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Selb

Zwischen Kamelen und Waldwipfeln

Die "Adventszauber-Fahrt" der Kirchengemeinde Erkersreuth bietet viel Abwechslung. Höhepunkt ist die beeindruckende Klosterkirche in Cham.



Die zutraulichen, geduldigen, sanften Tiere auf der Kamelfarm von Claudia und Thomas Richter in Schönfeld hatten es den Besuchern aus Erkersreuth angetan.
Die zutraulichen, geduldigen, sanften Tiere auf der Kamelfarm von Claudia und Thomas Richter in Schönfeld hatten es den Besuchern aus Erkersreuth angetan.   » zu den Bildern

Selb-Erkersreuth - Was haben die Kamele der Familie Richter aus Wiesau, die Klosterkirche der Redemptoristen in Cham und der Waldwipfelpfad in Sankt Englmar gemeinsam? Alle drei so unterschiedlichen wie reizvollen Sehenswürdigkeiten waren Ausflugsziele einer abwechslungsreichen Fahrt der Kirchengemeinde Erkersreuth. Die Exkursion unter dem Motto "Adventszauber" stimmte 30 Teilnehmer stressfrei auf das Fest ein.

Erste Station am Vormittag war Wiesau. Dort gab es eine tierische Begegnung der ganz besonderen Art mit den fünf Kamelen von Claudia und Thomas Richter. Die Familie lebt in dem Wiesauer Ortsteil Schönfeld und hat dort eine kleine Kamelfarm eingerichtet. Unvermittelt fanden sich die Gäste den Kamelen gegenüber, die in aller Ruhe aus einer Futterkrippe ihr Frühstück einnahmen.

Die Tiere präsentierten sich überaus "gastfreundlich", zutraulich und suchten sofort den Kontakt und die Nähe zu ihren Besuchern. Sie ließen sich geduldig über das weiche Fell streicheln und strahlten mit ihren Besuchern für Fotos um die Wette. Besonders Junghengst Schirkan hatte es den Besuchern sichtlich angetan: Er ließ sich besonders gerne knuddeln. Gemächlichen Schritts liefen die schönen, freundlichen Tiere immer wieder zu den Erkersreuthern. Kaum zu glauben, dass sie auf freiem Feld bis zu vierzig Stundenkilometer schnell rennen können.

Seit 2015 hat das Ehepaar eigene Kamele. Claudia und Thomas Richter berichteten den Gästen von der Haltung der Tiere und beantworteten viele Fragen. Nach einer Stunde fiel der Abschied von den liebenswürdigen Tieren richtig schwer; doch es ging weiter zu der wunderschönen Klosterkirche des Redemptoristen-Ordens in Cham. Der Orden wurde 1732 von Alfonso Maria de Liguori in Süditalien gegründet und widmet sich besonders der Seelsorge und der Volksmission.

Die Klosterkirche ist ein wahres Kleinod. Das wie auch das Geistliche Zentrum mit dem Kloster aus roten Mauersteinen erbaute Gotteshaus beherrscht mit den beiden hohen Kirchtürmen und der markanten Architektur und Farbe weithin sichtbar das Stadtbild von Cham.

Empfangen wurde die Gruppe vom Klosteroberen und Rektor Pater Peter Renju, der die Gruppe anschaulich, herzlich und einladend durch seine Kirche führte und sich viel Zeit nahm für die Gäste aus Erkersreuth.

Pater Renju erzählte aus dem Klosterleben. Zur Zeit bilden demnach fünf Priester (Patres) und drei Mönche (Fratres) den örtlichen Konvent. Die Geistlichen sind sehr gefragte Seelsorger und Beichtväter. Die Seelsorge und auch das Exerzitien- und Seminarprogramm im Geistlichen Zentrum des Klosters sind der erklärte Schwerpunkt des Konvents. Das Kloster, die Gemeinschaft und die Gottesdienste sind sehr beliebt und haben große Ausstrahlung in der gesamten Region. Nach den Worten des Klosteroberen kommen an den Werktagen um 8 Uhr immer zwischen 30 und 50 Besucher zur Morgenmesse, an den Sonntagen versammeln sich meist mehr als 400 Gläubige zu den Messen.

Es gab viel zu bewundern in dieser Kirche, die vom Historismus der Jahrhundertwende zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert geprägt ist und deren Wände fast vollständig bemalt sind. Im Jahr 1900 wurde mit dem Bau der Kirche, des Klosters und des Exerzitienhauses begonnen. Nach zweijähriger Bauzeit waren Kloster und Kirche fertiggestellt. Ordensbruder Max Schmalz malte die Kirche dann aus. 1909 wurde die Klosterkirche schließlich vom Regensburger Bischof feierlich geweiht.

Pater Renju wies auch auf die Besonderheiten der ungewöhnlich farbenfrohen künstlerischen Gestaltung hin. Er erläuterte die Bilderzyklen, die besonderen Marien-Ikonen, die für den Orden eine große Rolle spielen, und die Gestaltung des Chorgestühls mit sehr ungewöhnlichen Holzbildern der alttestamentlichen Propheten; und er führte die Gruppe auch in die kleine Kapelle für die Tagzeitengebete der Mönche mit einem mittelalterlichen Flügelaltar.

In der Sakristei öffnete der Pater die "Garderobe" und zeigte einige liturgische Gewänder. Schließlich holte er auch aus dem Tresor etliche wertvolle "Vasa sacra" hervor wie etwa besondere Abendmahlskelche und große festliche Monstranzen.

Nach diesem eindrucksvollen Besuch ging es weiter nach Bad Kötzting, wo in der Brauereigaststätte Lindner-Bräu bayerisch gespeist wurde. Den Abschluss bildete ein Abstecher zum Waldwipfelpfad in Sankt Englmar. Dort schwebten die Teilnehmer in 30 Metern Höhe auf dem leicht schwankenden Wipfelpfad über den Bäumen und genossen anschließend, wieder auf festem Boden, bei Schneefall und Glühwein den Naturerlebnispfad und den Weihnachtsmarkt in der Anlage.

Die Seelsorge und die

Seminare sind die erklärten

Schwerpunkte des Konvents.


zitat

Pater Peter Renju,

Rektor des Klosters Cham


Autor

Jürgen Henkel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 12. 2018
19:04 Uhr

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Jürgen Henkel

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28. 12. 2018
19:04 Uhr



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