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Selb

"Wir haben einen Meilenstein gesetzt"

Die Kindersportschule Hochfranken ist eine Erfolgsgeschichte. Seit der Gründung vor fünf Jahren hat Leiterin Tina Weiser ein bayernweit beachtetes Modell geschaffen.



Tina Weiser (rechts) geht voran. Die Kinder und Mitarbeiter folgen ihr mit Begeisterung beim Erfolgsprojekt KiSS. Foto: Wolfgang Neidhardt
Tina Weiser (rechts) geht voran. Die Kinder und Mitarbeiter folgen ihr mit Begeisterung beim Erfolgsprojekt KiSS. Foto: Wolfgang Neidhardt  

Selb - Es ist das erste Jubiläum in der Geschichte der Kindersportschule (KiSS) Hochfranken. Vor fünf Jahren wurde sie ins Leben gerufen, noch unter dem Namen KiSS Selb. Seitdem hat sie eine erstaunliche Entwicklung genommen.

Fünf Jahre KiSS und Jahnplatz ade

Gleich drei Gründe gibt es, am Samstag, 29. Juni, in das Selber Jahnstadion zu kommen:

Die Kindersportschule (KiSS) lädt zur Sportabzeichen-Abnahme und feiert ihr fünfjähriges Bestehen.

Und weil die Turnerschaft sehr guter Hoffnung ist, dass auf ihrem Platz in diesem Jahr noch gebaut wird, heißt es "Ade Jahnstadion". Von 9 bis 12 Uhr nehmen Fachkräfte jungen Leuten im Alter zwischen sechs und 17 Jahren die Sportabzeichen ab. Dazu ist keine Anmeldung nötig.

Von Mittag an laden Turnerschaft und KiSS zum gemütlichen Beisammensein bei Gegrilltem und Getränken. "Jeder aus der Umgebung ist herzlich willkommen", sagt KiSS-Chefin Tina Weiser. "Schließlich wollen wir uns würdig von unserem Jahnstadion verabschieden."

 

 

 

Frau Weiser, welches Schlagwort fällt Ihnen ein zur Entwicklung der Kindersportschule?

Wir haben ein richtiges Goldstück geschaffen und einen Meilenstein gesetzt.

 

Darf man daraus schließen, dass vor fünf Jahren nicht zu erahnen war, wie die KiSS heute dasteht?

Die Gründung war ein Experiment. Denn bisher haben diese Sportschulen vor allem in Großstädten und Ballungsräumen funktioniert. Dort gibt es mittlerweile Wartelisten. Wir aber mussten dorthin gehen, wo Kinder sind.

 

Und Sie haben relativ rasch gesehen, dass es auch hier eine große Nachfrage gibt.

Richtig - vor allem deshalb, weil wir vor allem Kinder rekrutieren, die vorher nicht in Sportvereinen waren. Sie sollen erst einmal lernen, sich zu bewegen - und zwar richtig! Im Übrigen hat sich gezeigt, dass die KiSS keine Konkurrenz, sondern eine hervorragende Ergänzung zur herkömmlichen Turnstunde darstellt. Unsere Mitarbeiter helfen in Selb bei Letzterer auch nach Kräften mit.

 

Zwei Jahre nach der Gründung hieß die KiSS nicht mehr Selb, sondern Hochfranken.

Das war die größte Entwicklungsstufe in unserer noch jungen Geschichte. Der Name zeigt, dass wir in den Landkreisen Wunsiedel und Hof aktiv sind und uns nach den Kindergärten auch in Richtung Schulen geöffnet haben.

 

Ein gänzlich neuer Ansatz, verglichen mit den meisten anderen über 50 Einrichtungen dieser Art in Bayern. Wie ist der zustande gekommen?

Meine Erfahrungen im Sportstudium einschließlich einer gründlichen Standortanalyse haben mich auf die Idee gebracht. Und die Umsetzung fiel relativ leicht von dem Moment an, als wir die Landräte und -kreise mit im Boot hatten. Eine offene Gesprächsrunde in Rehau mit Landrat Dr. Oliver Bär war dafür quasi die Initialzündung. Er - und in der Folge auch sein Kollege Dr. Karl Döhler in Wunsiedel - vermittelten uns dann zu Kindergärten und Schulen und förderten uns nach Kräften.

 

Heißt das, Sie bieten normalen Sportunterricht in Schulen an?

