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Selb

Wasser bald ganz ohne Chlor

Die ESM schließt den Umbau im Wasserwerk Reichenbach ab. Ab Weihnachten kann komplett auf die Chlorung verzichtet werden.



Freuen sich über den Abschluss der Arbeiten im Wasserwerk Reichenbach (von links): Andreas Lammer, Geschäftsführer der Firma Hydrotec, Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, ESM-Wassermeister Helmut Johannes-Schütz und der Technischer Leiter der ESM, Andi Sprenger. Foto: pr.
Freuen sich über den Abschluss der Arbeiten im Wasserwerk Reichenbach (von links): Andreas Lammer, Geschäftsführer der Firma Hydrotec, Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch, ESM-Wassermeister Helmut Johannes-Schütz und der Technischer Leiter der ESM, Andi Sprenger. Foto: pr.  

Selb - Es ist geschafft: In den vergangenen Monaten hat die Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM) das Wasserwerk in Reichenbach bei laufendem Betrieb modernisiert. "Unser Ziel lautet: chlorfrei bis Ende 2020. Dazu stellen wir die Wasseraufbereitung in beiden Wasserwerken für Selb auf ein natürliches Verfahren um, das mit Licht und speziellen Filtern reinigt", erläutert Geschäftsführer Klaus Burkhardt.

Die Wasseraufbereitung

Das Wasserwerk Reichenbach bereitet Wasser aus dem Gewinnungsgebiet Lauterbach-Reichenbach auf und speichert es im Hochbehälter Erkersreuth. Das Wasser stammt aus fünf Tiefbrunnen und drei Quellfassungen. Das Wasser hat den Härtegrad "weich". Von Reichenbach wird das Versorgungsgebiet "Selb-Ost" versorgt: östlich einer Linie Reichenbach/Christian-Höfer-Ring, einschließlich der Ortsteile Wildenau, Lauterbach, Prex, Buchwald, Längenau und Silberbach. Das geförderte Wasser wird im Werk zunächst in einem Zwischenbehälter gesammelt. Von dort fördern zwei Pumpen das Wasser in einen Riesler. Dadurch wird das Wasser mit Sauerstoff angereichert. Anschließend durchläuft es die Entsäuerung, bestehend aus zwei parallel arbeitenden Filtern. Dadurch wird Kohlensäure entfernt, die auf Dauer die Rohrleitungen angreifen könnte. Bisher gelangte das Wasser anschließend unter Zugabe von Chlor in den Reinwasserbehälter, von dort ging es ins Leitungsnetz Richtung Erkersreuth. Jetzt durchläuft das Wasser die neue Filteranlage. Kern der Ultrafiltrationsanlage sind 20 spezielle Membranen. Sie bestehen aus Hunderten kleiner Filterröhrchen. Durch diesen Kniff hat jede einzelne Membran eine Filteroberfläche von etwa 60 Quadratmetern. An der rauen Oberfläche der Röhrchen lagern sich ultrakleine Schwebstoffe an, die bei der regelmäßigen Spülung entfernt werden. Nach der Ultrafiltration wird das Wasser mit UV-Licht desinfiziert, das Mikroorganismen abtötet.


Wie es in einer Mitteilung der ESM heißt, ist die Umstellung in Reichenbach nun abgeschlossen. Seit Montag tut eine hochmoderne Ultrafiltrationsanlage gemeinsam mit einer UV-Anlage ihren Dienst im Wasserwerk nördlich von Selb. "Wir werden die Chlorbeigabe in zwei Schritten reduzieren", erläutert ESM-Betriebsingenieur Christian Fischer, der das Projekt beim kommunalen Versorger betreut. "Und wir beginnen damit, die zugefügte Menge um ein Drittel zu verringern. Das werden einige Einwohner bereits bemerken."

Ein enges Monitoring stellt die einwandfreie Wasserqualität sicher, heißt es in der Mitteilung weiter. Voraussichtlich noch vor Weihnachten gehöre die Zugabe von Chlor in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt im Wasserwerk Reichenbach der Vergangenheit an. Für die neue Wasseraufbereitung ohne Zusätze hat die ESM demnach insgesamt rund 250 000 Euro investiert, für Oberweißenbach plant der Wasserversorger eine ähnlich hohe Summe ein. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits parallel, voraussichtlich im Frühsommer starten dort die Arbeiten.

Beim Lebensmittel Nummer eins mache die ESM keine Kompromisse: "Wir versorgen rund 10 000 Haushalte und Betriebe in der Region mit hochwertigem und sauberem Trinkwasser", sagt Klaus Burkhardt. Auch wenn in Reichenbach künftig nicht mehr chemisch, sondern mit Hilfe von Filtern und UV-Licht desinfiziert werde, müsse die Sicherheit des Lebensmittels zu jeder Zeit gewährleistet sein. Bereits nach der Ultrafiltration ist das Wasser so rein, dass es trinkbar ist, schreibt die ESM. "Die nachgeschaltete UV-Anlage reinigt zusätzlich, außerdem ist sie doppelt aufgebaut. So sind wir immer auf der sicheren Seite", sagt Burkhardt. Auf diese Weise könne die ESM sicherstellen, dass stets einwandfreies Wasser das Werk verlässt. "Dazu hat sich auch das Gesundheitsamt des Landratsamts Wunsiedel konstruktiv und frühzeitig ins Projekt eingebracht", betont er. Sollte im kilometerlangen Verteilnetz doch einmal eine Verunreinigung auftreten, könne die ESM mit einer mobilen Desinfektionsanlage punktuell dagegen vorgehen.

Im Frühjahr 2019 hatten die Vorarbeiten im Wasserwerk Reichenbach begonnen. Über den Sommer wurden die Anlagen im Keller auf ihre Position manövriert. "Seit Mitte Oktober läuft alles im Probebetrieb, also ohne Anbindung an das Trinkwassernetz", erläutert Christian Fischer. Im Zentrum stand dabei das Zusammenspiel zwischen bestehender Aufbereitungsanlage und neuer Reinigungstechnik: Denn das vorgereinigte Wasser wird mit Druck durch die Membrane der Ultrafiltrationsanlage gepumpt. "Um die Leistung der Entsäuerungsanlage nicht zu beeinträchtigen, dürfen wir immer nur so viel Wasser entnehmen, wie gerade am Ausgang zur Verfügung steht, nicht mehr und nicht weniger", sagt Christian Fischer. Dazu bedarf es einer exakten Steuerung, denn die Förderleistung schwankt täglich, je nach aktuellem Bedarf in Selb. Bis zu 100 Kubikmeter Wasser können in der Anlage in Reichenbach pro Stunde gefördert und gereinigt werden. Aktuell verlassen rund 70 Kubikmeter Wasser stündlich das Werk - rund 440 Badewannenfüllungen. Überwacht wird das Ganze zentral rund um die Uhr aus der ESM-Netzleitstelle.

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Veröffentlicht am:
22. 11. 2019
16:22 Uhr

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22. 11. 2019
16:22 Uhr



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