neujahrsempfang im Rosenthal-Theater. Fotos: Florian Miedl
Per Handschlag begrüßten Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch (rechts) und seine Stelllvertreter Dorothea Schmid und Dr. Klaus von Stetten die Gäste zum Neujahrsempfang im Rosenthal-Theater. Fotos: Florian Miedl   » zu den Bildern

Selb - So optimistisch, entspannt, voller Erwartung und so rockig war wohl noch kein Neujahrsempfang der Stadt Selb. Das lag zum einen an den guten Zukunftsaussichten, die Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch der Stadt und ihren Bürgern bescheinigte, zum anderen am mitreißenden Auftritt der Band "Selbcontrol": Deren begeistert aufgenommene Songauswahl war sicher auch Ausdruck der momentanen Aufbruchstimmung.

Wirtschaft: An die erste Stelle seiner Rede stellte Pötzsch die Wirtschaft. Industrie, Handwerk, Handel und Dienstelistung investieren nach seinen Worten in die Zukunft und fühlen sich in Selb wohl. Die Erweiterungen von Rapa, Vishay, H.C. Starck, der Folienfabrik Kirschneck sowie die Investitionen von BKW, BHS Tabletop und dem Europäisches Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD) seien Ausdruck davon. Dazu kommen laut Pötzsch die Planungen der Munitor-Gruppe für das Outlet-Zentrum. Deren Investitionen veränderten das Bild der Stadt, allerdings brauche es dazu Zeit, Geduld und Mut. Selb habe die "schlimme Zeit" hinter sich, jetzt werde mutig in die Zukunft investiert.

Wohnraum: Aufgrund des wirtschaftlichen Wachstums brauche Selb neuen, modernen Wohnraum. "Denn die Nachfrage steigt." 2018 seien 960 Menschen nach Selb gezogen. Dieser Herausforderung stelle man sich mit vier neuen Baugebieten im Jahnstadion, an der Hartmannstraße, in Stopfersfurth und auf dem früheren Sportplatz Kappel, der nach den Worten des Oberbürgermeisters heute in die Vermarktung geht.

Finanzen: Oft werde er gefragt, ob Selb genügend Geld habe, sagte Pötzsch. Seine Antwort: "Wir haben es!" Eine solide und nachhaltige Finanzpolitik sei die Grundlage allen Handelns. So sei es gelungen, die Schulden der Stadt in den vergangenen fünf Jahren zu halbieren. Das zeige sich auch an der Reaktion der Aufsichtsbehörden. "Der Haushalt 2019 ist genehmigt", verkündete Pötsch. Natürlich werde Selb vom Freistaat gut unterstützt. So gebe es bei den anstehenden Projekten mit einer Investitionssumme von 20 Millionen Euro bis zu 90 Prozent Förderung. "Das brauchen wir auch, um uns stabil weiterzuentwickeln."

Innenstadt/Einzelhandel: Grundsätzlich gelte es, sich nicht in Details zu verlieren, sondern den Gesamtüberblick zu behalten. So sei der Leerstand in der Innenstadt nicht nur in Selb ein Problem. Pötzsch dankte dem Verein Selbkultur für dessen Engagement im Haus Markplatz 1. Dazu arbeite die Stadt am Erhalt des Selber Kinos, die neue Ludwigpassage werde bald eröffnet und mit Zuschüssen von Staat und Stadt unterstütze man die Sanierung privater Immobilien. Pötzsch erwähnte auch die Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes sowie die Aufwertung des Selbbaches zusammen mit dem Wasserwirtschaftsamt. Für den Einzelhandel und die Gastronomie werde die Stadt die Rahmenbedingungen verbessern. Durch die Munitor-Planungen ergebe sich eine Verbindung vom Outlet zum ehemaligen Kaufhaus Storg, um Gäste in die Innenstadt zu führen.

Bayerisch-tschechische Freundschaftswochen: Insgesamt elf Gestaltungsprojekte werden laut Pötzsch die Stadt verbessern und erneuern. So stünden zwei Millionen Euro für die Neugestaltung des Rosenthal-Parks und des Grafenmühlweihers zur Verfügung. Ausdrücklich dankte Pötzsch der Selb 2023 gGmbH.

