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Motor-Nützel schließt Standort

Der Autohändler wird ab Dezember nicht mehr in Burgkunstadt vertreten sein. Die betroffenen Mitarbeiter werden in andere Betriebe versetzt.



Motor Nützel schließt seinen Standort in Burgkunstadt. Betroffen sind 15 Mitarbeiter, die in andere Betriebe versetzt werden sollen.
Motor Nützel schließt seinen Standort in Burgkunstadt. Betroffen sind 15 Mitarbeiter, die in andere Betriebe versetzt werden sollen.   Foto: Motor Nützel

Bayreuth/Burgkunstadt - Der Umbruch in der Autobranche, anstehende hohe Investitionen, Digitalisierung und Fachkräftemangel machen dem klassischen Autohandel zunehmend Probleme: Motor Nützel mit Stammsitz in Bayreuth schließt zum 30. November seinen Standort Burgkunstadt. Entlassungen werden vermieden: Die 15 Beschäftigten kommen in anderen Betrieben der Gruppe unter, teilt das Unternehmen mit. Werden weitere Standorte geschlossen? "Eindeutig nein", sagt Motor-Nützel-Chef Jochen Sonntag auf Nachfrage unserer Zeitung.

Das Unternehmen werde dieses Jahr seinen Umsatz nach Übernahme von Schönberger im letzten Jahr (25 Millionen Umsatz) auf knapp 300 Millionen Euro (Vorjahr 250 Millionen) steigern. Die Ertragslage sei aber nicht mehr so gut wie im Vorjahr, wobei wieder ein "eindeutig positiver" Jahresüberschuss erzielt werde. Genau Zahlen zum Gewinn will Sonntag nicht nennen. Auf Nachfrage bestätigt er, dass es sich um einen einstelligen Millionenüberschuss handelt. Alleine 750 000 Euro müsse die Gruppe für den Aufbau von E-Ladestationen aufbringen.

Der Standort Burgkunstadt (Audi, VW, Skoda) gehört seit Oktober 2010 zur Unternehmensgruppe und wird nun dichtgemacht. Damit hat die Gruppe künftig noch 13 Standorte in Oberfranken und der Oberpfalz: Bayreuth, Hof, Kulmbach, Bamberg, Pegnitz, Bad Berneck, Himmelkron, Schesslitz, Erbendorf, Mitterteich, Tirschenreuth, Waldsassen und Wiesau. Sonntag nennt für die Schließung mehrere Gründe: Im kommenden Jahr stehe der Automobilhandel durch neue Händlerverträge und Vertriebsumstrukturierungen seitens des VW-Konzerns vor großen Herausforderungen. Motor-Nützel habe in den letzten Monaten seine Standorte auf die Umsetzbarkeit der neuen Standards überprüft. Es gehe dabei vor allem um hohe Investitionen im Bereich Werkstätten und Ausbau der E-Mobilitäts-Infrastruktur.

Sonntag: "Wir blicken äußerst optimistisch in die Zukunft und können mit fast allen Betrieben die Vorgaben der Händlerverträge problemlos erfüllen." In Burgkunstadt stünden die benötigten Investitionen aber "in keinem angemessenen wirtschaftlichen Verhältnis". Dazu kämen fehlende räumliche Voraussetzungen und zu wenige freie Flächen für einen angemessenen Gebrauchtwagenhandel.

Weitere Gründe seien der erhebliche Mangel an Fachkräften, insbesondere an Mechatronikern, der sich durch die gesamte Branche ziehe und ein durch die Digitalisierung stark geändertes Verhalten der Kunden.

Sonntag spricht von einer "vorausschauenden Entscheidung, um auch in Zukunft die positive wirtschaftliche Situation der Motor-Nützel Vertriebs-GmbH zu erhalten". Den Kunden stehen ab Anfang Dezember die nächstgelegenen Standorte in Kulmbach und Scheßlitz zur Verfügung. Was mit dem Betriebsgelände geschehe, sei noch offen.

Die Motor-Nützel-Gruppe gehört mit über 950 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an 14 Standorten nach eigenen Angaben zu einer der größten Autohausgruppen in Nordbayern. Seit Oktober 2018 gehört auch die Motor-Nützel & Schönberger GmbH in der Oberpfalz dazu. Verkauft und betreut werden die Marken VW, Audi, Skoda und Volkswagen Nutzfahrzeuge. Motor-Nützel verkauft rund 10 000 Fahrzeuge im Jahr. Den Grundstein für die Firma legte Hans Nützel 1931 mit einer Motorradwerkstatt in Bayreuth - dem heutigen Firmensitz . Alleiniger Gesellschafter ist die Hans und Emma Nützel Altenstiftung.

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Roland Töpfer
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Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
00:00 Uhr

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Roland Töpfer

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Veröffentlicht am:
11. 10. 2019
00:00 Uhr



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