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Wunsiedel

Fünf verletzte Feuerwehrleute, zwei Millionen Euro Schaden nach Großbrand

Mitarbeiter der Baufirma Roth und Passanten verhindern eine Katastrophe. Sie bringen Gasflaschen in Sicherheit.



Mit allen Kräften versuchte die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf Fahrzeuge und ein Wohngebäude zu verhindern.
Mit allen Kräften versuchte die Feuerwehr ein Übergreifen der Flammen auf Fahrzeuge und ein Wohngebäude zu verhindern.  

Wunsiedel - Der Mitarbeiter der Baufirma Roth schüttelt ungläubig den Kopf. "Dass ich so etwas noch miterleben muss - so kurz vor der Rente", sagt er am Donnerstagnachmittag und betrachtet das Skelett der einstigen Lagerhalle. Sie ist völlig zerstört. Putze, Ziegel, kleine Maschinen, Holz, Stützen und Gerüste waren bis Mittwochabend hier gelagert. Jetzt ist alles kaputt, buchstäblich ein Raub der Flammen.

22.08.2018 - Lagerhallen-Brand in Wunsiedel - Foto: Matthias Bäumler, Brigitte Gschwendtner, Feuerwehr Wunsiedel, pr.

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Lagerhallen-Brand in Wunsiedel Wunsiedel
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Von Stunde zu Stunde wird am Donnerstag die Schadenssumme immer höher. "Wir gehen mittlerweile von mehr als zwei Million Euro aus", sagt Polizeisprecher Heiko Mettke auf Nachfrage der Frankenpost . Tatsächlich ist erst im Laufe des Tages klar geworden, wie heftig das Feuer und die Hitzeentwicklung waren. An einem Stapler, der etwa zehn Meter neben der Lagerhalle abgestellt war, ist die Plastikrückwand zu einem Klumpen geschmolzen. Sogar die Signallampe auf dem Dach hat sich teilweise verflüssigt. Nicht mehr zu retten ist der Kran. Der diente zum Be- und Entladen der Fahrzeuge auf dem Lagerplatz. "Wir haben versucht, ihn vom Feuer wegzudrehen, hatten aber nicht genügend Strom", sagt Kreisbrandrat Wieland Schletz. Wegen des Kranes habe die Feuerwehr den Platz davor sperren müssen, da er hätte umstürzen können. Dennoch haben sich beim Einsatz fünf Feuerwehrleute leicht verletzt. Unter anderem erlitt einer einen Kreislaufzusammenbruch, ein anderer zog sich Brandwunden an der Hand zu.

Den Tränen nah ist die Bewohnerin der Wohnung oberhalb des Bürogebäudes, das an den Lagerplatz grenzt. Dessen Jalousien hängen in Fetzen herab, mehrere Fensterscheiben sind gesprungen und auch die Plastikrahmen haben sich verzogen. "Dabei haben wir noch riesiges Glück gehabt, dass es windstill war. Wehe, wenn die Feuersbrunst auf das Haus übergesprungen wäre."

Eben dies zu verhindern, war auch für die Feuerwehr erste Prämisse beim Einsatz. Wie extrem die Verhältnisse auf dem Lagerplatz waren, berichtet ein Mitarbeiter der Baufirma. "Ich bin auf den Lagerplatz gerannt und sofort wieder umgekehrt, so mörderisch war die Hitze."

Kaum Zeit zum Besinnen hatte am Donnerstag Veronika Sirch, Geschäftsführerin der Firma Roth. Sie war fast die ganze Nacht über am Brandort und führte am Tag darauf zahllose Gespräche mit Versicherungen, der Polizei und den Bauleitern. "Ich habe den Rauch gesehen und bin sofort losgefahren", sagt sie am Telefon der Frankenpost . Am wichtigsten sei ihr natürlich die Sicherheit der Menschen gewesen. "Wir haben im Freien mehrere Gasflaschen gelagert. Einige Mitarbeiter schleppten sie mit Hilfe zweier Passanten vom Brandort." Damit haben sie womöglich eine Katastrophe verhindert. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn die Flaschen explodiert wären.

Gerade jetzt herrscht am Bau Hochkonjunktur. Doch trotz der Katastrophe laufen laut Veronika Sirch "alle Baustellen ohne Einschränkung weiter". "Alle Materialien sind vor Ort, außerdem erhalten wir Hilfe, wenn wir etwas benötigen."

Am Donnerstag waren die Brandfahnder der Kripo Hof am Brandort. Die Ursache für die Katastrophe ist bislang nicht bekannt. Nach ersten Erkenntnissen dürfte das Feuer in der Zeit von 19 Uhr bis 19.30 Uhr hinter der Lagerhalle ausgebrochen sein. Hier waren Plastikrohre gelagert. -----

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Hof unter der Telefonnummer 09281/7040 entgegen.

 

Lesen Sie dazu auch: Einsatz mit Hindernissen

 

 

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Matthias Bäumler, Brigitte Gschwendtner
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Veröffentlicht am:
22. 08. 2018
19:41 Uhr

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Matthias Bäumler, Brigitte Gschwendtner

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22. 08. 2018
19:41 Uhr



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