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Wunsiedel

Die Heinzelmännchen von Wunsiedel

Das Ehrenamt wird in der Festspielstadt groß geschrieben. Zahlreiche Freiwillige kümmern sich um verschiedene Bereiche.



Die Pflegegemeinschaft um Rudi Zitterbart (Dritter von rechts) kümmert sich um das Bahnhofsgelände. Foto: pr.
Die Pflegegemeinschaft um Rudi Zitterbart (Dritter von rechts) kümmert sich um das Bahnhofsgelände. Foto: pr.  

Wunsiedel - Der Bürgerpark Katharinenberg und die Begehungsanlagen im Felsenlabyrinth sind nur zwei Beispiele für bürgerliches Engagement in der Festspielstadt aus früheren Zeiten. Aber auch heute noch wird das Ehrenamt in Wunsiedel und seinen Ortsteilen großgeschrieben. Ein Alleinstellungsmerkmal sind dabei sicherlich die über 30 Brunnengemeinschaften, die die Wasserspender pflegen und zum Brunnenfest herausputzen. Dazu kommen auch noch elf Dorfgemeinschaften in den Ortsteilen und drei Pflegegemeinschaften im Stadtgebiet.

Kontakt

Interessierte können sich bei den Pflegegemeinschaften direkt oder über die WUN Infrastruktur KU unter der Telefonnummer 09232/9199950 melden.


In gewissem Sinne sind alle, die in diesen Gemeinschaften tätig sind, unter dem Dach der WUN Infrastruktur KU vereinigt. Der Aufgabenbereich des Koordinators fällt Stadtförster Hubert Steinberger und seinen Mitarbeitern zu. Die Dorfgemeinschaften bildeten sich vornehmlich aus den Teilnehmergemeinschaften der Dorferneuerung, erklärt Steinberger. Einmal im Jahr treffen sich Mitglieder der Gemeinschaften mit Steinberger, um Rück- und Ausblick zu halten und neue Aufgaben zu besprechen. Die Ehrenamtler gelten dabei als Hilfspersonen der Stadt. "Die Stadt muss alle aktiven Pflegepersonen der Versicherung melden, erst dann besteht Versicherungsschutz", weiß der Stadtförster, zumal die Grundstücke, die bearbeitet oder gepflegt werden, im Eigentum der Stadt sind. Selbstverständlich erhalten die "freien Mitarbeiter" auch eine gewisse Aufwandsentschädigung, die wiederum Steinberger über ein kompliziertes Schlüsselsystem ermittelt. Dazu ist der Stadtförster oft in den Außenorten unterwegs, um den Dorfgemeinschaften mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Gerne macht er dies auch nach Feierabend und an den Wochenenden - in diesen Fällen dann unentgeltlich.

Wie in anderen Vereinen und Organisationen fehlt es vor allem bei zwei der drei Pflegegemeinschaften an Nachwuchs. Einen gewissen Sonderstatus haben dabei die "Hundlinge", die sich um die Pflege des Areals am Katharinenberg kümmern. Einen der ältesten ehrenamtlichen Zusammenschlüsse in jüngerer Zeit bildet die Pflegegemeinschaft "Kapelle St. Josef". Am 3. Oktober 2007 wird die Kapelle an der Markus-Zahn-Allee mit der Einweihung an die Öffentlichkeit übergeben. Nach zwölf Jahren hat sich die Kapelle zu einem gut besuchten Pilgerort entwickelt. Viele Paare schließen den Bund der Ehe an dem kleinen Gotteshaus, und auch Silberne und Goldene Hochzeitsfeiern fanden dort schon statt. Mittlerweile sind schon über sechs Gästebücher vorhanden, mit weit über 2000 Einträgen. Anwesenheitsvermerke, Dankeschön an Gott, Bitten an Gott und oft kleine Lebensgeschichten kann man in den Büchern nachlesen. Darin wird auch die Pflege des Kirchleins gelobt. Bis zu zwölf Helfer kümmern sich um das Innere und das Umfeld um den Andachtsraum. Dazu kommen auch Ilona Brunhuber und Alexander Burges von der Stadtgärtnerei im KU, die sich ebenfalls ehrenamtlich, auch nach Dienstschluss, um das Areal kümmern. Zwischenzeitlich mussten einige der engagierten Wunsiedler ihren ehrenamtlichen Dienst quittieren. "Ideal wäre, wenn sich noch drei bis vier Leute melden würden", sagt Koordinator Steinberger. Dann könnte man die Arbeiten für jedes Quartal - zu Weihnachten wird die Kapelle zum Beispiel besonders festlich geschmückt - optimal abdecken. Die Pflegegemeinschaft halte die Kapelle sauber und kümmere sich auch um kleine Reparaturen. Reparaturen würden aus Spenden aus dem Opferstock finanziert. Vandalismus komme zwar selten vor, aber erst kürzlich hätten unbekannte Personen eine Scheibe eingeworfen, erzählt der Stadtförster. Das Buntglas sei dann eben aus diesem Spendenpool ersetzt worden. Zudem sei das Kirchlein, das auf städtischem Grund Wind und Wetter ausgesetzt ist, gegen Brand und Sturm versichert. In der Regel halten die Besucher die Kapelle sauber, sodass keine großen Pflegearbeiten anfallen. Wichtig sei, dass jemand regelmäßig nachschaut und verwelkten Blumenschmuck entsorgt oder abgebrannte Kerzen durch neue ersetzt.

