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Wunsiedel

Flachdach sorgt für Irritationen

Der neue Kindergarten in Schönbrunn ist mit einem Dach ohne Neigung geplant. Die Bürger befürchten Schäden bei stärkeren Niederschlägen.



Schönbrunn - Der neue Kindergarten in Schönbrunn ist erst in der Planung, sorgt aber schon für Zündstoff. Vor allem das vorgesehene Flachdach ist bei der Bürgerversammlung in der ehemaligen Gemeinde auf wenig Gegenliebe in der Bevölkerung gestoßen.

Schönbrunn, das "Silberdorf" in der Festspielstadt, sei immer wieder einen Besuch wert und schön anzuschauen, betonte Bürgermeister Karl-Willi Beck bei der Begrüßung der fast 40 Besucher im Gasthaus "Röslatal". Im Gepäck hatte das Stadtoberhaupt einen leicht verkürzten Jahresrückblick über die Kernstadt. Dabei ging Beck auch auf die derzeitige Situation der Kindergärten ein. Ein Thema, das die Schönbrunner mit dem geplanten Neubau einer Kindertagesstätte (Kita) in den nächsten Jahren beschäftigen wird. "Die Jahre des Kindergartens sind gezählt", sagte der Rathauschef im Hinblick auf die derzeitige Situation. Hingegen seien in Holenbrunn für den alten Kindergarten die Tage gezählt. Der Neubau werde nach Weihnachten bezogen. Beck empfahl den Schönbrunner Bürgern, sich hier beim Tag der offenen Tür ein Bild zu machen, um auch Anregungen für den Neubau im westlichen Wunsiedler Ortsteil mitzunehmen.

Bei einem momentanen Bedarf von derzeit 138 Krippen, 287 Kindergarten- und 120 Hortplätzen in der Stadt sowie den Ortsteilen Holenbrunn und Schönbrunn sei die Stadt dabei, die Kitas aufzurüsten. Voraussichtlich fast 1,3 Millionen Euro nehme die Stadt heuer für den Eigenanteil an den laufenden Kosten der Kitas in die Hand. Dies seien 40 Prozent des Gesamtaufwands, den gleichen Anteil würde der Freistaat beisteuern, nur 20 Prozent müssten die Eltern über Gebühren leisten. 2014 lag der Eigenanteil der Stadt bei "nur" knapp 800 000 Euro.

Zum Neubau der Kita in Schönbrunn an der Ostseite des Breitenbrunner Weges hatte Beck quasi druckfrisch die ersten Pläne mitgebracht. Das alte Gebäude sei fast aus allen Nähten geplatzt und habe die Betreuungswünsche der Eltern nicht mehr erfüllen können. Demnach handelt es sich beim neuen Gebäude um ein zweiflügeliges Konstrukt mit Flachdach, in dem Hort, Krippe und Regelkindergarten räumlich voneinander getrennt sind. Die Maßnahme werde im Großbauausschuss abgewickelt und soll noch vor Jahresende ausgeschrieben werden. Die Grundsatzplanung enthalte viele Elemente aus Holz. "Der Architekt ist wegen seiner planerischen Qualität ausgesucht worden", erklärte Beck.

Und eben diese Planung kritisierten viele Besucher, allen voran Christian Roth, selbst junger Vater. Er bemängelte nicht nur die frühen Anmeldungen für den Kindergarten sondern auch die Flachbauweise. Viele Beispiele in der Region hätten gezeigt, dass Flachdächer auf Dauer nicht dicht seien, vor allem bei Starkregen, oder wenn Schneemassen die Dachfläche belasten würden. Beck entgegnete hier, dass Fachleute der Meinung seien, dass die Bauweise aufgrund neuer Materialien kein Problem darstellen würde. Zudem würde eine Dachform mit Gefälle die Kosten für das Projekt enorm in die Höhe treiben.

Stefan Schürmann erinnerte daran, dass der Obst- und Gartenbauverein in den letzten 15 Jahre viele Obstbäume auf dem künftigen Gelände finanziert, gepflanzt und gepflegt habe. Diese sollen laut Bürgermeister erhalten bleiben. Wiederum andere Bäume, die der Maßnahme etwa im Eingangsbereich weichen müssen, sollen umgepflanzt werden. Dies soll auch in der Ausschreibung festgesetzt werden.

Nach der Nachfolgenutzung des alten Kindergartens erkundigte sich Kathrin Horn. Das Gebäude sei im Besitz der Immobilien KU, erwiderte Beck. Unter anderem Wohnungen seien hier in Zukunft nach dem Auszug möglich. Auch die Zukunft des Schützenstandes müsse diskutiert werden. Uwe Heidel, Vorstand des Immobilien KU, gehe hier zu gegebener Zeit auf die Bürger zu.

Einer der Nutzer des alten Kindergartens war auch die Dorfgemeinschaft (DG) Schönbrunn/Breitenbrunn. Robert Höhn, einer der Sprecher der DG, richtete sein Wort auch an die beiden Bürgermeisterkandidaten Manuela Menkhoff und Nicolas Lahovnik. "Die DG wird auch in Zukunft kein Gemeinschaftshaus fordern." An Bürgermeister Beck verteilte Höhn ein Sonderlob im Namen der DGs. Dank der Unterstützung durch den Rathauschef und die Kommune hätte die Festspielstadt die bestausgestatteten Dörfer. Beck gab die Lorbeeren zurück. Die Förderung der DGs sei von Anfang an die wirtschaftlichste und beste Art für die Stadt sowie für die Selbstbestimmung der Orte gewesen. Ohne die Dorfgemeinschaften würden sich die Wunsiedler Orte nicht in diesem Ausmaß präsentieren wie heute.

Deshalb zollte Beck den Bürgern in Schönbrunn, Breitenbrunn und Furthammer seinen Respekt für das Engagement. Ein Sonderlob gab es für die Mitglieder der Feuerwehr. Diese hatten fast im Alleingang den Kauf eines neuen Fahrzeugs für die Wehr ermöglicht.

Autor

Christian Schilling
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
13. 11. 2019
17:06 Uhr

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Christian Schilling

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Veröffentlicht am:
13. 11. 2019
17:06 Uhr



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