Kinder und Jugend: Ein dickes Lob hatte Pötzsch für den Jugendbeirat, der sich engagiert einbringe, so etwa mit dem "Winterwonderland" am 26. Januar im Rosenthal-Park. Grundsätzlich tue man viel für die Jugend, so etwa im Wavegarden, dem Pumptrack sowie dem Flowtrail auf dem Goldberg. Und mit dem Bike-Park auf dem Kornberg biete man eine weitere gute "Handy-Alternative". Um den steigenden Bedarf an Kindertagesplätzen zu befriedigen, beginnt nach Angaben des Oberbürgermeisters im Frühjahr der Bau des Kindergartens in Erkersreuth. Geplant sei zudem eine Kindertagesstätte im Jahnstadion.

Senioren: Auch der Seniorenbeirat sei sehr wertvoll für Selb. Mit dessen Arbeit seien die älteren Menschen gut vertreten. Zudem plane die AWO eine Seniorenanlage im Jahnstadion.

Ortsteile: Gerade mit seinen 13 Ortsteile sei Selb gut aufgestellt. Deswegen investiere man auch, so etwa in Straßen oder in die Feuerwehren. Auch habe die Stadt das Gebäude am Ortseingang von Spielberg gekauft. Dort solle, um den Ort vom Verkehr zu entlasten, ein Areal für die Radler entstehen, die auf den Kornberg wollten.

Pötzsch rief die Bürger auf, die vielen Veranstaltungen im kommenden Jahr wahrzunehmen. "Nutzen Sie die Angebote, und gestalten Sie die Stadt mit. Freuen wir uns auf ein aufregendes Jahr."

 

Anerkennung und Dank für vier Bürger

Eine Stadt lebt vom Engagement ihrer Bürger. Und für ihren ganz besonderen Einsatz hat Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch drei Männer und eine Frau mit der Verdienstmedaille der Stadt ausgezeichnet: Im Rosenthal-Theater überreichte er die Medaille und die von Reinhard Wiedenbeck gefertigte Porzellanurkunde an Gerlinde Weber, Anton Meißner, Reinhard Steeger und Thomas Rucker.

Den Anfang machte Pötzsch mit Anton Meißner. "Unser Tony" habe einen großen Anteil am Erfolg des Spielmanns- und Fanfarenzuges. In über 45 Jahren aktiver Mitgliedschaft war er laut Pötzsch zwölf Jahre Vorsitzender und hat das Ensemble "mit Verstand und Fleiß" aus teils schwierigen Zeiten manövriert und mit Weitsicht geführt. 40 Jahre war Meißner Tambourmajor, außerdem jahrzehntelang Übungsleiter Marschtrommel. "Er hat in dieser Zeit Dutzenden von Nachwuchsspielern den richtigen Rhythmus beigebracht", sagt Pötzsch. Meißner stehe der Vereinsführung heute noch mit Rat und Tat zur Seite, auch wenn er seine aktive Karriere beendet habe.

Als "Macher" bezeichnete Pötzsch Thomas Rucker. Der habe als Mitglied der Geschäftsleitung die Brandschutztechnik Godeck-Rucker zu einem der Marktführer in Bayern gemacht. Außerdem sei Rucker als Organisator an vielen Veranstaltungen und Projekten beteiligt gewesen, so etwa am Gewerbeskulpturenpark, der Kunstmeile, den ersten beiden Kunstnächten oder der Buchwald-Weihnacht. Viele Ausstellungen mit Bildern berühmter Künstler und große Konzerte habe Rucker ebenfalls veranstaltet. Zudem war er im Forum "Selb erleben" engagiert und vier Jahre Mitglied im Selber Stadtrat.

Einen "Leuchtturm im Ehrenamt unserer Stadt" nannte Pötzsch den Vorsitzenden des FGV-Ortsverbandes Selb-Plößberg, Reinhard Steeger. Dieses Amt bekleide er seit 25 Jahren und habe es in diese Zeit immer geschafft, Menschen zur Mitarbeit zu motivieren. Pötzsch lobte die Nachwuchsarbeit und die Vereinsabende des Selb-Plößberger FGV. Steeger gehe immer mit gutem Beispiel voran und packe mit an, so etwa beim Meilerfest.

