Lade Login-Box.
Topthemen: BlitzerwarnerHofer Volksfest 2019Video: Lagerleben Collis Clamat

Wirtschaft

Der mobile "Hubert" geht auf Testfahrt

Die TU Chemnitz hat mit drei Partnern aus der Wirtschaft ein fahrerloses Transportsystem für die Logistik entwickelt. Das autonome Fahrzeug soll die Arbeit erleichtern.



"Hubert", ein autonomer Transportwagen, erkennt auch menschliche Hindernisse. Der Prototyp wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt in Kooperation der TU Chemnitz mit mehreren Firmen entwickelt.	Foto: Jan Woitas/dpa
"Hubert", ein autonomer Transportwagen, erkennt auch menschliche Hindernisse. Der Prototyp wurde in einem dreijährigen Forschungsprojekt in Kooperation der TU Chemnitz mit mehreren Firmen entwickelt. Foto: Jan Woitas/dpa  

Hartmannsdorf - Wenn "Hubert" Rot sieht, geht nichts mehr. Kommt dem selbstfahrenden Wagen ein Mensch plötzlich in die Quere, stoppt er per Nothalt abrupt. "Hubert" ist ein autonomer mobiler Helfer für Mitarbeiter in der Logistikbranche und wurde von der TU Chemnitz gemeinsam mit drei Firmen aus Chemnitz, Magdeburg und Waldkirch in Baden-Württemberg entwickelt. Zum Abschluss des dreijährigen Forschungsprojektes wurde der selbstfahrende Wagen kürzlich nach einem viertägigen Praxistest beim Kommunikationsdienstleister Komsa AG in Hartmannsdorf vorgestellt.

"Der Wagen wurde bewusst für die Zusammenarbeit mit Menschen konzipiert", sagte Projektleiter Christoph Allmacher von der TU Chemnitz. Das Gefährt kann sowohl einem Menschen folgen als auch autonom vorgegebene Strecken abfahren und soll die Arbeit in großen Lager- und Logistikhallen erleichtern. "Wir haben zwei Fahrmodi, das sind zwei verschiedene Welten", sagte Allmacher.

Neben der TU Chemnitz waren die Software-Unternehmen Livingsolids GmbH aus Magdeburg, die Sick AG aus Waldkirch und die iFD GmbH aus Chemnitz an der Entwicklung des Prototypen beteiligt. Gefördert wurde das Projekt mit rund 1,5 Millionen Euro aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das etwa 30 Zentimeter hohe Mobil kann Waren bis zu 100 Kilogramm transportieren. Mittels einer 3D-Infrarotkamera erkennt der Roboter seine Umgebung und kann selbstständig Hindernissen ausweichen. Ein zweiter Infrarotsensor knapp über dem Boden scannt einen Sicherheitsbereich von 270 Grad und stoppt im Notfall das System. Auf einem Überwachungsbildschirm erscheint dann statt der sonst grünen eine rote Punktewolke. "Der schaut auch nach hinten", sagte Andreas Richert von der für die Kameratechnik verantwortlichen Sick AG aus Waldkirch.

Das fahrerlose Transportsystem ist allerdings noch nicht reif für die Serienproduktion. Dafür seien noch ein paar Weiterentwicklungen notwendig, sagte Allmacher. Axel Hintze von Livingsolids aus Magdeburg hält das Projekt wegen seiner Kombination aus Fahren und Folgen schon jetzt für innovativ. "Es ist ein Fortschritt. Wir können stolz darauf sein", sagte er. Die Software aus seinem Unternehmen ist dafür verantwortlich, dass "Hubert" dank 3D-Visualisierung einen Plan von seiner Umgebung hat.

Angetrieben wird der Wagen von einem Elektromotor. Die Batterien dafür reichen rund acht Stunden. Dank zwei voneinander unabhängigen Antriebsrädern kann das Mobil sich wie ein Kettenfahrzeug auf der Stelle drehen. Dann wechseln die grünen LED-Leuchten am Rand auf gelb und blinken. Die iFD GmbH hat "Hubert" mit einer Logistik-Software ausgerüstet, die dem Wagen die Reihenfolge seiner Arbeiten vorgibt. "Der fährt dorthin, wo wir gesagt haben, dass er hinfährt", erklärte Projektkoordinator Michael Kämpf.

