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Tina Pinkert kümmert sich ums Geld

Die 37-Jährige übernimmt die Kämmerei der Stadt Schönwald. Sie wird Nachfolgerin von Hans Rahm, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht.



Tina Pinkert übernimmt die Kämmerei von Hans Rahm, der Ende des Jahres nach 40 Jahren bei der Stadt Schönwald in Ruhestand geht. Foto: Andreas Godawa
Tina Pinkert übernimmt die Kämmerei von Hans Rahm, der Ende des Jahres nach 40 Jahren bei der Stadt Schönwald in Ruhestand geht. Foto: Andreas Godawa  

Schönwald - "Ich möchte für die Stadt Schönwald das Bestmögliche erreichen", sagt Tina Pinkert. Dafür sitzt sie jetzt auch auf dem richtigen Posten: Die 37 Jahre alte erfahrene Verwaltungsexpertin ist nämlich die Nachfolgerin von Hans Rahm, der die Kämmerei seit 1997 führt. Ihre neue Aufgabe geht sie mit viel Herzblut an. "Es geht darum, die Herausforderungen, die sich der Stadt stellen, gerade die finanziellen, zu bewältigen und das Optimum rauszuholen."

Seit dem 1. August ist Tina Pinkert Mitarbeiterin der Stadt Schönwald. Für ihre Aufgabe ist sie bestens ausgebildet. Geboren in Werdau bei Zwickau studierte sie in Meißen von 2000 bis 2003 an der Fachhochschule allgemeine Verwaltung, übernahm anschließend einen Job in der Verwaltung der TU München in Garching sowie danach beim dortigen Walter-Meißner-Institut.

Im Jahr 2009 zog sie mit ihrem Mann, der ebenfalls in Meißen studiert hat, nach Bad Elster. Er arbeitet dort bei der Stadt, sie bekam einen Posten beim Landesamt für Umwelt in Hof, ehe sie 2012 Kämmerin in Regnitzlosau wurde. Zwei Jahre später wurde Tina Pinkert dort geschäftsleitende Beamtin. Das Ehepaar Pinkert hat drei Kinder - zehn, acht und drei Jahre alt.

Die Stadt Schönwald suchte schon seit Längerem einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für den erfahrenen Hans Rahm. Zweimal hatte die Verwaltung den Posten ausgeschrieben, "beim zweiten Mal habe ich mich gemeldet", sagt die neue Kämmerin. Sie erweitere gerne ihren Blick und mache etwas Neues. "Man kann immer was dazulernen", lautet ihr Credo. "Die Welt dreht sich weiter. Und wenn man sich nicht mitdreht, fällt man runter."

Im Moment arbeitet sich Tina Pinkert in die Schönwalder Verwaltung ein. "Ich muss mich natürlich erst mal zurechtfinden", sagt sie. Denn theoretisch sei die Arbeit in allen Verwaltungen zwar gleich, praktisch gebe es aber von Stadt zu Stadt große Unterschiede.

Sie versuche jetzt auch, die Stadt Schönwald und ihre Bürger kennenzulernen. So habe sie sich schon ein bisschen umgesehen, das Freibad, die Schule und die Bücherei besucht, ebenso die Gemeindehäuser, die Wasserversorgung und weitere Einrichtungen. "Man muss alles gesehen haben, um mitreden zu können."

Die Aufgaben, die in Schönwald auf sie warten, sind nach ihrer Meinung ähnlich gelagert, wie in anderen Städten vergleichbarer Größenordnung. "Straßen zum Beispiel müssen überall saniert werden. Und die Kosten sind auch überall gleich. Die Unterschiede liegen im Detail."

Den Haushalt einer Kommune könne man mit einem Topf vergleichen: "Alles, was ich an einer Stelle ausgebe, fehlt an einer anderen." Wichtig sei deswegen der Gesamtblick auf die Finanzen. "Man muss kreativ sein, um mit den vorhandenen Mitteln das Beste zu erreichen." Und genau das ist es, was Tina Pinkert "Spaß macht".

Grundsätzlich fühlt sich Tina Pinkert aber schon sehr wohl und sagt, sie sei von Kollegen und Bürgern sehr positiv empfangen worden.

Für ihren Vorgänger Hans Rahm beginnt am 1. Januar 2019 die Freistellungsphase der Altersteilzeit. 1978 trat er in die Dienste der Stadt Schönwald. Damit dürfte er mit zu den erfahrensten Verwaltungsangestellten im weiten Umkreis gehören. Zuvor hatte Rahm Industriekaufmann bei der Firma Lamilux gelernt und war anschließend bei der Bundeswehr.

Sein Aufgabenfeld bei der Stadt war zunächst die Abrechnung der Strom-, Wasser- und Kanalgebühren sowie der Mieten der städtischen Häuser. Nach und nach bildete sich Rahm fort und arbeitete sich in die EDV ein. Seine ersten Haushalte stellte er in den Jahren 1994 und 1995 auf. Zwei Jahre später übernahm er die Kämmerei.

Geändert hat sich in den 40 Jahren einiges. So habe die EDV, um die sich Rahm seit Anfang der 1980er-Jahre ebenfalls kümmerte, vieles erleichtert. Er erinnert sich noch an die Abrechnungen der Umsatzsteuer auf Papier.

Der Kämmerer Rahm hat aber auch die mageren Zeiten erlebt. Als die Gewerbesteuer in den Jahren 2002 und 2003 einbrach, hat ihm das viele schlaflose Nächte beschert. Und auch das eine Jahr ohne genehmigten Haushalt sei schwierig gewesen. Inzwischen stehen die Stadt Schönwald und andere Kommunen wieder besser da, sicher auch wegen der Konsolidierungshilfen des Freistaats. Ein bisschen stolz macht Hans Rahm, dass der Haushalt 2018 der erste seit 20 Jahren ist, bei dem er ohne Kreditaufnahme auskommt und sogar noch eine Zuführung an die Rücklage verbuchen kann. "Ich musste es mir viermal anschauen, weil ich es nicht glauben konnte."

Im Ruhestand freut er sich aufs Angeln an seinen zwei Teichen, auf Radtouren mit Freunden und auf viel Bewegung in der Natur.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
13. 09. 2018
16:44 Uhr

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13. 09. 2018
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