Gleich in zwei Bereichen war Gerlinde Weber aktiv. 28 Jahre gehörte sie dem Vorstand der Siedler an, davon zehn Jahre als stellvertretende Vorsitzende und bis 2018 als Vorsitzende. "Sie hat die Siedlergemeinschaft mit viel Leben erfüllt, lobte Pötzsch. Sie habe Siedlerfahrten organisiert, das "Café 65" und das Christbaumsingen zum ersten Advent ins Leben gerufen. Pötzsch zählte auch die vielen anderen Veranstaltungen zusammen mit den anderen Plößberger Vereinen auf: Wiesen-, Hut- und Schmugglerfest oder den Plößberger Advent. Zudem gehörte Weber von 1988 bis 2018 dem Kirchenvorstand der evangelischen Kirchengemeinde Erkersreuth/Selb-Plößberg an, davon 24 Jahre als Vertrauensfrau, und habe in ihrer Amtszeit vier Pfarrer und Diakone erlebt. Als Vertrauensfrau sei sie an führender Stelle in die Gemeindeleitung eingebunden gewesen. In Vakanzzeiten habe sie die Belange der Gemeinde vertreten. Und auch im kirchlichen Bereich hat Gerlinde Weber laut Pötzsch viele Veranstaltungen und Feste federführend organisiert. "Ihr unermüdlicher, leidenschaftlicher und nachhaltiger Einsatz für die Belange und Interessen der Kirchengemeinde in 30 Jahren verdient höchste Anerkennung", lobte der Oberbürgermeister. Er bat die Geehrten zusammen mit ihren Ehepartnern auf die Bühne, wo sich die Träger der Verdienstmedaille ins Goldene Buch eintrugen.

Im Namen der vier Geehrten dankte Thomas Rucker für die Auszeichnung. Es sei allen eine Freude gewesen, sich für die liebens- und lebenswerte Stadt zu engagieren. Die Medaille sei eine Ehre und kleine Belohnung. Obwohl es die gar nicht gebraucht hätte: "Wir alle haben es gerne getan."

 

Anna-Lena I. übernimmt Regentschaft

Anna-Lena I. heißt die neue Porzellankönigin des Vereins Porzellanstraße. Im bürgerlichen Leben heißt die neue Majestät Anna-Lena Beyer und kommt aus Rehau. Sie ist 24 Jahre alt und studiert im Masterstudiengang Betriebswirtschaftslehre in Bamberg. Oberbürgermeister Pötzsch begrüßte die neue Königin zusammen mit ihrer Vorgängerin Anne-Sophie I. beim Neujahrsempfang ganz besonders, weil "heute der Tag der Kronenübergabe" ist. Er freue sich auf ein erfolgreiches Jahr mit vielen gemeinsamen Terminen. Das Publikum begrüßte Anna-Lena I. mit langem Beifall.

 

"Selbcontrol" heizt richtig ein

Dass das Publikum beim Neujahrsempfang begeistert klatscht und laut mitsingt, hat es noch nicht gegeben. Bei "Selbcontrol" war das anders. Christian Pich (Saxofon, Gesang) Stefan Pitterling (Bass, Gesang, Michael Angermann (Gitarre/Gesang) und Georg Amon (Schlagzeug) brachten frischen Wind in den sonst so getragenen musikalischen Teil des Empfangs. "Don‘t Matter Now" von George Ezra, dem Klassiker "Old Time Rock ’n’ Roll" von Bob Seeger und "Mighty Quinn" von Manfred Mann lockerten die Stimmung auf, brachten die Gäste zum Klatschen und Mitsingen. Die vier Musiker hatten zudem eine Liebeserklärung an ihre gemeinsame Heimatstadt parat: Angelehnt an die "Spider Murphy Gang" sangen die Vier "Sommer in Selb Stadt". Und die entscheidende Passage heißt: "Selb, meine Stadt, in dir werd’ ich alt."

 

Pötzsch lobt die Engagierten

Vor großem Publikum (seit sechs Jahren ist der Neujahrsempfang nicht nur für geladene Gäste) dankte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch den vielen Ehrenamtlichen in der Stadt. So beispielsweise Reinhold Brandwein, der über 30 Jahre Kommandant der Heidelheimer Feuerwehr ist, oder dem Forum "Selb erleben", das heuer bei der Aktion "Selber helfen Selbern" ein Rekordergebnis von 12 200 Euro eingenommen hat. Sein Dank galt auch den Mitarbeitern im Rathaus, allen voran Hans Jäger, die den Empfang organisierten sowie der Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM), der Kulmbacher Brauerei, der Andres GmbH und Joe Schusser, die die Kosten für Musik und Bewirtung übernahmen.

Freuen wir uns auf ein

aufregendes Jahr.


zitat

 

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch

 

 

 

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
13. 01. 2019
18:10 Uhr

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13. 01. 2019
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