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Selb

Wejmelka will's wissen

Der Fraktionsvorsitzende der Selber SPD kandidiert für den Posten des Oberbürgermeisters. Sein Ortsverband steht hinter ihm, die Mitglieder zeigen sich begeistert.



Tritt als Oberbürgermeister-Kandidat der Selber SPD an: Walter Wejmelka. Bei der Nominierungsversammlung am Mittwochabend kürte ihn der Ortsverein einstimmig. Foto: Andreas Godawa
Tritt als Oberbürgermeister-Kandidat der Selber SPD an: Walter Wejmelka. Bei der Nominierungsversammlung am Mittwochabend kürte ihn der Ortsverein einstimmig. Foto: Andreas Godawa  

Selb - Mit geballten Fäusten steht Walter Wejmelka am Ende der Nominierungsversammlung am Mittwoch da, schwört die Selber SPD-Mitglieder und Kandidaten ein auf einen intensiven Wahlkampf. "Mit Herz und Verstand und mit viel Lust auf Selb", gibt er als Maxime aus. Die Sozialdemokraten honorieren seine fast eineinhalbstündige Rede mit stehendem Applaus, küren ihn in der Gaststätte "Eisstadion" ohne Gegenstimme zu ihrem OB-Kandidaten.

Zur Person

Walter Wejmelka ist 60 Jahre alt und ein "waschechter Selber", aufgewachsen in Erkersreuth. Nach Schulzeit und Wehrdienst studierte er BWL, Fachrichtung Tourismus, in München und ist seit 35 Jahren als Touristik-Betriebswirt tätig. Der früher Eishockeyspieler ist seit zwölf Jahren im Selber Stadtrat, seit zehn Jahren Fraktionsvorsitzender, seit sechs Jahren Mitglied des Kreistag und zudem beratendes Mitglied im Ortsvereins-Vorstand.

 

Kämpferisch präsentiert sich der 60 Jahre alte Stadtrat. "Mit breiter Brust" wolle er hinausgehen in den inzwischen doch recht kurzen Wahlkampf. Und er schafft es mit seiner Präsenz, seiner sachbetonten Art und seiner engagierten Argumentation die Mitglieder mitzureißen, sie einzuschwören auf das gemeinsame Ziel: den Posten des Oberbürgermeisters.

 

Ganz offensichtlich sind die Selber SPD sehr erfreut über die Kehrtwende in Sachen OB-Kandidatur. Noch im November bei der Nominierung der Stadtratskandidaten hatte Wejmelka postuliert: "Wir gehen ohne OB-Kandidaten in den Wahlkampf." Die Reaktionen auf diese Ankündigung "speziell aus der Bevölkerung", so Wejmelka am Mittwoch, seien so nachhaltig und auffordernd gewesen, "dass wir die Köpfe nochmal zusammenstecken mussten". Viele persönliche und berufliche Dinge seien noch zu klären gewesen. Mit der Rückendeckung seiner Lebensgefährtin, seines Arbeitgebers und der SPD sowie den ermutigenden Rückmeldungen aus der Bevölkerung sei die Entscheidung jetzt gefallen. "Ich traue es mir zu", bekannte Wejmelka. Seinen Wahlkampfstil begründete er mit seiner sportlichen Vergangenheit als Eishockeyspieler: als Teamspieler, mit Leidenschaft, mit Respekt vor dem Gegner, aber auch kampfbereit und mit der Lust, gewinnen zu wollen.

Für die Stadt Selb sei das Jahr 2023 ein entscheidendes Datum, auch wenn die Wahlperiode sechs Jahre dauere: Bis zu den bayerisch-tschechischen Freundschaftswochen (BTFW), die eine riesige Chance für die Stadt seien, stünden in Selb große Projekte an, die entweder fertig gestellt, begonnen oder geplant werden müssten.

