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Wirtschaft

Brose und VW wollen kooperieren

Zusammen mit einer Volkswagen-Tochter soll ein globaler Lieferant für Komplettsitze entstehen. Stoschek spricht von einer "führenden Position".



Am Stammsitz in Coburg unterzeichneten Brose und die VW-Tochter Sitech eine Absichtserklärung für eine weitreichende Zusammenarbeit.	Foto: Brose
Am Stammsitz in Coburg unterzeichneten Brose und die VW-Tochter Sitech eine Absichtserklärung für eine weitreichende Zusammenarbeit. Foto: Brose  

Coburg/Wolfsburg - Der Autozulieferer Brose und der VW-Sitzhersteller Sitech wollen ein Gemeinschaftsunternehmen bilden. Volkswagen-Konzern und Brose-Gruppe sollen daran jeweils die Hälfte halten. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am Montag in Coburg unterzeichnet, wie Brose mitteilte. Zum Jahresende sollen die Verträge geschlossen werden, danach müssen noch die Kartellbehörden das Vorhaben prüfen.

Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Brose Gruppe, erklärte: "Ich bin zuversichtlich, dass Volkswagen und Brose eine solide Basis für das Joint-Venture erarbeiten werden, das auf dem hart umkämpften Markt für Fahrzeugsitze eine führende Position einnehmen wird." Als wettbewerbsfähiger Partner werde das Gemeinschaftsunternehmen den Volkswagenkonzern beliefern und soll Aufträge von Automobilherstellern aller Marken gewinnen.

Brose will nach Angaben von Geschäftsführer Ulrich Schrickel unter anderem Produkte mit Sensorik und Software einbringen. Brose habe das notwendige Know-how, den Fahrzeuginnenraum intelligent zu vernetzen. Dafür verbindet Brose mechatronische Produkte mit Sensorik und Software. Sitech wiederum sei sehr gut aufgestellt in der Entwicklung von Komplettsitzsystemen und verfüge insbesondere über Produktions- und Logistikexzellenz. Schrickel: "Gemeinsam können wir im Joint Venture mit einer globalen Aufstellung den Kunden zukunftsweisende Interieur-Lösungen anbieten."

Teil der Vereinbarung ist laut VW-Konzernbetriebsratsvizechefin und Sitech-Aufsichtsrätin Daniela Cavallo auch eine Jobgarantie für die Beschäftigten der deutschen Sitech-Standorte bis 2029 sowie das Ziel, die Werke möglichst gut auszulasten.

VW-Komponenten-Vorstandschef Thomas Schmall sieht Vorteile in der gemeinsamen Entwicklung von Sitztechnik etwa für Autos beim autonomen Fahren: "Das Interieur der Zukunft wird ein neu definierter Lebensraum sein, bei dem neben Komfort und Sicherheit die Flexibilität und Personalisierung des Innenraums im Vordergrund stehen."

Der Gesamtbetriebsrat von Sitech erklärte, ein Partner sei für die "strategische Ausrichtung unerlässlich, um unsere Wettbewerbsposition weiter auszubauen". Gleichzeitig bleibe man eng an VW angebunden. Die Belegschaftsvertreter betonten aber ebenso: "Mit uns wird es im Falle einer Kooperation keine tariflichen Einschnitte geben." Geltende Modellzusagen an die Werke müssten außerdem Bestand haben.

Sitech war in der VW-Gruppe schon vor der Corona-Krise unter erhöhten Kostendruck geraten. Das Werk in Hannover musste geschlossen werden, weil zwei konzerninterne Großaufträge verloren gegangen waren. Die Sitech Gruppe fertigt mit mehr als 5000 Mitarbeitern in Deutschland, Polen und China.

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Jan Petermann
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Veröffentlicht am:
13. 07. 2020
17:22 Uhr

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Jan Petermann

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13. 07. 2020
17:22 Uhr



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