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Wunsiedel

Grießhammer soll Landratsamt erobern

Die SPD nominiert den 37-jährigen Weißenstädter als ihren Kandidaten. Der stellt sich als eine "Kombination aus Frische und Erfahrung" vor.



Einstimmig ist Holger Grießhammer (Dritter von links) als SPD-Kandidat für die Landratswahl am 16. März 2020 nominiert worden. Es gratulierten (von links) die Landtagsabgeordneten Klaus Adelt und Inge Aures, Grießhammers Frau Nicole, seine Stellvertreterin im Bezirkstags-Fraktionsvorsitz, Dr. Beate Kuhn, und SPD-Unterbezirks- und Kreisvorsitzender Jörg Nürnberger. Foto: Rainer Maier
Einstimmig ist Holger Grießhammer (Dritter von links) als SPD-Kandidat für die Landratswahl am 16. März 2020 nominiert worden. Es gratulierten (von links) die Landtagsabgeordneten Klaus Adelt und Inge Aures, Grießhammers Frau Nicole, seine Stellvertreterin im Bezirkstags-Fraktionsvorsitz, Dr. Beate Kuhn, und SPD-Unterbezirks- und Kreisvorsitzender Jörg Nürnberger. Foto: Rainer Maier  

Weißenstadt - Am Samstag um 11.32 Uhr verkündet SPD-Kreisvorsitzender Jörg Nürnberger, was ohnehin alle erwartet haben: "Holger Grießhammer ist der Kandidat der SPD für das Amt des Landrats des Landkreises Wunsiedel." Alle 26 Delegierten haben für Grießhammer gestimmt, jetzt feiern sie ihren Kandidaten mit anhaltendem Applaus im Stehen. Eine Formalie nur ist Nürnbergers Frage "Holger, nimmst du die Wahl an?" Mit einem fränkischen "Freilich" antwortet der neue Hoffnungsträger lachend. Dann wird er ernster, dankt "für das großartige Vertrauen". Und verspricht: "Ich möchte meine Energie voll und ganz für den Landkreis einsetzen."

Der 37-jährige Malermeister mit eigenem Betrieb, verheiratet und Vater von fünf Kindern, ist ein Aufsteiger in der SPD Fichtelgebirge. Im Jahr 2000 in die Partei eingetreten, wird er 2003 bereits Vorsitzender des Ortsvereins Weißenstadt und 2009 Kreisvorsitzender und stellvertretender Unterbezirksvorsitzender in Hochfranken (beides bis 2016). 2008 zieht er in den Stadtrat ein, wird auf Anhieb zweiter Bürgermeister. Seit 2009 ist er Mitglied im Kreistag. Seit Oktober 2018 ist er Bezirksrat, seine SPD-Kollegen wählen ihn gleich zum Fraktionsvorsitzenden.

Nun also soll die Rückeroberung des Wunsiedler Landratsamtes nach zwölf Jahren CSU-Herrschaft der nächste Schritt auf Grießhammers politischer Karriereleiter werden. Er will, wie er in seiner Bewerbungsrede vor den Delegierten sagt, "den Geist von Weißenstadt in den Landkreis hineintragen". Er meint damit den Aufschwung, den die Stadt am See in den vergangenen Jahren erlebt hat. Dass seine Nominierung im neuen Gesundzeitresort "Siebenquell" erfolgt, ist kein Zufall, sondern bewusstes Signal. "Die Aufgabe der Politik ist es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen", sagt Grießhammer. Das habe die Stadt Weißenstadt beispiellos bewiesen.

Der Unternehmer sieht die kommunale Wirtschaftspolitik als eine der wichtigsten Aufgaben des künftigen Landrats. Hier sei die Vielfalt ein Garant für den Erfolg. Die Kampagne "Freiraum für Macher" sei der richtige Ansatz, um Fachkräfte in den Landkreis zu holen. Ebenso wichtig sei es, "Freiraum für Investitionen" zu schaffen, gerne auch in interkommunaler Zusammenarbeit. Das Landratsamt sieht Grießhammer bei dieser Entwicklung als Servicestelle, die dabei helfe, gesetzliche Spielräume optimal zu nutzen. Ein weiteres zentrales Thema, das unmittelbar mit der Wirtschaft zu tun habe, sei der Tourismus. Der Freistaat müsse ihn endlich als Pflichtaufgabe der Kommunen anerkennen.

Hier wirbt Holger Grießhammer auch um die Nachbarn: "Ich möchte die Ochsenkopf-Gemeinden und die Fichtelgebirgskommunen im Hofer und Tirschenreuther Landkreis mit einbeziehen in die Entwicklung zur ,Marke Fichtelgebirge‘." Wie Oberfranken im Ganzen so entwickelten sich auch das Fichtelgebirge und der Landkreis Wunsiedel in den vergangenen Jahren positiv: "Die miese Stimmungslage und die wirtschaftliche Talfahrt konnten wir hinter uns lassen", sagt der Kandidat. Aber: "Das Ziel ist noch lange nicht erreicht." Grießhammer warnt vor Altersarmut, mahnt den Bau von seniorengerechten Wohnanlagen an und fordert mehr Pflegeplätze, vor allem für Demenzpatienten.

Visionen von einem Großlandkreis Hochfranken erteilt er eine klare Absage: "Der Landkreis Wunsiedel muss eigenständig erhalten bleiben!" Dafür kann er sich aber mehr Engagement des Landes Bayern auf kulturellem Sektor vorstellen. "Ich fordere den Freistaat auf, die Luisenburg zum Staatstheater zu machen, auch um die Stadt Wunsiedel finanziell zu entlasten."

Auch "Freiraum für Familien" möchte Grießhammer schaffen, sollte er nächstes Jahr Landrat werden. Kinderbetreuung und eine moderne Schullandschaft seien wichtig. Doch nicht nur das: "Zwei Hochschuleinrichtungen im Landkreis Wunsiedel würden unsere Bildungsregion positiv abrunden."

Auch Kommunalpolitiker müssen sich Holger Grießhammer zufolge mit Klimawandel und Klimaschutz beschäftigen. "Der ,Wunsiedler Weg‘ zeigt, dass wir die Energiewende auch kommunal lösen können", sagt er. Eine Gleichstromtrasse quer durch die Heimat gelte es zu verhindern. Ganz klar sagt der rote Kandidat, ein grüner Landkreis sei sein Ziel. Auch deshalb werde er an einer Verbesserung des Nahverkehrs auf dem Land arbeiten.

Über sich persönlich sagt Holger Grießhammer, seine beruflichen Erfolge zeugten von seinem Ehrgeiz, gesteckte Ziele auch zu erreichen. Es habe noch nie einen so jungen Landratskandidaten gegeben, der vor Amtsantritt so viele Jahre an Erfahrung in der Kommunalpolitik habe sammeln können. Diese "Kombination aus Frische und Erfahrung" biete den Bürgerinnen und Bürgern eine neue Perspektive. Das Amt des Landrates sei für ihn ein überparteiliches: "Ich möchte mich gemeinsam mit allen Menschen auf den Weg machen."

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Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
19. 05. 2019
16:16 Uhr

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Rainer Maier

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Veröffentlicht am:
19. 05. 2019
16:16 Uhr



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