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Wirtschaft

Bahn schließt Lücken im Fahrplan

Viele Bahnfahrer müssen abends zwei Stunden auf den nächsten Zug warten. Das Grundangebot soll sich erheblich verbessern.



Nirgendwo in Oberfranken ist das Bild der Eisenbahn derzeit so bunt wie auf dem Hofer Hauptbahnhof, an dem sich die Züge von fünf verschiedenen Bahngesellschaften treffen: Erfurter Bahn, ein Alex-Zug der Länderbahn, DB-Regio, Agilis und Mitteldeutsche Regiobahn. Foto: Werner Rost
Nirgendwo in Oberfranken ist das Bild der Eisenbahn derzeit so bunt wie auf dem Hofer Hauptbahnhof, an dem sich die Züge von fünf verschiedenen Bahngesellschaften treffen: Erfurter Bahn, ein Alex-Zug der Länderbahn, DB-Regio, Agilis und Mitteldeutsche Regiobahn. Foto: Werner Rost  

Oberfranken - Bereits im Jahr 1996 hat der Freistaat über die landeseigene Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) als Zugbesteller den Fahrplan spürbar verbessert. Seitdem gibt es den landesweiten Bayerntakt und die Züge rollen auch wieder an den Wochenenden auf allen Nebenstrecken, wie nach Bad Rodach, Helmbrechts und Selb.

Dennoch hat das seit 1996 sukzessive weiter verbesserte Fahrplanangebot noch Lücken: Während es auf den Hauptstrecken, wie zwischen Bamberg und Nürnberg, auch abends ein dichtes Regionalzug-Angebot gibt, klaffen auf einigen Linien lange Taktlöcher bis zum letzten Zug gegen Betriebsschluss. Wer in dieser Zeit einen Zug verpasst, muss dann lange auf den nächsten warten: zweieinhalb Stunden bis zum letzten Zug von Coburg nach Bad Rodach oder zwei Stunden bis zur letzten Fahrt nach Bad Steben. Und sogar auf der Express-Linie zwischen Lichtenfels und Coburg, auf der tagsüber meist zwei Züge pro Stunde und pro Richtung unterwegs sind, klafft abends eine 98 Minuten lange Lücke im Fahrplan.

Die Deutsche Bahn kündigt Verbesserungen an. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, sind im Rahmen der Herstellung des stündlichen Grundangebotes auf allen bayerischen Strecken weitere Angebotsausweitungen bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 geplant. Demnach sollen auf mehreren Strecken die Züge am Abend länger fahren und Taktlücken geschlossen werden. Doch gilt dies auch für Oberfranken? Und auch für die Strecken, auf denen im Auftrag der BEG private Bahngesellschaften fahren?

Unsere Zeitung hat bei der BEG in München nachgefragt, wie sich das Fahrplanangebot in Oberfranken in den kommenden Jahren verändern wird. Eines vorweg: Der von der DB genannte Stichtag des Fahrplanwechsels im Dezember 2019 gilt offensichtlich nur für die Regionen, in denen zu diesem Zeitpunkt neue Verkehrsverträge in Kraft treten. Für Oberfranken stellt die BEG weitere Verbesserungen in Aussicht, wenn im Dezember 2023 die Aufträge an DB Regio und an die Bahngesellschaft Agilis auslaufen und neue Verkehrsverträge in Kraft treten.

Dazu wird die BEG demnächst die neuen Wettbewerbsprojekte "Franken-Südthüringen" für den elektrischen Zugverkehr und "Regionalverkehr Oberfranken" für das Dieselnetz EU-weit ausschreiben. "Das Angebot in Oberfranken soll 2023 mit der Inbetriebnahme mehrerer Wettbewerbs- und Infrastrukturprojekte auf Basis einer hohen Angebotsqualität erheblich verbessert werden", teilt die BEG-Sprecherin Agnieszka Urban mit. Neben der Beseitigung von Taktlücken plane die BEG, die Räume Bamberg, Coburg, Bayreuth und Hof besser an den Verdichtungsraum Nürnberg anzubinden.

Zu den Infrastrukturprojekten gehört in Oberfranken vor allem die geplante zentrumsnahe Bahnstation Hof-Mitte an der Strecke Hof-Plauen. Wie Urban dazu mitteilt, wird der Fahrplan im Raum Hof grundlegend überarbeitet. Das Ziel sei eine optimierte Anbindung des neuen Haltepunktes Hof-Mitte auch aus Richtung Süden. Demnach plant die BEG Direktverbindungen von Helmbrechts und von Selb nach Hof-Mitte.

Für zwei wichtige Hauptstrecken stellt die BEG für den Fahrplanwechsel in viereinhalb Jahren auf jeden Fall Verbesserungen in Aussicht: So soll zwischen Lichtenfels und Coburg abends der bayernweite Grundstandard hergestellt werden. Auch Marktredwitz soll von Fahrplanverbesserungen profitieren. Die BEG möchte dazu im Rahmen der verfügbaren Finanzmittel die Taktlücken auf der Regionalexpress(RE)-Linie von Nürnberg über Marktredwitz nach Cheb (Eger) schließen. So soll es künftig ein stündliches RE-Angebot zwischen Marktredwitz und Pegnitz geben, wo es nach der Vereinigung mit einem Bayreuther Zugteil ohne Umsteigen weiter nach Nürnberg geht. In Richtung Cheb seien Fahrplanverbesserungen nur möglich, wenn sich die tschechische Seite an der anteiligen Finanzierung der Zugfahrten beteilige.

Für die ostbayerischen Express-Linie von München über Regensburg nach Hof und Prag, die derzeit die Länderbahn mit den Alex-Zügen betreibt, verspricht die BEG eine grundsätzliche Veränderung: So sollen diese Expresszüge künftig stündlich von München nach Schwandorf
fahren und von dort aus abwechselnd weiter nach Hof und nach Prag. Somit entfallen künftig in Schwandorf die Rangiermanöver, mit denen derzeit die Zugteile
aus Hof und Prag vereinigt werden, was sich bei der Verspätung eines Zugteils für alle Fahrgäste negativ auswirkt.

Im Abschnitt zwischen Marktredwitz und Regensburg plant die BEG ein zweistündliches Expresszug-Angebot und zusätzliche Fahrten zu Zeiten starker Nachfrage sowie die Fortsetzung des bereits bestehenden Stundentaktes der Nahverkehrszüge, die alle Stationen bedienen.

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Werner Rost
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Veröffentlicht am:
27. 05. 2019
20:50 Uhr

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Werner Rost

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27. 05. 2019
20:50 Uhr



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