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Wunsiedel

In Nagel geht es stetig aufwärts

Die Einwohnerzahl wächst langsam und die Übernachtungszahlen steigen. Über diese positiven Tendenzen freut sich das Gemeindeoberhaupt in der Bürgerversammlung.



Stellvertretender Landrat Gerald Schade, Bürgermeister Theo Bauer und die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin Kerstin Pöllmann (von links) standen den Bürgern in Nagel Rede und Antwort. Foto: Schi.
Stellvertretender Landrat Gerald Schade, Bürgermeister Theo Bauer und die stellvertretende Geschäftsstellenleiterin Kerstin Pöllmann (von links) standen den Bürgern in Nagel Rede und Antwort. Foto: Schi.  

Nagel - Lag es an den Herbstferien oder an der Zufriedenheit der Bewohner von Nagel? Nur etwa halb so viele Besucher wie in früheren Jahren kamen zur Bürgerversammlung im Gemeindezentrum und verfolgten den Jahresbericht von Bürgermeister Theo Bauer.

Die Zahlen die das Gemeindeoberhaupt vorlegte, und die Tatsache, dass sich bei der anschließenden Bürgersprechstunde niemand zu Wort meldete, lassen darauf schließen, dass die Bevölkerung in Nagel nahezu wunschlos glücklich ist und es in der Gemeinde am See weiter aufwärts geht. "Das Positivste ist, dass die Bevölkerungszahl allmählich wieder zunimmt", freute sich Bauer. Neun Einwohner mehr, nämlich 1736, zählen Nagel und seine Ortsteile als noch 2015. Zähle man die 366 Bewohner mit Zweitwohnsitz hinzu, so residierten im Ort 2102 Personen. Allerdings hätten früher weit über 500 Leute einen Nebenwohnsitz in Nagel angemeldet, schränkte Bauer ein wenig ein. 67 Zuzüge standen demnach im vergangenen Jahr 65 Wegzüge entgegen. Und auch der vielzitierte Sterbeüberschuss wird geringer. Zehn Geburten kompensierten fast 15 Sterbefälle. Im Vorjahr betrug die Differenz bei nur drei Geburten 18 mehr Sterbefälle.

Im Gegensatz dazu habe sich die Schuldenlast, die die Gemeinde drückt, um 280 000 Euro von 5,88 Millionen auf 5,6 Millionen Euro verringert. Davon seien 2,64 Millionen Euro "echte Schulden". Wasser stünde mit 1,3 und Abwasser und Kanal mit 1,7 Millionen Euro zu Buche. Das Anlagevermögen übertreffe hier aber die Schulden bei weitem. Dass der Gemeinderat und die Verwaltung sparsam wirtschaften, zeige sich unter anderem darin, dass aus dem Jahr 2015 statt der geplanten 160 000 Euro 260 000 Euro vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt überführt wurden. Für 2016 sei ein Transfer von 240 000 Euro geplant, der aber wohl wieder übertroffen werde, erklärte Bauer. Trotz genehmigten Haushalts befinde sich die Gemeinde aber weiterhin in der Konsolidierung. Die Leistungsfähigkeit und die mittelfristige finanzielle Wirtschaftskraft seien aber für die nächsten drei Jahre gesichert. Dass die Gemeinde sparsam wirtschafte zeige sich auch an der Stabilisierungshilfe. Hier habe der Staat im vergangenen Jahr Nagel mit 350 000 Euro unterstützt, heuer seien es 150 000 Euro. Die höheren Stabilisierungshilfen würden nach Meinung von Bauer in die Städte und Gemeinden gehen, die auch mehr Unterstützung benötigen.

Jeweils 20 000 Euro weniger als im Vorjahr habe die Gemeinde bei der Kreisumlage und der VG-Umlage entrichten müssen. Die Schulverbandsumlage habe mit 155 000 Euro das gleiche Volumen wie im Vorjahr. Hier halte sich an der Kösseine-Schule auch die Zahl der Klassen in den beiden Jahren in etwa die Waage. 41 von 107 Schülern, die die Schule besuchen, kämen aus Nagel. Der Unterhalt der Kindertagesstätte stehe mit 150 000 Euro zu Buche. Hier müsse die Gemeinde aufgrund des Ausbaus für die Krippenkinder die Kindertagesstätte Umbauen. Von den 440 000 Euro Kosten verblieben 60 000 Euro bei der Gemeinde. Für die Feuerwehr nehme die Gemeinde 22 000 Euro in die Hand. Hier habe sich als Glücksfall erwiesen, dass ein zugezogener, Brandbekämpfer die Wehr mit einer großzügigen Spende bedachte.

Sehr gute Erfahrung habe Nagel als Außenstelle der Landesgartenschau in Bayreuth gemacht. "Wir hatten noch nie so viele Besucher", berichtete Bauer. Damit einher gingen auch steigende Übernachtungszahlen, die seit 2013 von 7150 Übernachtungen bis auf 9738 im Jahr 2015 anwuchsen. "Ich bin mir sicher, heuer knacken wir die 10 000er-Marke", sagte Bauer. Durch mehr Besucher und Gäste würde auch die Infrastruktur gestärkt. Als Einheimischer sei man oft betriebsblind gegenüber der Vielfalt an Angeboten. "Und wir haben in Nagel alles, was man zum Leben braucht", betonte Bauer mit Hinweis auf medizinische und ärztliche Versorgung sowie verschiedene Einkaufsmöglichkeiten, sieben Gaststätten und drei Bäckereien.

Viel lobende Worte fand der Bürgermeister auch für die vielen ehrenamtlichen Helfer von Vereinen und Institutionen, allen voran dem Helferkreis für die Flüchtlinge. Derzeit würden hier 46 Asylbewerber ohne Probleme betreut. Eine starke Initiative, die sich für die Dorferneuerung einsetzt, gebe es auch im Ortsteil Mühlbühl. Auch das Vereinsleben sei intakt. Dies zeigten unter anderem die vielfältigen Ferienaktionen und Gemeindemeisterschaften.

Die Grüße des Landrats überbrachte Gerald Schade: "Die Stimmung in den Bürgerversammlung zeigt, dass es in der Region aufwärts geht." Die Bevölkerung denke positiver als noch vor ein paar Jahren. Und dies habe viele Gründe, unter anderem sei "die Lebensqualität in den Großstädten wesentlich schlechter".

Wir haben in Nagel alles, was man zum Leben braucht.

Bürgermeister Theo Bauer

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Von Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
04. 11. 2016
00:00 Uhr

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Von Christian Schilling

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04. 11. 2016
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