Er halte jedem Mitbewerber zugute, dass er das Beste für die Stadt wolle und die Ansätze in Sachen Eishalle, Schulen, Kindertagesstätten, Altenpflege, Wirtschaftsstandort, Ortsteile und Tourismus ähnlich seien. Aber man müsse clever mit dem Zeitdruck umgehen. Beim Outlet, der Neuen Mitte oder den BTFW wolle er nichts über den Haufen schmeißen, auch mit ihm als OB bleibe die Stadt ein verlässlicher Vertragspartner. "Aber wir werden auf das Kleingedruckte in den Verträgen schauen und die Rechte der Stadt im Auge behalten." Und die Bürger müssten informiert werden. Die wollten verbindlich wissen, wie die Verkehrsverbindungen und die Häuser aussehen. "Wir dürfen das Gesicht der Stadt nicht verkaufen." Mit ihm als OB werde es auch ein Veto geben.

Zum Outlet sagte der Kandidat, dass man allen Investoren einen roten Teppich ausrolle, "drüberlaufen müssen sie aber selbst". Die Munitor-Gruppe werde sich auch daran messen lassen müssen, ob das Outlet wie angekündigt bis Herbst 2020 fertig ist. Auch im Bürgerpark müsse es bis Herbst 2020 einen deutlich erkennbaren Fortschritt geben, immerhin sei die Stadt dort mit der Bücherei auch Vertragspartner.

Sollte er Oberbürgermeister werden, werde er im Januar 2021 eine Klausurtagung des Stadtrates einberufen, in "der Tacheles geredet" werden soll. Das könne auch bedeuten, dass man sich von einem Detailprojekt trennen müsse.

Im Zusammenhang mit den Freundschaftswochen wolle er das inzwischen sehr gute Verhältnis zu den tschechischen Nachbarn weiterführen, wobei Wejmelka in diesem Zusammenhang Amtsinhaber Pötzsch lobte. Nichtsdestotrotz seien die von Horst Seehofer versprochenen Freundschaftswochen kein Geschenk, sondern die "Wiedergutmachung verfehlter Strukturpolitik" in Bayern. Und gerade bei den BTFW gebe es noch viel zu tun. Bis Anfang 2021 wolle er genau wissen, was wann und wo geschehen soll. Und dann müsse man prüfen, "Was packen wir noch?" Das Problem sei nicht finanzieller Natur, sondern organisatorischer. Es gehe um die bürokratischen Hürden, die abgebaut werden müssten. Dazu müsse man in München und Bayreuth anklopfen, eventuell auch bei Ministerpräsident Markus Söder.

Zu den beiden Outlets in Selb sagte der Kandidat, dass beide wichtig seien. Vor dem Hintergrund des laufenden Rechtsstreits sprach er sich für eine Harmonisierung aus. Vorantreiben wolle er auch die Wirtschaftsförderung, deren personelle Ausstattung und Ausrichtung er optimieren und verändern wolle. Zudem brauche Selb dringend Wohnraum, eventuell mit Werkswohnungen mit den Unternehmen. Deutlich positionierte sich Wejmelka in Sachen Erhalt des Krankenhauses, Erweiterung der Designfachschule, Polizei, der Zustimmung zum Autohof und dem Bikepark auf dem Kornberg.

All diese Ziele wolle er mit Pragmatismus und Nüchternheit angehen, kündigte aber auch an, nicht "everybody’s darling" sein zu wollen. Das Warmlaufen sei nun abgeschlossen, jetzt gehe es raus in den Wahlkampf.

Unterstützung bekam Wejmelka von der Landtagsabgeordneten Inge Aures, dem Bezirksvorsitzenden Jörg Nürnberger und Landratskandidat Holger Grießhammer. Auf den Punkt brachte die Stimmung der Selber SPD der Ortsvorsitzende Roland Graf: "Wir schicken unseren besten Mann ins Rennen."

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
09. 01. 2020
18:26 Uhr

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09. 01. 2020
18:26 Uhr



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