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Selb

Trigema schließt in Selb

Jetzt ist es endgültig: Das Textilunternehmen kündigt seine Flächen im Rosenthal-Outlet. Firmenchef Wolfgang Grupp nennt als Grund die schlechten Umsatzzahlen.



Am 11. Januar schließen sich die Türen des Trigema-Testgeschäftes in Selb endgültig.
Am 11. Januar schließen sich die Türen des Trigema-Testgeschäftes in Selb endgültig.   Foto: Florian Miedl

Selb/Burladingen - Die Tage des Trigema-Shops im Rosenthal-Outlet in Selb sind offensichtlich gezählt. Wie Firmenchef Wolfgang Grupp auf Nachfrage der Frankenpost erklärt, schließt das Testgeschäft, wie Trigema seine Shops nennt, zum 11. Januar 2020 seine Pforten.

Firmengeschichte

Trigema mit Sitz im Burladingen wurde 1919 gegründet und ist nach eigenen Angaben Deutschlands größter Hersteller von Sport- und Freizeitbekleidung. Vom Garn bis zum versandfertigen Produkt realisiert das Unternehmen alle Produktionsstufen im eigenen Haus. Seit 1969 gab es im Unternehmen weder Kurzarbeit noch betriebsbedingte Entlassungen.

"Das Geschäft in Selb ist nach wie vor das schlechteste", sagt der Geschäftsführer der baden-württembergischen Traditionsmarke. Vor einem Jahr hatte ein Umsatzwachstum den Unternehmer noch dazu bewogen, am Standort Selb festzuhalten. Allerdings habe sich die Entwicklung nicht wie gehofft fortgesetzt oder stabilisiert, sagt der 77 Jahre alte Grupp. Vielmehr seien die Umsätze in den Folgemonaten wieder zurückgegangen. Im abgelaufenen Jahr habe Trigema in Selb Umsatzeinbußen von rund acht Prozent hinnehmen müssen. Somit liege der Shop in Selb am untersten Ende der Rangfolge der insgesamt 45 Testgeschäfte in Deutschland.

 

Das Jahr 2019 habe man "auch der Mitarbeiter zuliebe" aufgrund der anfänglich guten Vorzeichen noch durchgehalten, aber jetzt sei die Situation klar.

Außerdem komme dem Online-Handel eine immer größere Bedeutung zu, ist sich Grupp sicher. Der stationäre Handel wird nach seiner Meinung nicht zulegen. "Und natürlich muss ich als Unternehmer rechtzeitig reagieren", macht der Inhaber deutlich.

Zwar werde er versuchen, an der maximalen Zahl von 45 Trigema-Shops festzuhalten, allerdings eben nur an guten Standorten. Möglicherweise könnten es auch ein oder zwei weniger werden.

Im August 2018 hatte der Betrieb des Testgeschäftes schon einmal auf der Kippe gestanden. Auch damals hatte Wolfgang Grupp die schlechte Umsatzsituation ins Feld geführt. Hintergrund der Entscheidung war auch die besondere Philosophie Grupps, der alleiniger Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Burladingen im Zollernalbkreis ist. "Wir verdienen unser Geld in der Produktion", sagt der Firmenchef. Damit bezahle er die Löhne seiner 1200 Mitarbeiter. In seinen Testgeschäften verkauft Trigema seine Ware zum Händler-Einkaufspreis. Produziert wird ausschließlich in Deutschland.

Schon 2018 hatte Grupp die Lage der Ladenflächen im zweiten Stock des Rosenthal-Outlets kritisiert. Ein guter Standort muss nach seinen Worten auf jeden Fall ebenerdig sein und nach Möglichkeit an einer Hauptverkehrsstraße in einem Urlaubsgebiet liegen.

Als nach der Berichterstattung über die anstehende Schließung der Umsatz in Selb wieder stieg, hatte Wolfgang Grupp den Mietvertrag zunächst bis März 2019 verlängert - auch im Hinblick auf die eigentlich von Rosenthal geplante, allerdings nicht genehmigte Erweiterung des Outlets.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
19:08 Uhr

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
19:08 Uhr



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