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Selb

Selbs Innenstadt wird sich verändern

Bis spätestens 2023 wird sich das Zentrum der Porzellanstadt vollkommen gewandelt haben - vieles wird abgerissen, vieles gebaut. Der Bebauungsplan macht die Veränderungen deutlich.



Selb - "Wir arbeiten an Selb 4.0." Diesen Satz wiederholt Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch oft und gerne. Was sich dahinter verbirgt, zeigt sich an dem Bebauungsplan, den der Stadtrat Ende Mai einstimmig auf den Weg gebracht hat. Dass sich die Selber Innenstadt stark verändern wird, dürfte den meisten Bürgern durchaus schon bewusst geworden sei. Allerdings sind die Umwälzungen vielleicht doch um einiges größer, als viele glauben.

"Die Innenstadt wird sich verändern", sagen Pötzsch und Bauamtsleiter Helmut Resch im Gespräch mit der Frankenpost. Grundsätzlich basiere der neue Bebauungsplan auf drei Säulen.

 

A. Masterplan: Der Masterplan für die Selber Innenstadt, an dessen Entwicklung die Selber Bürger in den Jahren 2016 und 2017 in Workshops, Gesprächsrunden und Stadtspaziergängen mitgearbeitet haben, ist laut Pötzsch das Grundgerüst, in den die Wünsche und Ideen der Selberinnen und Selber eingeflossen sind.

Und es gebe ja auch schon erste Umsetzungen: die Ludwig-Passage etwa oder auch das kommunale Kino, mit dem die Idee eines Designcafés umgesetzt werde, zählt Pötzsch auf. Dazu gebe es zwei kommunale Förderprogramme: zum einen für Fassaden, das zweite gegen Leerstände. Vor allem dieses zweite Förderprogramm stellt Helmut Resch in den Vordergrund. Denn dort werden nach seinen Worten erstmals echte Zuschüsse aus der Förderoffensive Nordostbayern an die Hausbesitzer ausgegeben - und das bis zu 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Einzige Auflage: Die Antragsteller müssen sich an die Gestaltungsfibel der Stadt halten. Angeboten werden auch Beratungsgespräche. "Das wird gut nachgefragt", sagt Resch. Laut OB Pötzsch liegen über 20 Anfragen vor, 15 Gespräche wurden bereits geführt, ein Vertrag abgeschlossen - mit den neuen Besitzern des Anwesens "Farben-Bauer" in der Schlossstraße.

 

B. Bayerisch-tschechische Freundschaftswochen: Auch in die Planungen und dann in die Ausführung dieser Großveranstaltung im Jahr 2023 fließen nach Pötzsch Worten etliche Projekte und Investitionen ein, die die Stadteingänge und die Innenstadt aufwerten. Hier sehe man schon erste Ansätze: etwa die Haus-Abrisse in der Weißenbacher Straße. Im Jahr 2020 werde der Marienplatz eine große Baustelle: Dort entsteht dann ein Kreisverkehr.

Weiter Projekte sind der Zentrale Omnibus-Bahnhof hinter dem Brauhaus sowie die Umgestaltung des Goetheplatzes vor dem Bahnhof, die Aufwertung des Rosenthal-Parks und

des Grafenmühlweihers (wir berichteten) sowie die Renaturierung des Selbbaches und der Bau eines Wasserspielplatzes.

 

C. Die Investitionen der Munitor-Gruppe: "Natürlich müssen wir die Pläne von Munitor-Geschäftsführer Patrick Müller bei unseren Planungen berücksichtigen", sagen Pötzsch und Resch. "Das muss zusammenpassen." Dennoch richte man die "Neue Mitte" nicht ausschließlich an den Vorstellungen des Investors aus. "Unsere Aufgabe ist es, Strukturen zu schaffen, die das Zentrum aufwerten, die aber auch zu allen Eventualitäten passen", sagen Oberbürgermeister und Bauamtsleiter. Mit anderen Worten: Der Bebauungsplan soll auch Bestand haben und umsetzbar sein, falls die Munitor nicht an ihren derzeitigen Plänen, etwa für das ehemalige Kaufhaus Storg, festhalten sollte.

Allerdings steht die Aufstellung des Bebauungsplanes noch ganz am Anfang. Wie Resch erläutert, wurde der Bebauungsplan aus dem städtebaulichen Entwurf erarbeitet - samt Festsetzungen und Begründungen. Grundlage dafür war ein städtebaulicher Wettbewerb, dessen Ergebnisse im April 2018 in den Gängen des Rathauses präsentiert worden waren. Eine Jury hatte dann die besten Aspekte aus den einzelnen Wettbewerbseinsendungen ausgewählt und ein Büro den städtebaulichen Entwurf entwickelt. "Wir sprechen hier also von zwei bis zweieinhalb Jahren Vorarbeit für die ,Neue Mitte’ ", sagt Pötzsch. Der im Mai vom Stadtrat abgesegnete Planentwurf ging nun an die Träger öffentlicher Belange, dazu gehören auch die Nachbarkommunen, und wurde öffentlich gemacht. Das ist die erste Auslegung. Die eingehenden Anregungen und Bedenken werden dann wieder im Stadtrat beraten und eingearbeitet, ehe der Bebauungsplan zum zweiten Mal ausgelegt wird. Erst nach dieser zweiten Auslegung kann der Bebauungsplan als Satzung beschlossen werden.

Pötzsch und Resch legen großen Wert darauf, dass die "Neue Mitte" nicht vom gerade entstehenden Outlet-Center abhängig ist. "Wir legen für das Kerngebiet der Stadt Nutzungen fest, die eine gesunde Mischung ergeben", sagt Resch. So etwa als innerstädtischer Versorgungsbereich auf bestehenden und genehmigten Flächen oder Wohnnutzung in bestehenden und neuen Bauten. "Das alles ist nicht auf Patrick Müller zugeschnitten, sondern so flexibel, dass wir allen Veränderungen begegnen können", macht Pötzsch deutlich.

Umgesetzt werden können die Pläne Schritt für Schritt, versichern Pötzsch und Resch, eventuell auch mit verschiedenen Investoren. Klar sei aber auch, dass der Stadtrat nichts aus der Hand gibt. Mit Investoren werde ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen, der klare Regeln vorgebe, sagt Ulrich Pötzsch. "Und über jeden einzelnen Schritt entscheidet der Stadtrat."

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
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