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Wirtschaft

NKD: Erneuter Eigentümerwechsel

Der Finanzinvestor OpCapita verkauft den Textildiscounter an TDR Capital. Das Unternehmen plant Neueinstellungen.



Die Zentrale von NKD in Bindlach: Gemeinsam mit dem neuen Besitzer, der Londoner Investmentgesellschaft TDR Capital, will der Textildiscounter weiter wachsen. Im laufenden Jahr sollen 100 neue Filialen eröffnet werden.	Foto: Ralf Münch
Die Zentrale von NKD in Bindlach: Gemeinsam mit dem neuen Besitzer, der Londoner Investmentgesellschaft TDR Capital, will der Textildiscounter weiter wachsen. Im laufenden Jahr sollen 100 neue Filialen eröffnet werden. Foto: Ralf Münch  

Bindlach/Bayreuth - Wie Ulrich Hanfeld, Vorsitzender der NKD-Geschäftsführung, und Finanzchef Rüdiger Hartmann im Gespräch mit unserer Zeitung erläuterten, sollen nach dem Eigentümerwechsel in der Bindlacher Zentrale viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Hanfeld: "Der Standort Bindlach ist sicher."

TDR Capital

TDR Capital ist eine Private-Equity-Gesellschaft mit Sitz in London. Sie wurde 2002 gegründet und verwaltet Fonds mit einem gebundenen Kapital von über acht Milliarden Euro. Nach eigenen Angaben unterstütze man Firmen bei ihrem Wachstum. Zu diesen Unternehmen gehören beispielsweise die LeasePlan Corporation, die weltweit größte Leasinggesellschaft für Firmenwagen, Hurtigruten, ein globales Unternehmen für Expeditionsreisen aus Norwegen, oder Buffalo Grill, die führende Dining-Kette in Frankreich.

 

In einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens heißt es: "Von TDR Capital verwaltete Investmentfonds haben vereinbart, 100 Prozent an der NKD Gruppe zu übernehmen. Hierzu haben TDR Capital, ein im UK ansässiger Private Equity Investor, und der bisherige Eigentümer OpCapita einen entsprechenden Kaufvertrag unterzeichnet. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der üblichen kartellrechtlichen Prüfungen."

 

Der Textilhändler mit 1800 Filialen, davon 1500 in Deutschland und 40 in Oberfranken, lenkt von Bindlach aus seine Geschäfte. Hier arbeiten 580 von insgesamt rund 8000 Mitarbeitern. Für die Zukunft sei unter anderem ein starker Aufbau in der Logistik geplant, so NKD.

2017 kam NKD auf knapp 700 Millionen Euro Umsatz und zwölf Millionen Euro Gewinn nach Steuern. 2018 erreichte der Umsatz ein ähnlich hohes Niveau, das Ergebnis konnte weiter verbessert werden.

Warum hat OpCapita seine Beteiligung an NKD jetzt verkauft? OpCapita sei ein Turnaround-Spezialist, sagte Hanfeld. In der Vergangenheit sei er der richtige Partner gewesen. NKD hatte sich vor rund sieben Jahren mit einem aggressiven Expansionskurs in die Verlustzone manövriert und wurde Ende 2013 von den Briten übernommen.

Jetzt, sagt Hanfeld, habe man mit TDR Capital einen "sehr finanzkräftigen und erfahrenen Wachstumsfinanzierer" als neuen Eigentümer. "Das ist der richtige Partner, der uns auf unserem Wachstumskurs begleitet. Der Zeitpunkt passt hervorragend." Hanfeld bestätigte auf Nachfrage, dass der Deal mit der Investmentbank Goldman Sachs abgewickelt wurde. Zum Kaufpreis wollte er sich nicht äußern. In früheren Meldungen war über eine Summe von 300 bis 350 Millionen Euro spekuliert worden.

Im laufenden Jahr will NKD 100 neue Filialen eröffnen. In Oberfranken sind für die nächsten ein, zwei Jahre fünf bis zehn neue Filialen geplant. Der Umsatz soll dieses Jahr um zwei bis drei Prozent wachsen.

NKD-Chef Hanfeld kam 2015 nach turbulenten Zeiten zum Unternehmen: Untreue eines Geschäftsführers, Bilanzmanipulationen, Millionenverluste, Verkauf an OpCapita. Hanfeld räumte auf, machte rund 200 Filialen an "falschen Standorten" dicht, baute neue Standorte auf. Aus Polen zog sich NKD komplett zurück.

Das Kerngeschäft, die Nahversorgung in kleinen und mittleren Städten mit Bekleidung, Geschenkartikeln, Spielwaren und Heimtextilien sei damals aus dem Fokus geraten, sagte Hanfeld in einem früheren Gespräch mit unserer Zeitung. Im Ausland ist NKD in Österreich, Italien, Slowenien und Kroatien aktiv. 1a-Lagen in großen Städten sucht Hanfeld nicht. Zu teuer. NKD soll "das kleine Kaufhaus vom Land" sein.

Schon im vergangenen Jahr gab es Spekulationen, dass NKD verkauft werden soll. Hanfeld sagte noch ein Jahr zuvor, es gebe kein zeitliches Szenario. Jetzt war die Braut offensichtlich hübsch genug, dass sie neu vergeben werden konnte.

Joshua Spoerri, Managing Director von OpCapita, erklärte zu dem Verkauf: "Der Turnaround, den wir bei NKD geschafft haben, steht stellvertretend für den Ansatz von OpCapita, ein in Schieflage geratenes Geschäft zu übernehmen und es in ein profitables, stabiles Unternehmen mit großen Wachstumsperspektiven weiterzuentwickeln. Wir danken der Geschäftsführung und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von NKD für ihren unermüdlichen Einsatz."

Die Geschäftsführung werde mit Unterstützung durch TDR Capital die Wachstumsstrategie in der Fläche weiter vorantreiben. Dazu zählten ein Wachstum in den bestehenden Filialen und beim Online-Umsatz, die Eröffnung weiterer Standorte in Deutschland und Italien sowie die Expansion in neue Märkte.

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Roland Töpfer
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Veröffentlicht am:
19. 03. 2019
19:16 Uhr

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Roland Töpfer

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19. 03. 2019
19:16 Uhr



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