Die derzeit elfköpfige Pflegegemeinschaft "Bahnhofspark" gründete sich im November 2016. Sie mähen und pflegen Grünanlagen und halten die Gehwege mit den Treppenaufgängen sowie den Radweg und die Boule-Bahn in Ordnung. Auch der Winterdienst gehört bei entsprechender Wetterlage in der kalten Jahreszeit in deren Aufgabenbereich. Im Spielbereich des Parks seien täglich viele Eltern mit ihren Kindern unterwegs, und dieser werde auch von Jugendlichen, die auf den Bus warten, gut angenommen. In den vergangenen Jahren gingen auf dem Gelände das Tanzfestival, die Feierlichkeiten zu den Städtepartnerschaften sowie eine Aufsitzmäher-Geschicklichkeitsprüfung und viele andere öffentliche Aufführungen für die Bürger über die Bühne. Insgesamt werde der "Bahnhofspark" sehr gut von der Bevölkerung angenommen, sagt Rudi Zitterbart, einer der führenden Köpfe der Pflegegemeinschaft. Zu den Brunnenfesten schmücken die Mitglieder der Gemeinschaft zudem den "Brunnen zum Brückenradweg", der im Einheitsdenkmal steht. Ein Dorn im Auge war den ehrenamtlichen Helfern dabei die graue und wenig ansehnliche Rückseite des Bahnhofsgebäudes. Pünktlich zum Brunnenfest erstrahlte die Wand in einem sauberen Weiß. Mit der Unterstützung von Georg Regnet, der Baugerüst und Farbe zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellte, verputzten die "Pfleger" die Wand und strichen sie. "So hatte der Bahnhof zum Brunnenfest wenigstens wieder ein Gesicht", sagt Zitterbart. Auch er und seine Mitstreiter würden sich über "jede noch so kleine Hilfe" freuen. "Wir nehmen gerne noch ehrenamtliche Helfer auf, um auch in Zukunft den Bahnhofspark attraktiv zu gestalten", erklärt der Pensionär. Denn auch in dieser Pflegegemeinschaft werden die Freiwilligen nicht jünger.

Seit einigen Jahren gibt es im Mehrgenerationenhaus auch einen Nähtreff, den Heike Syma ins Leben rief. Der Treff sucht zur Verstärkung für die ehrenamtlichen Leiterinnen noch eine oder zwei engagierte Frauen (oder Männer), die Lust und Zeit haben, ihre Kenntnisse an der Nähmaschine an andere weiterzugeben. Ebenso würde sich das Team des Mehrgenerationenhauses auch über Helferinnen freuen, die sich während des Nähtreffs um mitgebrachte Kinder kümmern, damit die Mütter ungestört an der Nähmaschine üben können. Zurzeit findet der Nähtreff immer donnerstags am Vormittag statt. Eine Erweiterung auf andere Tage oder Zeiten wäre mit weiterer tatkräftiger Unterstützung denkbar.

Autor

Christian Schilling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
02. 10. 2019
18:58 Uhr

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Christian Schilling

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Veröffentlicht am:
02. 10. 2019
18:58 Uhr



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