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Selb

Trigema bleibt vorerst in Selb

Inhaber Wolfgang Grupp hat den Vertrag mit Rosenthal vorerst bis März verlängert. Die Umsätze im Testgeschäft sind seiner Aussage nach massiv gestiegen.



Wolfgang Grupp, Geschäftsführer und Inhaber von Deutschlands größtem Sportbekleidungshersteller Trigema, bleibt mit seinem Testgeschäft mindestens bis März im Rosenthal-Outlet in Selb. Foto: Patrick Seeger/dpa
Wolfgang Grupp, Geschäftsführer und Inhaber von Deutschlands größtem Sportbekleidungshersteller Trigema, bleibt mit seinem Testgeschäft mindestens bis März im Rosenthal-Outlet in Selb. Foto: Patrick Seeger/dpa  

Selb/Burladingen - Überraschende Wende in Sachen Trigema: Das baden-württembergische Textilunternehmen bleibt vorerst im Rosenthal-Outlet in Selb. Wie der alleinige Inhaber und Geschäftsführer Wolfgang Grupp auf Nachfrage der Frankenpost am Sonntag sagte, hat er die Kündigung zurückgenommen. Das Testgeschäft in Selb will er zunächst bis März weiter betreiben.

Im August war bekannt geworden, dass Trigema den Mietvertrag für das Selber Testgeschäft, wie die Verkaufsstellen bei Trigema heißen, zum 31. Dezember gekündigt hat. Als Gründe hatte Grupp damals den nicht zufriedenstellenden Umsatz, die mangelnde Kundenfrequenz und die schlechte Lage im zweiten Stock des Outlets am Philip-Rosenthal-Platz genannt.

Zumindest die Umsatzzahlen haben sich aber - nach der Berichterstattung - deutlich verändert. Wie der 76 Jahre alte Unternehmer am Sonntag sagte, haben sich seit Bekanntwerden der Pläne viele Menschen an ihn gewandt und darum gebeten, den Betrieb in Selb weiterzuführen. Und das Erstaunliche: Auch die Umsätze sind nach Grupps Aussage massiv gestiegen: "Wir verzeichnen Umsatzzuwächse um die 40 Prozent. Und das nicht nur in einer Woche, sondern konstant." Habe man in den Monaten zuvor einen Umsatz von 10 000 bis 11 000 Euro erwirtschaftet, liege man nun bei 15 000 bis 16 000 Euro. "Das hat mich schon gewundert."

Er sei jetzt so mit der Rosenthal GmbH verblieben, dass der Mietvertrag bis Ende März verlängert wird, "eventuell auch länger". Zudem verhandle man derzeit darüber, ob Trigema nicht andere Flächen im Outlet-Center bekommen kann.

Grupp hatte im Sommer die Lage seines Testgeschäftes im zweiten Stock bemängelt. Möglicherweise zeichne sich eine Lösung ab, das Geschäft ins erste Obergeschoss oder ins Erdgeschoss zu verlegen. Grundsätzlich sei er kein Händler, sondern Produzent, sagt Grupp. "Ich verdiene mein Geld in der Produktion." Damit bezahle er die Löhne seiner rund 1200 Mitarbeiter. In den Trigema-Testgeschäften verkauft Deutschlands größter Hersteller von Sportbekleidung seine Ware zum Händler-Einkaufspreis. "Wir machen dort keinen zusätzlichen Gewinn." Mit den Testgeschäften habe Trigema die Handelsfunktion übernommen. Insgesamt unterhält das Unternehmen in Deutschland maximal 45 Testgeschäfte

Nach Selb sei er gekommen, weil der "Platzhirsch", nämlich Hutschenreuther, bei ihm angefragt habe. Die Lage damals sei auch gut gewesen. Nach den Konkursen von Hutschenreuther und später der Rosenthal AG, habe man nur die Räume im zweiten Stock bekommen. Zwar habe man in Selb keine roten Zahlen geschrieben, dennoch sei die Kundenfrequenz eben nicht gut gewesen.

Noch im Sommer hatte Grupp das Selber Geschäft als das schlechteste des Unternehmens bezeichnet. Deswegen habe man sich damals entschlossen, den Mietvertrag zu kündigen: "Ein Standort muss rentabel sein." Und wenn er das nicht sei, müsse man sich eben rechtzeitig darüber Gedanken machen, ob man ihn aufgebe. Diese Überlegungen hätten natürlich auch mit dem immer stärker werdenden Online-Geschäft zu tun. "Wir müssen verantwortungsbewusst handeln", sagt der Unternehmer aus dem schwäbischen Burladingen.

Auf jeden Fall stehe man mit Rosenthal in Verhandlungen über neue Verkaufsflächen. Sollten die ein gutes Ergebnis bringen, könne er sich auch vorstellen, längerfristig am Standort Selb zu bleiben.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
07. 10. 2018
18:44 Uhr

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