Nein, wir ergänzen das herkömmliche Angebot mit einer zusätzlichen Stunde. Wir knüpfen mit KiSS an: Von der grundsätzlichen Vermittlung von richtiger Bewegung profitieren auch die weniger Talentierten. Wir spielen mit den Kindern unter anderem Paintball, einem taktischen Mannschaftssport, bei dem sich Spieler mit Farbkugeln markieren. Dabei lernen sie beispielsweise: Wenn ich einen Alleingang starte, bin ich draußen. Gemeinsames Vorgehen bringt mich eher und leichter ans Ziel. Ein anderes Spiel ist das von Harry Potter bekannte Quidditch, eine Art magische Mannschaftssportart, geführt mit einem Besen, bei dem alle Punkte sammeln müssen.

 

Ist das nur etwas für Jüngere?

Nein - unser Angebot wird von der ersten bis zur zehnten Klasse angenommen und geschätzt. Neben den Spielen schulen wir die koordinativen Fähigkeiten, bieten Zirkel und Kraftparcours an - und sportmotorische Tests. Dabei wird geprüft, welche Fähigkeiten beim Einzelnen schlecht ausgeprägt sind, und dies dann ausgeglichen - alles natürlich in Absprache mit den Schulleitern. Wir gehen aber auch aus der Halle raus, in die Selber Eishalle oder mit den Wunsiedler Schülern zum Wintersport-Tag.

 

Um dieses Programm über die klassische KiSS hinaus zu bewältigen, sind Sie mittlerweile zu einem kleinen Unternehmen gewachsen.

Ich habe als Ein-Mann-Show angefangen und gemerkt, das funktioniert nicht. Über den Bundesfreiwilligendienst haben wir die Lücken geschlossen. Mittlerweile waren und sind es 15 junge Menschen, die das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) bei uns ableisten - in jedem Jahr ist einer oder eine mehr dazugekommen. Sie bekommen Einblicke in die Arbeit mit Jugendlichen, erhalten so entscheidende Hinweise für ihre Studien- oder Berufswahl. Sie sehen hier, wie das Berufsleben aussieht. Einer ist immer noch ehrenamtlich dabei. Und Henrik Kröniger ist der erste, den die KiSS ermuntert hat, ein duales Sportstudium zu beginnen. So profitieren beide Seiten jahrelang voneinander. Ich hoffe, künftig mehr auf Dual-Studenten und weniger auf FSJler setzen zu können.

 

Fürchten Sie irgendwann einen Personalnotstand?

Nein, es gibt genug Nachfrage. Allerdings müssen wir uns im sechsten Jahr des Bestehens stabilisieren, vielleicht noch ein wenig erweitern. Nun geht es aber darum, die Standorte zu stärken, die von Münchberg über Gattendorf bis Marktredwitz reichen, und effizienter zu arbeiten. Das Team funktioniert, aber wir müssen die Aufgaben besser verteilen. Schließlich betreuen wir derzeit etwa 320 Mädchen und Jungs in Vereinen, Kindergärten und -horten sowie 600 in den Schulen. In einem Schuljahr leisten wir gut 4000 Stunden.

 

Zum Team gehört auch einer, der vor fünf Jahren die Idee der KiSS aufgegriffen und Sie ins Boot geholt hat.

Werner Kraus, bis zum Vorjahr alleiniger Vorstandsvorsitzender der Turnerschaft Selb, hat das Türchen geöffnet. Er hatte sich sehr gut eingelesen - und mit ihm haben wir jemanden, der die Konzepte kennt. Er begleitet die KiSS bis heute, betreut das Personal, ist rund um die Uhr erreichbar und nach wie vor der Antreiber, kurz: Ohne ihn würde es die KiSS nicht geben.

 

Und ohne zahlreiche Sponsoren auch nicht?

Sie tragen etwa 30 Prozent der Kosten. Einige Firmen fördern uns jährlich mit einem festen Betrag; ferner profitieren wir von Spenden von Clubs wie den Lions, Rotariern und vieler kleiner Unternehmen und Förderern. Und das Echo lautet immer: Wie haben gut investiert in Kinder- und Jugendförderung. Was hier auch eine Rolle spielt: Wir sind ein gemeinnütziger Verein.

 

Was sind Ihre nächsten Ziele?

Wir möchten junge Leute, die hier studieren, als hauptamtliche Mitarbeiter übernehmen, die Schulprojekte stärken und vor allem weitere Grundschulen hinzugewinnen. Und Vereine in der Region können von unserer Arbeit noch viel mehr profitieren, als sie dies schon heute tun. Die Fragen stellte Wolfgang Neidhardt

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Veröffentlicht am:
11. 06. 2019
17:58 Uhr

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17:58 Uhr



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