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Studenten planen für "Stadt Selb - Asch"

Junge Leute aus mehreren EU-Ländern treffen sich im Feierabendhaus. Eine Woche lang erarbeiten sie Vorschläge, wie die Nachbarn gemeinsam in die Zukunft gehen könnten.



Im Rosenthal-Feierabendhaus präsentierten Studierende aus zwölf europäischen Ländern ihre Ideen für die "Europastadt Selb - Asch".	Fotos: Florian Miedl
Im Rosenthal-Feierabendhaus präsentierten Studierende aus zwölf europäischen Ländern ihre Ideen für die "Europastadt Selb - Asch". Fotos: Florian Miedl   » zu den Bildern

Selb/Asch - Im Rahmen des Jubiläums "Bauhaus 100" haben Studenten von Universitäten und Hochschulen aus zwölf Ländern in Selb bei dem internationalen Workshop "Architektur und Städtebau. Selb - Asch, vereint durch die Grenze" zusammengearbeitet. Der Fokus lag auf der Entwicklung von Ideen für eine "Europastadt Selb - Asch". Die Initiative dafür ging vom Kunstverein Hochfranken Selb aus, federführend betreut wurden die Studierenden aus Dresden, den Niederlanden, aus Schweden, Frankreich, der Tschechischen Republik und Polen von Professorin Dipl.-Ing. Angela Mensing-de Jong von der TU Dresden sowie ihren jeweiligen Dozenten.

In sieben Gruppen erarbeiteten die angehenden Architekten und Städteplaner Konzepte zu verschiedenen Themen, in denen Selb und Asch enger zusammenarbeiten und somit gestärkt in die Zukunft gehen könnten. Die Firma Rosenthal hatte dazu das Gropius-Werk am Rothbühl, vor allem aber das Feierabendhaus samt viel gelobtem Catering zur Verfügung gestellt. So konnten die Studenten inspiriert vom Genius Loci im Geiste Philipp Rosen-thals und des Bauhaus-Gründers Walter Gropius in aller Ruhe - Tag und Nacht, wie zu hören war - arbeiten.

"Wir haben hier hervorragende Bedingungen vorgefunden", lobte daher Professorin Mensing-de Jong bei der abschließenden Präsentation der Ergebnisse. Die sieben Teams waren, wie sie erläuterte, absichtlich international bunt gemischt zusammengestellt worden. Die Studierenden hatten zunächst beide Nachbarstädte - Selb und Asch - besichtigt, ebenso wie das Gebiet dazwischen und sich einen Eindruck verschafft. Dann machten sie sich, ihrem jeweiligen Thema gemäß, an die Arbeit.

Eine der Gruppen stellte unter dem Titel "Creactiv Cities" die Jugend in den Fokus. Was könnten, ja müssten beide Städte leisten, um junge Leute, die der Region meist schnell den Rücken kehrten, zurückzuholen? Nachteile auf beiden Seiten der Grenze wie zum Beispiel Leerstände alter Industrieanlagen, sollten in Vorteile umgewandelt werden, schlugen die Studenten vor. Im Fall der Leerstände hieße das etwa: Man sollte den jungen Leuten leer stehende Fabriken kostenlos zur Verfügung stellen, damit sie dort Start-ups gründen könnten. Allerdings beinhaltete der Vorschlag ebenso, diese Nutzung nach entsprechender Zeit zu überprüfen und den "Mietern" die Räume gegebenenfalls wieder wegzunehmen, wenn sie nicht entsprechend genutzt würden.

Auch für den Standort in Selb haben die Studierenden eine Idee entwickelt, die die grenzüberschreitenden Verbindungen ihrer Ansicht nach verbessern könnten. Die Fachschule für Design, so meinten sie weiter, sollte in die Gebäude am Rothbühl umziehen, um dort - im Geiste des Bauhauses - unter dem Titel Rosenthal School of Arts & Crafts das "Heart of Design" (Herz des Designs) in der Mitte zwischen Selb und Asch zu bilden; außerdem läge der Standort näher am Bahnhof und wäre so von Studenten aus der tschechischen Nachbarstadt besser zu erreichen.

"Eine Fülle von Eigenschaften lief in dieser Woche höchst positiv zusammen und bescherte uns einen besonders großen Mehrwert bei der Schaffung einer gemeinsamen Identität für diese Grenzregion", freute sich Hans-Joachim Goller als Sprecher des Kunstvereins Hochfranken Selb bei der Präsentation. Die jungen Mitbürger aus Mitgliedsländern der EU hätten beim Arbeiten mit einer Vielfalt an Herangehensweisen und Lösungsansätzen nur so vor Ideen gesprüht. Auch in puncto Nachhaltigkeit könne das Projekt mithalten. Goller: "Vielleicht schaffen wir es, im Herbst in irgendeiner Form eine Dokumentation der Ergebnisse herauszubringen."

Finanziell hatte die gemeinnützige Gesellschaft "Selb 2023" den Workshop unterstützt. Deren Geschäftsführerin Christine Schlockermann sagte, es gehöre ja zu den Aufgaben von "Selb 2023", Menschen zusammenzubringen und ihnen Plattformen für Begegnungen zu bereiten. "Eine solche Plattform hatten die Studenten jetzt in Selb und Asch." Und zu den Workshopteilnehmern sagte sie: "Ich freue mich über Ihre Vorschläge, die als Inspirationen in unsere Ideen für 2023 einfließen können."

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Kerstin Starke
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Veröffentlicht am:
02. 04. 2019
17:16 Uhr

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Kerstin Starke

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Veröffentlicht am:
02. 04. 2019
17:16 Uhr



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