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Selb

Sperre muss sein, Strafe kann sein

Der Parkplatz am Hallenbad wird mit Bäumen und Pfosten geteilt. Das soll Autofahrer daran hindern, die Anwohner zu belästigen. Eine Satzung sieht auch Bußgelder vor.



So sieht das Provisorium auf dem Hallenbad-Parkplatz aus. Im Frühjahr wird die Stadt hier Bäume Pflanzen und Pfosten setzen.	Foto: Florian Miedl
So sieht das Provisorium auf dem Hallenbad-Parkplatz aus. Im Frühjahr wird die Stadt hier Bäume Pflanzen und Pfosten setzen. Foto: Florian Miedl  

Selb - Die Bewohner der Kappel sollen künftig wieder ruhig schlafen können. Mit zwei Maßnahmen will die Stadt dafür sorgen: Der Parkplatz gegenüber des Hallenbades wird baulich geteilt. Und denjenigen, die sich dort aufhalten, schreibt eine Benutzungsordnung vor, was sie zu tun und zu lassen haben. Diesem Vorschlag der Stadtverwaltung hat der Stadtrat in der Sitzung am Mittwoch geschlossen zugestimmt.

Was sich in den vergangenen Wochen als Provisorium an der Einfahrt bewährt hat, soll im Frühjahr dann auf Dauer installiert werden: Eine "Einengung", sprich: Sperre für Autos. Sie teilt den Parkplatz in ein unteres Drittel in Richtung Bahnhof und zwei Drittel stadtauswärts. Auf beiden Seiten soll jeweils ein Baum gepflanzt und um ihn herum einige Granitfindlinge platziert werden. Den verbleibenden Durchgang, der etwa sieben Meter breit sein wird, werden dann Pfosten für Autofahrer abriegeln. Die Pfosten können Mitarbeiter des Bauhofes herausnehmen, wenn sie etwa Schnee räumen.

Sollte diese Maßnahme immer noch nicht reichen, um Raserei und Lärm auf dem Parkplatz zu verhindern, so haben Anwohner und Stadt nun eine Handhabe in Form einer Benutzungsordnung. "Sich so zu verhalten, dass kein anderer gefährdet, geschädigt oder mehr als nach den Umständen vermeidbar belästigt oder behindert wird", heißt es in Paragraf 2. Wer sich nicht an diese Vorgabe hält, der kann vom Platz verwiesen werden oder muss gar mit einem Bußgeld rechnen, weil er eine Ordnungswidrigkeit begangen hat.

"Die Satzung alleine bringt noch gar nichts", stellte Dr. Klaus von Stetten, Sprecher der Aktiven Bürger, vor. Sie greife nur, wenn die Anwohner Anzeige erstatten und die Polizei tätig wird. "Am liebsten hätten wir keine Satzung", sagte er. Doch Appelle an die Vernunft hätten nicht gefruchtet.

Dass es nun zu der beschlossenen Lösung gekommen ist, reklamierte Carsten Hentschel für seine Fraktion CSU/Freie Wähler: "Erst auf unsere Initiative hin sind nun Maßnahmen ergriffen worden." Die kämen im Übrigen mit etwa 2000 Euro gar nicht teuer. Wichtig sei, dass die Satzung auch das "große Problem Lärmbelästigung" erfasse. Hentschel hofft, dass sich nun auch die Lage im Schönwalder Weg entspanne. Dort, wie auch am Hallenbad-Parkplatz, hatten vorwiegend jüngere Autofahrer mit Raserei und Lärm die abendliche Ruhe gestört.

"Es geht nicht darum, einen Generalverdacht gegen Jugendliche oder Tuner auszusprechen", betonte Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Viel mehr müssten einfach diejenigen herausgefiltert werden, die sich nicht ordentlich benehmen können. Seit die Stadt die Parkplatzeinfahrt provisorisch gesperrt hat, sei es übrigens an der Kappel schon ruhiger geworden.
Dass mit den beschlossenen Maßnahmen nicht automatisch Ruhe eintrete in der Porzellanstadt, darauf verwies Walter Wejmelka, Sprecher der SPD-Fraktion: "Wir müssen uns bewusst sein, dass sich das Problem nun auf andere Bereiche in der Stadt verlagern wird." Dass in den vergangenen Monaten die Ordnungshüter kaum vor Ort sein konnten, um das Fehlverhalten zu ahnden, ist für ihn "ein Effekt der glorreichen Schließung unserer Polizeiinspektion".

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Wolfgang Neidhardt
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Veröffentlicht am:
22. 12. 2017
17:21 Uhr

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Wolfgang Neidhardt

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Veröffentlicht am:
22. 12. 2017
17:21 Uhr



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