Die Komsa AG könne sich nach dem Praxistest vorstellen, das autonome Transportsystem einzuführen - wenn es denn in Produktion geht. "Wir sind in der Phase, wo wir uns verschiedene Technologien ansehen", sagte der für die Logistikabläufe Verantwortliche, Gernot Graebner, und nannte zwei wichtige Kriterien: "Das Fahrzeug muss sich dem Menschen anpassen und nicht umgekehrt. Und den Nutzen muss der Kunde spüren."

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
25. 06. 2019
19:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeit und Beruf Batterien Elektromotoren Fahrzeuge und Verkehrsmittel Forschung Forschungsprojekte Logistikbranche Produktion und Herstellung Serienproduktion Transport und Logistik
Hartmannsdorf
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Die Lage in der oberfränkischen Zulieferbranche ist unterschiedlich, berichtet Timo Piwonski. Während einige Unternehmen gute Zahlen melden, reduzieren andere Firmen Schichten oder haben Kurzarbeit angemeldet. Foto: Roland Töpfer

29.04.2019

Zulieferer spüren Verunsicherung

Der große Boom sei vorbei, stellt Timo Piwonski, Chef des Netzwerks Ofracar fest. Er erklärt, wie sich die Branche für die Zukunft rüstet. Der Politik wirft er Planlosigkeit vor. » mehr

Für die Mobilität der Zukunft ist jede Menge Strom aus Lithium-Ionen-Akkus nötig. Wissenschaftler in Bayreuth wollen die interdisziplinäre Batterie-Forschung vorantreiben. Symbolbild: Patrick P. Palej/Adobe Stock

02.01.2019

"Wir sind nicht David, der gegen Goliath kämpft"

Oberfranken hat ein Batterie-Forschungs- zentrum bekommen. Leiter Michael Danzer spricht über Ziele, E-Mobilität und Konkurrenzkampf. » mehr

Fachkräfte gesucht: Insbesondere in der Produktion besteht auch künftig große Nachfrage nach qualifiziertem Personal. Fotos: Ingo Bartussek/Adobe Stock, NP-Archiv

01.07.2019

Fachkräftemangel als Bremse?

Oberfrankens Wirtschaft braucht auch künftig Tausende neue Fachkräfte. Das geht aus einer Studie hervor. » mehr

Er wohnt nicht nur im Silicon Valley, er schätzt auch den Geist, der davon ausgeht: Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht stammt aus Würzburg und lehrt an der Stanford University in Kalifornien. Die Gäste der DLD-Konferenz hörten dem 71-Jährigen im Audimax gebannt zu.	Fotos: Peter Kolb

28.06.2019

Mit Mut in die digitale Welt

Wer künftig bestehen will, muss einfallsreich und wendig sein. Bei der Digitalkonferenz an der Uni Bayreuth stand daher Optimismus im Vordergrund. » mehr

Das Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung hat für die Spedition Wedlich zunächst nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Vermögen und Geschäftsbetrieb hat nun die Umzugsfirma Wedlich & Ibel übernommen, vertreten durch Geschäftsführer Christian Wedlich.	Foto: Andreas Harbach

24.06.2019

Bei Wedlich geht es weiter

Die Umzugsfirma Wedlich & Ibel kauft das Vermögen und den Geschäftsbetrieb der insolventen Spedition. Ein zunächst verfolgter Plan wird aufgegeben. » mehr

Auf dem Reifenmarkt herrscht ein harter Wettbewerb - und Michelin steckt mitten drin. Fotos: Roland Töpfer; Michelin

14.08.2019

Michelin steht unter Druck

Überkapazitäten und Preiskampf - der Reifenmarkt wird immer schwieriger. Das bekommt auch das oberfränkische Michelin-Werk in Hallstadt zu spüren. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Bauarbeiten an der Radarstation der Bundeswehr am Döbraberg

Bauarbeiten an der Radarstation der Bundeswehr am Döbraberg | 20.08.2019 Döbraberg
» 11 Bilder ansehen

SonneMondSterne Saalfeld

SonneMondSterne-Festival | 10.08.2019 Saalburg
» 122 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - Viktoria Kahl 2:0

SpVgg Bayern Hof - Viktoria Kahl 2:0 | 17.08.2019 Hof
» 120 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
25. 06. 2019
19:42 Uhr



^