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Wunsiedel

Beschenkte geben weniger zurück

Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christkind - am 27. Dezember strömen zahlreiche Kunden in die Geschäfte, um unliebsame Geschenke umzutauschen. Es werden aber weniger.



Weniger Umtäusche gibt es nach Weihnachten nicht nur in Bekleidungsgeschäften wie "Dress Up" im Markt in Marktredwitz. Auch Schmuck und Bücher geben Beschenkte in der Region immer seltener zurück. Foto: Florian Miedl
Weniger Umtäusche gibt es nach Weihnachten nicht nur in Bekleidungsgeschäften wie "Dress Up" im Markt in Marktredwitz. Auch Schmuck und Bücher geben Beschenkte in der Region immer seltener zurück. Foto: Florian Miedl  

Wunsiedel - Das gewünschte Parfüm gab es drei Mal, die Stiefel haben die falsche Größe und durch das Metallband der neuen Uhr zieht sich ein tiefer Kratzer - Nicht alle Geschenke, die an Weihnachten unter dem Baum liegen, sorgen bei ihren Empfängern für Freudensprünge. Wenn die Geschäfte nach den Feiertagen wieder öffnen, herrscht deshalb reges Treiben an den Kassen.

Umtausch ungewiss

Wie der Website der Verbraucherzentrale zu entnehmen ist, haben Kunden nicht generell das Recht, unliebsame Geschenke umzutauschen. Die Möglichkeit ist vom Entgegenkommen des jeweiligen Händlers abhängig. Anders verhält es sich bei defekter Ware. Bei Neukäufen können Kunden zwei Jahre lang Ansprüche geltend machen. Bevor der Händler den Kaufpreis zurückerstattet, hat er das Recht, die fehlerhafte Ware zu reparieren oder fehlerlos zu ersetzten. Wer einen Gutschein geschenkt bekommen hat, sollte prüfen, wann seine Gültigkeit verfällt. Wenn nichts anderes festgelegt wurde, gilt im Normalfall eine Frist von drei Jahren. Im Internet gekaufte Geschenke können meist einfacher zurückgegeben werden, weil fast jeder online geschlossene Vertrag 14 Tage lang widerrufen werden kann. Das gilt auch für Artikel, die den Geschmack des Beschenkten nicht getroffen haben.

 

"Natürlich wird es auch bei uns den ein oder anderen Umtausch geben", sagt Tobias Kastner, Frey-Chef in Marktredwitz. Doch vermutlich wandern weniger unliebsame Geschenke über die Ladentheke zurück als in den vergangenen Jahren: "Der Trend geht hin zu weniger Umtäuschen." Und das hat einen Grund: "Die Kunden kaufen immer bewusster", sagt Tobias Kastner. Vor allem hochwertige Waren wir Designer-Handtaschen werden selten umgetauscht.

 

Wer sich beim Geschenkekauf unsicher gewesen ist, der war mit Gutscheinen gut beraten: "Damit ist man auf der sicheren Seite." Und dieses Angebot haben heuer besonders viele Kunden genutzt. "Wir haben in der Vorweihnachtszeit unheimlich viele Gutscheine verkauft, sowohl von unserem Haus als auch von der Stadt", berichtet Kastner. Besonders gut kommen die Private-Shopping-Gutscheine des Kaufhauses an, bei dem ein persönlicher Berater im Vorfeld eine Auswahl an Kleidungsstücken zusammenstellt und die Kunden beim Einkauf unterstützt.

Wer am Christfest Kleidung verschenkt, sollte nicht einfach blind kaufen. "Jede Firma arbeitet anders mit Größen und außerdem sind Geschmäcker verschieden", sagt Tobias Kastner. Wenn dann doch das falsche Teil dabei war, ist es auch nicht schlimm. "Wir sind sehr kulant, was Umtäusche angeht", sagt Tobias Kastner.

Den Rückgang von Umtäuschen bestätigt auch Christian Preisenhammer, Geschäftsführer der NoBasics Modefabrik in Selb. "Bei uns gibt es nach Weihnachten generell weniger Rückgaben als im regulären Handel und im Onlinehandel." Und auch die ohnehin geringe Zahl hätte sich weiter verringert.

Auch in dem Outlet hat sich der Gutschein als Geschenk etabliert. "Wir haben in diesem Jahr vor Weihnachten sehr viele verkauft", sagt Preisenhammer. "Sie sind zum Verschenken einfach ideal." Die Empfänger hätten beim Shoppen die volle Auswahl und müssten den Gutschein nicht zwingend sofort einlösen. Zudem würden Gutscheine immer gut ankommen. "Wer unbedingt Klamotten verschenken möchte, dem empfehle ich Kleidungsstücke zu wählen, bei denen die Größe nicht so entscheidend ist."

Dass Outlets ihren Kunden Umtäusche anbieten ist nicht selbstverständlich. "Wir haben uns dennoch dafür entschieden", sagt der Geschäftsführer. "Waren, die in der Adventszeit bei uns gekauft wurden, können noch bis 5. Januar zurückgegeben werden."

Ein ähnlicher Trend wie bei der Bekleidung zeichnet sich auch im Buchhandel ab. "Wir haben in den letzten Jahren konstant wenig Umtäusche", sagt Thomas Fischer, Geschäftsführer der Buchhandlung Budow in Marktredwitz. Und auch heuer geht es gediegen zu. "Scheinbar haben die Kunden ihre Geschenke gut gewählt." Auch Fischer hält Geschenkgutscheine für eine gute Wahl. "Im Zweifelsfall kann man auch einen Blick auf die Bestsellerliste werfen."

Jedoch haben die meist gekauften Bücher auch ein kleines Manko. "Es kann schon Mal passieren, dass ein Ken Follett oder ein Dan Brown mehrfach unter dem Baum liegen", sagt Wolfgang Kohler, Inhaber der Buchhandlung Kohler in Wunsiedel. Dennoch habe das Geschäft seit Jahren eine minimale Umtauschquote." "Unsere Kunden kaufen Geschenke sehr ausgewählt."

Das scheint auch bei Schmuck der Fall zu sein: "Wir haben schon immer relativ wenig Umtäusche", sagt Annemarie Mayer von der Firma Friedrich Schmidt Optik in Arzberg. Dafür verantwortlich ist aber nicht nur der Verkauf von Gutscheinen. "Individualisierter Schmuck, beispielsweise mit Gravur, ist sehr persönlich und wird generell nicht umgetauscht." Zudem würden die Beschenkten ihre Präsente oft selbst aussuchen: "Männer haben ihre Frauen beziehungsweise Freundinnen beim Kauf oft dabei", erzählt die Schmuckfachverkäuferin. So komme es selten zu Fehlkäufen. "Natürlich kommt hin und wieder vor, dass ein Ring zu klein ist", sagt Mayer. "Aber das zählt ja nicht als Umtausch."

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Katharina Melzner
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Veröffentlicht am:
27. 12. 2017
17:36 Uhr

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Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
27. 12. 2017
17:36 Uhr



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