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Wirtschaft

Handwerk trotz vieler Aufträge etwas vorsichtiger

Die Betriebe haben weiterhin viel zu tun. Allerdings zeigt sich, dass sich die Verunsicherung in der Industrie allmählich auch auf das Handwerk auswirkt.



Handwerk trotz vieler Aufträge etwas vorsichtiger
Handwerk trotz vieler Aufträge etwas vorsichtiger  

Oberfranken - Das oberfränkische Handwerk präsentiert sich auch in rauer werdenden wirtschaftlichen Zeiten robust. Das geht aus der Konjunktur-Umfrage der Handwerkskammer (HWK) für Oberfranken zum dritten Quartal hervor. Befragt wurden laut Kammer 504 Betriebe mit 6861 Beschäftigten. Demnach hat sich die Geschäftslage im Vergleich zum Vorquartal beziehungsweise zum Vorjahr kaum verändert. 57 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre Lage als gut, 34 Prozent als befriedigend. Die Erwartungen wurden jedoch etwas gedämpft.

Die Lage in den verschiedenen Zweigen

Die Bau- und Ausbauhandwerke tragen - wie in den Vorquartalen auch - die Handwerkskonjunktur und lassen sich konjunkturell durch nichts erschüttern: 97 beziehungsweise 98 Prozent haben der Umfrage zufolge eine gute oder mindestens befriedigende Geschäftslage. Knapp zwei Drittel der Betriebe sind mindestens zu 90 oder gar bis zu 100 Prozent ausgelastet.

Zulieferer und Betriebe des gewerblichen Bedarfs bekommen die Unsicherheiten in der Industrie und Streitigkeiten im weltweiten Handel zu spüren. Zwar ist bei den meisten Unternehmen die Lage weiterhin zufriedenstellend (45,5 Prozent gut, 31,5 Prozent befriedigend), dennoch melden nicht wenige spürbare Umsatzeinbußen.

Weniger stark wirken sich die Probleme in der Automobilindustrie auf das Kfz-Handwerk aus. Über ein Drittel machten gute Geschäfte und nur wenige Betriebe hatten ein schlechtes Quartal (14 Prozent).

Die Konjunktur in den Nahrungsmittelhandwerken ist unverändert gut (46,5 Prozent gute, 43,5 Prozent befriedigende Geschäftslage). Der Fachkräftebedarf ist bei Bäckern und Metzgern allerdings überdurchschnittlich hoch.

Die Gesundheitshandwerke müssen leichte Einbußen hinnehmen, stehen insgesamt aber gut da: 84 Prozent beurteilen ihre Lage positiv, wie aus der Umfrage hervorgeht.

Die Geschäftslage bei Friseuren und Kosmetikern wird aufgrund hohen Wettbewerbs traditionell etwas konservativer beurteilt (jeweils 41 Prozent gut/befriedigend). Dennoch gehen 85 Prozent nicht davon aus, dass sich die Geschäfte verschlechtern.


HWK-Präsident Thomas Zimmer kommentiert die Umfrage-Ergebnisse wie folgt: "Die Konjunktur im oberfränkischen Handwerk läuft weiterhin rund. Dennoch werden unsere Mitgliedsbetriebe etwas vorsichtiger, was den Blick in die Zukunft anbelangt." Viele Handwerker seien "vorsichtig optimistisch" in Bezug darauf, wie sich die Geschäftslage zum Jahresende gestalten wird. Das führe dazu, dass sich das Geschäftsklima, trotz voller Auftragsbücher, von 118 auf 115 Punkte leicht verschlechtert.

HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Koller sieht das Handwerk in Oberfranken aktuell als "Stabilitätsanker der Wirtschaft". Der Blick auf die wichtigsten Indikatoren - Beschäftigung, Umsätze und Auftragseingänge - mache deutlich, dass die Handwerkskonjunktur nach wie vor sehr robust sei. "Es haben sogar etwas mehr Betriebe als im Vorquartal neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt", so Koller. Allerdings zeige sich, dass die Unsicherheiten in der Industrie, vor allem in der Autobranche, sich allmählich auf das Handwerk, nämlich auf die Zuliefererbetriebe, auswirken. Koller: "Die schwächelnde Industrie und die Zollstreitigkeiten im Welthandel haben die Umsatzentwicklung bei den Betrieben für den gewerblichen Bedarf etwas gebremst." Von einer nahenden Rezession im Handwerk könne allerdings keine Rede sein. "Ganz im Gegenteil. Die Handwerkswirtschaft in Oberfranken ist stabil."

Damit das auch so bleibe, brauche es Rahmenbedingungen, die die gute Binnenkonjunktur auch weiterhin stützen, fordert Thomas Zimmer. "Gerade für das lohn- und personalintensive Handwerk ist es von großer Bedeutung, dass Bürokratie, Steuern und Abgaben gedeckelt werden und so unseren Mitgliedsbetrieben Luft zum Atmen gegeben wird", unterstreicht der Kammer-Präsident. Zu diesen Rahmenbedingungen gehöre aber auch die Deckung des Fachkräftebedarfs, die gerade für das Handwerk eine der größten Herausforderungen der Zukunft sei. "Mit der vor wenigen Tagen beschlossenen Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Gewerken haben wir einen großen Erfolg für das Handwerk und zur Stärkung der beruflichen Bildung erreicht." Damit setze man ein wichtiges Zeichen für mehr Qualität und Qualifizierung im oberfränkischen Handwerk.

Thomas Koller bestätigt die hohe Bedeutung der Binnenkonjunktur für das Handwerk in der Region mit Blick auf einzelne Branchen: "Es sind, wie in den Vorquartalen auch, vor allem die Bau- und Ausbauhandwerke die Treiber der Handwerkskonjunktur. Sie profitieren besonders von den hohen staatlichen und privaten Konsumausgaben." Mit Auftragsreichweiten von durchschnittlich mehr als zehn Wochen sind diese Betriebe nach Auskunft Kollers stark ausgelastet. Doch auch in den anderen Handwerkszweigen seien die Wartezeiten für Kunden aufgrund der guten Konjunktur häufig recht lange. "Im Schnitt sind die befragten Betriebe zu 81 Prozent ausgelastet und haben Aufträge für gut acht Wochen. Das oberfränkische Handwerk hat also auch im kommenden Quartal gut zu tun", fasst der Hauptgeschäftsführer zusammen. red Foto: Archiv

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Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
20:02 Uhr

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11. 10. 2019
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