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Selb

Selber besuchen ihr Schulprojekt

Vertreter des Vereins "Leben und Lernen in Kenia" überzeugen sich von den Fortschritten in Kenia. Inzwischen betreuen die Mitarbeiter in Nakuru 450 Kinder.



Ein Blick auf eines der Schulgebäude in Nakuru, das der Verein gebaut hat. Im Vordergrund ist eine Schülermannschaft mit gespendeten Trikots der Spielvereinigung Selb zu sehen.	Fotos: pr.
Ein Blick auf eines der Schulgebäude in Nakuru, das der Verein gebaut hat. Im Vordergrund ist eine Schülermannschaft mit gespendeten Trikots der Spielvereinigung Selb zu sehen. Fotos: pr.   » zu den Bildern

Selb - Es geht offensichtlich gut voran: Bei einem Besuch ihres Schulprojekts haben sich Mitglieder des Vereins "Leben und Lernen in Kenia" (LLK) in den Rhonda-Slums in Nakuru im Norden Kenias von den großen Fortschritten überzeugt. Der Projektleiter vor Ort, Kenneth Branda, war dabei nach Mitteilung des Vereins die Informationsquelle Nummer eins. Branda berichtete demnach, das mittlerweile etwa 450 Kinder aus dem Slum in Rahmen des Projektes betreut und versorgt werden.

Die Schulgebäude mit acht Klassenzimmern und einem Verwaltungs- und Hygienetrakt seien fertig und würden von 240 Kindern belegt. Das pädagogische Konzept des Vereins, nur 30 Kinder in einer Klasse zu unterrichten, werde demnach konsequent umgesetzt. Branda unterstrich, dass dies zu sehr guten Schulerfolgen führe. So könnten viele LLK-Kinder in den regionalen Tests vordere Plätze im kenianischen Ranking erreichen. Dies führe auch dazu, dass sehr viele Kinder nach der Primary School die Highschool besuchen könnten und anschließend sogar das kenianische Abitur, die Zugangsberechtigung für die Universität, erreichten.

In den staatlichen Schulen werden bis zu 70 oder 80 Kinder in einer Klasse unterrichtet, schreibt der Verein. Die Schulgebäude seien oft in einem desolaten Zustand. Dagegen sorge der Verein LLK dafür, dass die eigenen Schulgebäude in einem baulich stets guten Zustand seien.

Die Selber Delegation konnte sich bei dem Besuch vom guten Zustand der Schulgebäude und der nagelneuen Küche überzeugen, heißt es in der Mitteilung. In der Küche werde für die Jungen und Mädchen täglich das Essen bereitet. Erfreut waren die Selber, zu erfahren, dass alle Arbeiten von Handwerkern und Firmen vor Ort erledigt wurden. Ein Bauunternehmer habe sogar begonnen, das Projekt selbst mit respektablen Spenden zu unterstützen. Das freute die Sponsoren sehr. Dies zeige, dass auch die reiche Oberschicht in Kenia langsam Verantwortung für die Ärmsten übernehme.

Dass dies dringend nötig ist, zeige der Umgang mit der Schulpflicht. Zwar müsste jedes Kind in Kenia, genau wie in Deutschland, zur Schule gehen - es besteht Schulpflicht. Dennoch bleibe vielen Kindern eine schulische Ausbildung verwehrt, weil sich die Eltern weder Schulgeld noch die Schuluniform und Schulbücher leisten könnten. So sei der Kampf gegen den Analphabetismus nur teilweise erfolgreich. In Nakuru leben derzeit etwa 700 000 Menschen - rund 500 000 in den zahlreichen Slums. Wie viele davon eine gründliche Schulbildung genossen haben, sei aber schwer feststellbar, sagte Branda. Die Auswahl der Schülerinnen und Schüler für das LLK-Projekt geschehe in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Strukturen.

In Kenia leben etwa 40 unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Die Chefs dieser Stämme haben vor Ort großen Einfluss und sind große Helfer für das Projekt, wenn sie intensiv in die Arbeit eingebunden sind. Mit ihrer Hilfe organisiert der Verein vor Ort die Auswahl der Kinder, die im Projekt aufgenommen werden. Die Stammeschefs schlagen aus ihrer Gemeinschaft die Kinder vor, die eine Hilfe am dringendsten nötig haben. Die Eltern, meist die Mütter der ausgewählten Kinder, helfen intensiv bei der Arbeit. So kommen täglich mehrere Mütter, die beim Kochen, bei der Essensausgabe und der landwirtschaftlichen Arbeit auf dem Schulfeld helfen.

Mittlerweile beschäftige der Verein neun Lehrkräfte in der Schule und im Kindergarten sowie weiteres Personal für den Unterhalt und die Verwaltung. Auch diese Arbeitgeberfunktion sei sehr wichtig, weil sie feste Beschäftigungsverhältnisse für die Menschen schaffe. Die Arbeitslosigkeit in den Slums sei extrem hoch.

Branda stellte auch die weiteren Planungen in Nakuru vor. So werde man als Nächstes einen Speisesaal errichten, um die Essensausgabe und das Essen selbst aus der derzeit noch genutzten, zu kleinen Wellblechhütte wetterfester unterzubringen. Auch ein separates Gebäude für den Kindergarten und die Kinderkrippe werde die Anlage dann abrunden.

Dass sich die Kinder wohlfühlen, konnten die Besucher feststellen. Die Mitarbeit im Unterricht, die Fröhlichkeit und Freundlichkeit im Umgang miteinander beeindruckten die Selber sehr. Ihre eigenen Patenkinder trafen die Gäste natürlich mit besonderer Herzlichkeit. Eine Patenschaft für einen Jungen oder ein Mädchen aus dem Rhonda-Slum kostet jährlich 240 Euro. Davon werden alle Kosten für Schule, Nahrung und Kleidung für ein Kind beglichen.

Abschließend bedankten sich die Gäste bei einem gemeinsamen Essen mit den Beschäftigten für deren hervorragende und engagierte Arbeit.

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Veröffentlicht am:
07. 06. 2018
17:20 Uhr

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