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Selb

Selber genießen Frühlingsgefühle

Das Benefizkonzert für den Langen Teich findet bei bestem Badewetter statt. Das Rosenthal-Theater ist trotzdem gut gefüllt. Das bringt dem Förderverein 3000 Euro ein.



Insgesamt 3000 Euro brachte das Benefizkonzert zugunsten des Selber Waldbads ein. Darüber freuten sich (von rechts) Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Schirmherrin Inge Aures, Roland Schneider und Martina Wirth als Vorsitzende des Fördervereins Langer Teich, Roland Graf vom Team der Organisatoren, Maximilian Grötsch, der das Porträt für die Sängerin geschaffen hatte, Veranstalter und Moderator Markus Rinderspacher, die Musikerinnen Franziska Rabl und Susanna Klovsky sowie Walter Wejmelka, der ebenfalls an der Organisation beteiligt war. Fotos: Uwe von Dorn
Insgesamt 3000 Euro brachte das Benefizkonzert zugunsten des Selber Waldbads ein. Darüber freuten sich (von rechts) Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, Schirmherrin Inge Aures, Roland Schneider und Martina Wirth als Vorsitzende des Fördervereins Langer Teich, Roland Graf vom Team der Organisatoren, Maximilian Grötsch, der das Porträt für die Sängerin geschaffen hatte, Veranstalter und Moderator Markus Rinderspacher, die Musikerinnen Franziska Rabl und Susanna Klovsky sowie Walter Wejmelka, der ebenfalls an der Organisation beteiligt war. Fotos: Uwe von Dorn   » zu den Bildern

Selb - Blauer Himmel, über 20 Grad Lufttemperatur, Sonnenschein: Bei bestem Badewetter hat am Sonntagnachmittag das Benefizkonzert für das Selber Waldbad Langer Teich stattgefunden. Und weil die Selber ihren "Lago" lieben, haben sie sich trotz Kaiserwetters in die dunkle Kühle des Theaters begeben. Was sie dort zu hören bekamen, wärmte allerdings die Herzen und zauberte strahlendes Lächeln auf die Gesichter: "Es muss was Wunderbares sein", lautete der Titel der Veranstaltung. Und - um das Fazit gleich vorwegzunehmen - es ist auch etwas ganz Wunderbares geworden.

Sopranistin Franziska Rabl und Pianistin Susanna Klovsky eröffneten mit dem gleichnamigen Titel aus dem Singspiel "Im weißen Rößl" von Ralph Benatzky das Konzert. Dass die Bühne in den Stadtfarben beleuchtet wurde, passte gut zum Anlass: Die beiden Künstlerinnen haben gern auf ihre Gage verzichtet, um dem Förderverein des Waldbads unter die Arme zu greifen. Damit würdigten sie das bürgerschaftliche Engagement in der Stadt; die Menschen setzen sich für das ein, was ihnen lieb ist.

Franziska Rabl gastiert derzeit am Theater Hof. Für sie war es also ein Katzensprung, nach Selb zu kommen. Anders war die Anreise für Susanna Klovsky, die frisch aus Kuba kam, wo sie in Havanna aufgetreten war. Den Jetlag merkte man ihrem luftig-leichten Spiel aber nie an. Gemeinsam zauberten die Damen Frühlingsgefühle in die Herzen ihrer Zuhörer; und bunt wie der üppige Blumenstrauß neben dem Flügel war auch das Publikum. Sogar ein Fanbus aus München war gekommen, um die zwei Künstlerinnen zu beklatschen.

Und den Moderator und Gastgeber Markus Rinderspacher. Der war es, der bei seiner Radtour im Sommer vergangenen Jahres die Idee hatte, den Förderverein des Waldbads zu unterstützen. Franzsika Rabl, die Markus Rinderspacher als "Stimme meines Herzens" vorstellte, ist seine Lebensgefährtin. Und obwohl die meisten ihn als Landespolitiker kennen, sollte das Theater "eine politikfreie Zone" bleiben. So ganz ging das dann doch nicht; Schirmherrin und Landtagsvizepräsidentin Inge Aures erinnerte in einer kurzen Ansprache an den Förderbedarf für die Sanierung der bayerischen Schwimmbäder und ihre Notwendigkeit. Sie dankte den Besuchern, deren Eintrittsgeld ungekürzt dem Langen Teich zugute kommt.

Der ist übrigens in den 1920er-Jahren als Schwimmbad eingerichtet worden, und etwa aus dieser Zeit stammten auch die Lieder des Konzertes. Aus Werken von Komponisten wie Leo Fall, Franz Lehár und Oscar Straus, die als Begründer der Silbernen Operettenära gelten - und unter den Nazis litten.  Ihre Lieder aber machten über den „Volksempfänger“ Furore, beispielsweise aus Straus’ Stück „Eine Frau, die weiß, was sie will“. Trotz des ernsten Hintergrunds bestechen die Melodien bis heute. „Heut könnt einer sein Glück bei mir machen“ aus Falls „Madame Pompadour“ erklingt noch immer auf zahllosen Bühnen. Und „Es muss was Wunderbares sein“ haben die Sportfreunde Stiller in die Welt der Popmusik gehoben.

"Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" von Friedrich Hollaender kennt seit 1930 jeder; berühmt gemacht hat es Marlene Dietrich. Und starke Frauen waren auch das zentrale Thema des Benefizkonzertes. "Warum soll eine Frau kein Verhältnis haben?", fragte nach Zarah Leander auch Franziska Rabl keck - die übrigens auch als "Fesche Lola" eine gute Figur machte. Und obwohl man bei "So oder so ist das Leben" sofort Hildegard Knefs Stimme im Ohr hat: Den Vergleich muss die Sopranistin Rabl nicht scheuen.

Am Ende bedankten sich die Vorsitzenden des Fördervereins Martina Wirth und Roland Schneider bei den Musikerinnen mit einem Porträt, das Fachschüler Maximilian Grötsch gefertigt hatte, und auch Porzellangeschenke gab es. "Ohne Porzellan kommt aus Selb keiner raus", sagte Walter Wejmelka augenzwinkernd, der mit Roland Graf und weiteren Mitstreitern das Konzert organisiert hatte. Die Kassiererin des Fördervereins, Lisa Schneider, nahm schließlich einen Scheck über 2720 Euro entgegen, den Markus Rinderspacher auf 3000 Euro aufrundete. "Wenn der Terminteufel nicht zuschlägt, beginnen diese Woche die Arbeiten an den Kabinen im Waldbad", versprach Roland Schneider. Auch das etwas ganz Wunderbares.

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Tamara Pohl
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Veröffentlicht am:
10. 04. 2018
16:54 Uhr

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Tamara Pohl

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Veröffentlicht am:
10. 04. 2018
16:54 Uhr



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