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Ein halbes Jahrhundert Gemeindezentrum

Seit 50 Jahren gibt es die Begegnungsstätte mit Kinderkrippe in Niederlamitz. Zum Jubiläum erinnert sich Pfarrer Markus Rausch an die Anfänge.



Brigitte Spitzbarth, Robert Welzel, Pfarrer Markus Rausch, Anita Welzel, Lieselotte Hacker (von links) schwelgten in Erinnerungen an die Geschichte des Gebäudes, das dem evangelischen Gemeindeleben in Niederlamitz eine Heimat gibt.	Foto: pr.
Brigitte Spitzbarth, Robert Welzel, Pfarrer Markus Rausch, Anita Welzel, Lieselotte Hacker (von links) schwelgten in Erinnerungen an die Geschichte des Gebäudes, das dem evangelischen Gemeindeleben in Niederlamitz eine Heimat gibt. Foto: pr.  

Niederlamitz - Am 21. September 1969 ist das Gemeindezentrum Niederlamitz feierlich eingeweiht worden - 50 Jahre und einen Tag danach veranstaltete die evangelische Kirchengemeinde Kirchenlamitz ein feierliches Jubiläum.

Der Gemeindesaal, der alle zwei Wochen als Gottesdienstraum und dazwischen als Turn- und Mehrzweckraum für die Kinderkrippe genutzt wird, war mit rund 80 Besuchern rappelvoll.

Pfarrer Rausch und das Team der Kinderkrippe unter der Leitung von Daniela Krauß feierten einen abwechslungsreichen Gottesdienst, in dem zur Feier des Tages mehrere Minuten lang die Glocke läutete und ein Stück des Geburtstagskuchens an alle Besucher verteilt wurde.

Zusammen mit den Erwachsenen sangen die Kinder "Wer will fleißige Handwerker sehn". Mehrmals gab es Applaus seitens der Gottesdienstbesucher: für Barbara Benker, die der 40 Jahre alten Orgel immer noch wunderbare Töne entlockt, für das Mesner- und Hausmeister-Ehepaar Welzel, das das Gemeindezentrum seit vielen Jahren zu einem gastfreundlichen Ort macht und für das pädagogische Team von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen, die einfühlsame und kompetente Arbeit leisten und zusammen mit den Eltern das Fundament einer soliden Erziehung im Sinn des christlichen Menschenbildes legen.

Pfarrer Rausch begrüßte mit Brigitte Spitzbarth und Liselotte Hacker zwei ehemalige Mitarbeiterinnen der Niederlamitzer Kindertagesstätte. Spitzbarth war - damals unter ihrem Mädchennamen Schwarz - die erste Leiterin der Einrichtung.

Rausch erinnerte auch an die verstorbenen Frieda und Herbert Biedermann, die vor Anita und Robert Welzel lange Zeit Mesner- und Hausmeisterdienste leisteten.

In seiner Ansprache ging Pfarrer Rausch zudem auf die Geschichte der Kindertagesstätte ein: Der Kirchenvorstand hatte schon länger über ein neu zu erstellendes Gebäude nachgedacht, als man im Herbst 1967 konkret den Neubau samt Kindergarten für 30 bis 35 Kinder plante. Die Verantwortlichen, allen voran Pfarrer Rudolf Bohrer, bewiesen Mut, in Niederlamitz neue Wege zu gehen. 250 000 D-Mark waren für den Neubau einplant, samt Jugendraum im Keller und einer Wohnung für die Kindergartenleiterin. Die Hauptgeldgeber waren die evangelische Landeskirche und das Staatsministerium für Unterricht und Kultus (aus Grenzlandmitteln). Dazu kam noch ein Vermächtnis der aus Niederlamitz nach Amerika ausgewanderten Charlotte Marsh, geborene Benker, in Höhe von 10 000 Dollar. Ein Schild im Eingangsbereich des Gemeindezentrums erinnert noch heute an die großzügige Spenderin.

Da Pfarrer Bohrer durch seinen persönlichen Einsatz schon so viel Vorklärung und Vorarbeit geleistet hatte, wurde im Mai 1968 das Vorhaben über die Presse allgemein bekannt gemacht.

Die Wahl fiel auf den Hofer Architekten Horst Rudorf, der das stimmigste und kostengünstigste Konzept erarbeitet hatte. Von Herbst 1968 bis Frühjahr 1969 fand der Bau statt. Das evangelische Gemeindeleben in Niederlamitz bekam damit eine Heimat, ein Zuhause.

Am 21. September 1969 fand in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des kirchlichen und öffentlichen Lebens und unter starker Beteiligung der Bevölkerung die Einweihung durch Dekan Ludwig Krämer statt. Nach der Begrüßung durch Pfarrer Rudolf Bohrer sang die Gemeinde, begleitet vom Posaunenchor "Nun jauchzt dem Herrn alle Welt". Die Orgel wurde erst zehn Jahre später, im Jahr 1979, installiert. Bis dahin ist in den Gottesdiensten die Orgelmusik präsent und unterstützt den Gemeindegesang.

Zwei nicht mehr gebrauchte Glocken am Niederlamitzer Schulhaus sollten zuerst zu einer Glocke fürs Gemeindezentrum umgegossen und wiederverwendet werden. Doch dann entschied man sich für eine ganz neue Glocke - gestiftet von Adolf und Berti Reul. Sie ziert das Bild von Noahs Arche und einer Taube und trägt den Namen "Glaube - Hoffnung - Liebe".

2012 wurde das Gemeindezentrum Niederlamitz samt Kindertagesstätte grundlegend saniert. Der Landkindergarten verwandelte sich in eine Kinderkrippe mit 18 Plätzen. Auch da hat der Kirchenvorstand die mutige Entscheidung getroffen, als Kirche in Niederlamitz präsent zu bleiben.

Pfarrer Rausch wies dankbar auf die Mühen und Anstrengungen hin, die es gekostet hat, das Gemeindezentrum zu erbauen und 50 Jahre lang zu erhalten und zu betreiben. Er freue sich über die gut besuchten Gottesdienst in familiärer Atmosphäre und dankte für die Menschen, die ihren Glauben nicht nur im stillen Kämmerlein, sondern auch öffentlich leben und dadurch ein Bekenntnis zu Jesus Christus abgeben. Denn jeder Gottesdienstbesuch sei ein Bekenntnis. Der festliche Vormittag klang mit Sektempfang aus.

Der zweite Teil der Festlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Gemeindezentrums Niederlamitz findet am Donnerstag, 17. Oktober, statt: Es gibt um 19 Uhr eine Führung durch die Räume der 2012 neu gestalteten Kinderkrippe und um 19.30 Uhr eine Gemeindeversammlung. Markus Rausch

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Veröffentlicht am:
23. 09. 2019
17:30 Uhr

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23. 09. 2019
17:30 Uhr



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