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Selb kauft das Kino-Center

Der Stadtrat stimmt am Mittwochabend mit 15 zu acht Stimmen für die Übernahme. Selber Firmen sagen 180 000 Euro Unterstützung zu.



Das seit dem 30. April geschlossene Kino-Center Selb wird weiter betrieben - und zwar von der Stadt Selb. Das hat der Stadtrat beschlossen. Foto: Florian Miedl
Das seit dem 30. April geschlossene Kino-Center Selb wird weiter betrieben - und zwar von der Stadt Selb. Das hat der Stadtrat beschlossen. Foto: Florian Miedl  

Selb - Die Stadt Selb übernimmt das Kino-Center, kauft Inhaber Michael Thomas das Gebäude und gesamte Inventar ab und wird ab dem Jahreswechsel 2019/2020 ein eigenes kommunales Kino betreiben. Dafür haben in der Stadtratssitzung am Mittwochabend die Fraktionen der Aktiven Bürger und der SPD gestimmt, dagegen die Fraktion CSU/Freie Wähler Selb. Dass die Abstimmung im Sinne von Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch ausging, dafür waren mehrere Zahlen und die Kompromissbereitschaft der Aktiven Bürger ausschlaggebend. Zu Beginn der Diskussion gab Pötzsch nämlich bekannt, dass die Selber Unternehmen Vishay, Netzsch und Rapa sowie die Energieversorgung Selb-Marktredwitz 180 000 Euro für den Umbau des Kinos zugesagt haben. Außerdem haben nach Pötzschs Worten die Rapa und das Unternehmen von Investor Patrick Müller, die Firma Munitor, zugesagt, sich mit einem jährlichen Betrag von jeweils 5000 Euro am Kinobetrieb zu beteiligen.

Außerdem gingen die Aktiven Bürger auf eine Forderung der SPD ein: Deren Fraktionssprecher Walter Wejmelka hatte deutlich gemacht, dass man zustimmen werde, wenn der städtische Anteil an den Umbaukosten auf maximal 80 000 Euro gedeckelt wird. Nach eineinhalb Stunden Diskussion signalisierte der Fraktionssprecher der Aktiven Bürger, Dr. Klaus von Stetten, Zustimmung. Das Ergebnis der Abstimmung brachte dem Stadtrat den Beifall der etwa 30 Zuhörer ein.

Durch dieses Abstimmungsergebnis ergibt sich folgender zeitlicher Ablauf: Der Inhaber des Kino-Centers hat zugesagt, dass er das Kino-Center wieder öffnet. Und zwar ab dem vierten Quartal 2018 bis nach den Grenzlandfilmtagen 2019. Im Mai 2019 wird die Stadt das Gebäude kaufen. Der Kaufpreis von 350 000 Euro wird in zwei Raten fällig: 200 000 Euro am 1. Mai 2019, die weiteren 150 000 Euro am 1. Januar 2020.

Zu den geschätzten Umbaukosten von 300 000 Euro, die für den Umbau und die Neuausrichtung des Kinos vorgesehen sind, steuert die Stadt 80 000 Euro bei, dazu kommen die 180 000 Euro Sponsorengelder der Selber Wirtschaft. Die verbleibende Finanzierungslücke von 40 000 Euro soll in den nächsten Monaten mit weiteren Sponsorengeldern gestopft werden. Allerdings, so die einhellige Meinung des Stadtrates, soll dies auch Aufgabe der neuen Mitarbeiterin sein, die ihr Konzept für das Kino in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt hatte - und deren Name auch am Mittwoch noch immer nicht genannt wurde.

Zu Beginn der Sitzung hatte Oberbürgermeister Pötzsch erneut stehend in der Mitte der Sitzungstische für das kommunale Kino gekämpft. Viele Selber seien für den Erhalt des Kinos, darunter der Jugend- und der Seniorenbeirat, der VdK, viele Schülerinnen und Schüler und das Filmtageteam. Er wiederholte die Möglichkeiten, die sich mit einer Neuausrichtung ergäben: ein Bistro, Spezialaktionen mit Themenkino, Sondervorstellungen oder Live-Übertragungen. Viel Unterstützung habe er eben auch von Selber Firmen bekommen, die das Kino als weichen Standortfaktor sähen.

Walter Wejmelka (SPD) betonte, dass seine Fraktion immer für das Kino gewesen sei. Allerdings seien die Risiken groß. Von den Stadträten sei Mut gefordert worden, allerdings müssten die Risiken überschaubar bleiben. Seine Fraktion plädiere für eine Deckelung der Ausgaben beim Umbau auf 80 000 Euro. Allerdings machte er auch deutlich, dass die SPD bei der weiteren Planung klare Zahlen und Fakten erwartet. Auch Rudolf Kirschneck und Kai Hammerschmidt sprachen sich für eine Deckelung aus. Wolfgang Kreil, Fraktionssprecher von CSU/FWS, ließ keinen Zweifel daran, dass das vorgelegte Konzept nicht überzeugend und die von Pötzsch gelieferten Daten nicht aussagekräftig genug seien. Vereine in der Stadt müssten mit einem Investitionskostenzuschuss von elf Prozent auskommen. "Der Erhalt des Kinos ist wünschenswert, aber die Stadt Selb hat schon eine Reihe von Einrichtungen, deren Defizit und Risiko sie alleine trägt." Unterstützung erhielt Kreil von Dr. Hermann Friedl, der sich für die Sportvereine ebenso viel Unterstützung wie für das Kino wünschte. Dr. Klaus von Stetten (Aktive Bürger) sagte, das Engagement der vielen Bürger, Vereinigungen und der Firmen mache deutlich, wie wichtig das Kino für Selb sei. Und er zeigte sich sicher, dass sich noch mehr Unterstützer für das Kino finden werden.

Ein ausführlicher Bericht über die Diskussion folgt in unserer nächsten Ausgabe.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
16. 05. 2018
22:10 Uhr

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