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Selb

Speck-Besteck und klasse Stimmen

Zum vierten Mal findet der Selber Voice-Workshop statt. Die Ferienaktion endet mit einem großen Konzert am Donnerstag.



Mit viel Freude sind die Jugendlichen beim Voice-Workshop dabei. Gesangspädagoge Martin Danes versteht es, die Teilnehmer zu begeistern.
Mit viel Freude sind die Jugendlichen beim Voice-Workshop dabei. Gesangspädagoge Martin Danes versteht es, die Teilnehmer zu begeistern.   » zu den Bildern

Selb - Von wegen Langeweile in den Sommerferien: In der sechsten und letzten Ferienwoche legen 27 Kinder und Jugendliche im vierten Selber Voice-Workshop zum Endspurt los. Und das fetzt im Lutherheim! Vier Tage lang, von Montag bis Donnerstag, proben die acht- bis 16-Jährigen unter professioneller Leitung. Am Donnerstag um 15 Uhr steigt das Lampenfieber. Die Teilnehmer gehen auf die Bühne und zeigen, was sie können. Das hörte sich am Dienstagvormittag schon sehr ordentlich an.

Sänger und Gesangspädagoge der Bayerischen Ferienakademie, Martin Danes, versteht es zu begeistern, mitzureißen, zu schulen und die jungen Sänger zu guten Leistungen zu führen. In zwei Stuhlreihen sitzen die Mädchen und Jungen. Ein Bassist im jugendlichen Alter mitten unter ihnen. Morgens um zehn Uhr klopfen die Schüler munter auf ihre Arme und Ellenbogen, auf Knie und Fuß. Den Mund formen sie auf Anweisung des Gesangspädagogen "wie ein Goldfisch". Die Einsing-Übung, "Dua-Dua-Du", in verschiedenen Tonlagen, in kleinen Gruppen und wieder zusammen, trainiert die Stimmen. "Jeder setzt ein, wann er will, aber keiner singt so wie die Nachbarin" fordert Danes und schnippt schwungvoll zu einzelnen Sängern in der großen Runde. Eine Hand auf der Klaviertastatur, eine frei zum Dirigat, mit den Augen den aufgeweckten Chor fest im Blick. Beim nächsten Song dürfen die Mädchen gerne "noch hysterischer singen", sagt er. Nicht ganz wie ein "Schlumpfinenchor", aber frech, und leicht überreizt soll es klingen. Die Mädchen, einige mit guter Vorbildung in verschiedenen Chören, verstehen schnell und setzen präzise um. "So gut wie in diesem Jahr waren wir noch nie. Am zweiten Tag singen wir schon mehrstimmig", freut sich auch Katharina Osterwald. Mit Lucia Hausladen steht sie hinter den Kindern und verstärkt mal die Kinderstimmen, mal die Älteren in der zweiten Stimme.

Der Bassist hält sich tapfer. Martin Danes singt ihm vor, gibt Zeichen mit der Hand und gibt auch ihm Hilfestellung. Die Stimmen, den Rhythmus, die Aussprache und die Töne leitet Danes an, gibt hilfreiche Tipps, spornt an hört auf die Details. "Ein Wort will ich noch mit euch besprechen", sagt er. Das Wort heißt "bist". Das "t" am Ende soll "ausgefranst" werden. Danes macht es vor. Das Wort klingt kräftig und wird gesungen bis zu dem Buchstaben, der am Ende steht und dort nicht stört.

Die Workshop-Teilnehmer lernen, ihre Zunge zu kontrollieren. Dafür gibt es einen einfachen Satz: "Wer hat das Speck-Besteck zu spät bestellt". Rhythmisch, wieder in verschiedenen Gruppen, mal in Zeitlupe und mal blitzschnell, sagen die 27 aufmerksamen Teilnehmer den Satz auf.

Annett Kotterer, Vorsitzende des Diakonievereins Selb, verfolgt das Einzel- und Chortraining. "Manche Kinder sind schon mehrfach beim Voice-Workshop dabei, und sie werden immer besser", stellt sie fest. Zudem freut sie sich über die Kooperation mit dem Paul-Gerhardt-Haus. Ein paar Schritte vom Lutherheim entfernt bekommen die Sänger und Pädagogen ein warmes, mehrgängiges Mittagessen. "Wenn wir gegessen haben, stellen wir einfach unsere Teller zusammen und gehen wieder zur Probe", sagt Kotterer. Ihr Dank gilt natürlich den Leitern des Workshops und ebenso den Mitarbeitern im Paul-Gerhardt-Haus und allen Spendern und Kunden im Andreas-Laden. Nur durch die Erlöse aus dem Andreas-Laden könne der Viertages-Workshop zu einem erschwinglichen Preis angeboten werden.

Das große Finale, das Abschlusskonzert am Donnerstag um 15 Uhr im Lutherheim, soll ein Fest werden. Und nach dieser Leistung, vier Tage lang konzentriert mitzumachen und intensiv zu proben, auf jüngere Teilnehmer Rücksicht zu nehmen und Texte zu lernen, auch in Englisch, freuen sich die Akteure natürlich auf ein riesengroßes Publikum und viel Applaus. Der Eintritt ins Lutherheim zum Abschlusskonzert ist frei.

Autor

Silke Meier
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 09. 2018
16:32 Uhr

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04. 09. 2018
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