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Wirtschaft

Neueste Messtechnik aus Selb

Ein von der Firma Linseins und der Uni Bayreuth entwickeltes Gerät soll die thermische Analyse von Stoffen revolutionieren. Der Freistaat fördert das Projekt.



Startschuss für die Projektförderung (von links): Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth, Florian Linseis, Ministerialdirektor Rolf-Dieter Jungk, Forschungsstiftungspräsident Anrdt Bode und Professor Ralf Moos.	Foto: Peter Kolb
Startschuss für die Projektförderung (von links): Stefan Leible, Präsident der Universität Bayreuth, Florian Linseis, Ministerialdirektor Rolf-Dieter Jungk, Forschungsstiftungspräsident Anrdt Bode und Professor Ralf Moos. Foto: Peter Kolb  

Bayreuth/Selb - Die Möglichkeiten der Materialforschung werden größer, vielfältiger und vor allem günstiger - weil ein wichtiges Messgerät deutlich kleiner geworden ist. Maßgeblich daran beteiligt: Der Lehrstuhl für Funktionsmaterialien der Uni Bayreuth und die Selber Firma Linseis. Die Bayerische Forschungsstiftung unterstützt das Projekt zur Weiterentwicklung des Messgeräts mit knapp 250 000 Euro, die Hälfte der Kosten für die kommenden drei Jahre.

Professor Ralf Moos, Inhaber des Lehrstuhls für Funktionsmaterialien und an der Entwicklung des Geräts maßgeblich beteiligt, kann wunderbar anschaulich erklären. Muss er auch. Denn die Funktionsweise der dynamischen Differenzkalorimetrie ist nicht zwingend das, was jeder sofort abrufbar hat. Auch wenn sie "ein Standardverfahren für die Entwicklung und Qualitätssicherung neuer Materialien, insbesondere von Kunststoffen" ist, wie die Uni Bayreuth in der Pressemitteilung schreibt, die auf die Übergabe des Förderbescheids durch den Ministerialdirektor Rolf-Dieter Jungk und Prof. Arndt Bode, den Präsidenten der Bayerischen Forschungsstiftung, an der Bayreuther Uni hinweist. Dies markiert den Startschuss für die Weiterentwicklung des Kalorimeters, das Moos und die Firma Linseis Messtechnik GmbH aus Selb in den vergangenen Jahren zur Marktreife gebracht haben.

Das Gerät hat ein extrem handliches Format, kann das Gleiche wie die großen Messstationen und hat, wie Moos sagt, neben dem Preis von "unter 10 000 Euro" einen weiteren Vorteil: Sollte das Gerät bei einem Messvorgang "durch böse Gase", wie der Forscher es formuliert, kontaminiert werden, oder der integrierte kleine Ofen, in dem die Proben erhitzt werden, "geht kaputt, dann kann man einfach das Teil relativ günstig austauschen". Bislang kann man mit dem in Oberfranken entwickelten Dynamischen Differenzkalorimeter (DSC nach der englischen Bezeichnung der Differential Scanning Calorimetry) nachweisen, wie sich die Materialien bei Erwärmung verhalten.

Genau genommen haben die Forscher und Entwickler das Messen miniaturisiert. Bislang, sagt Moos im Gespräch mit unserer Zeitung, braucht man ein hoch technisiertes Gerät. Viel Geld und Platz. "Für ein Messgerät der Mittelklasse sprechen wir von 40 000 bis 50 000 Euro Kosten. Einen Quadratmeter Platz brauchen die Tischgeräte sicher." Mit einem Dynamischen Differenzkalorimeter bekommen die Forscher und Entwickler die Antwort auf die Frage, wie sich ein Werkstoff verhält, wenn er erwärmt wird. Was man, wie Moos sagt, bei Wasser relativ gut wisse - bei 100 Grad wird aus Wasser Dampf -, müsse man bei Kunststoffen oder metallischen Werkstoffen in Versuchen ermitteln. "Zum Beispiel, wenn man bei Klebstoff wissen möchte, wann er weich wird oder schmilzt." Stand der Technik sei bis vor etwa einem Jahr das große, teure Messgerät gewesen.

Die nächste Forschungsstufe sieht laut Ralf Moos nun vor: "Wir wollen nicht nur wissen, wann sich das Material beim Erhitzen zersetzt, sondern auch, wie viel wann davon weggeht - wie viel Masse verliert das Material? Das kann man mit dem Gerät derzeit noch nicht messen." Das allerdings soll in den kommenden drei Jahren mit dem Messgerät möglich werden.

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Eric Waha
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Veröffentlicht am:
27. 03. 2019
21:06 Uhr

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Eric Waha

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27. 03. 2019
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