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Insekten piesacken Röslauer Jugend

Ein Wespennest auf einem Kinderspielplatz sorgt in der Gemeinde für Unmut. Ein erneutes Gespräch mit dem Landratsamt soll nun Abhilfe schaffen.



Ein Teil des Spielplatzes am Hirtberg in Röslau ist wegen eines Wespennestes momentan für die Kinder nicht nutzbar. Foto: pr.
Ein Teil des Spielplatzes am Hirtberg in Röslau ist wegen eines Wespennestes momentan für die Kinder nicht nutzbar. Foto: pr.  

Röslau - Unangenehme Gäste haben sich am Spielplatz am Hirtberg in einem Erdhügel im wahrsten Sinne des Wortes eingenistet. Ein Wespennest sorgt dafür, dass ein Teil des Spielplatzes seit dem 5. April abgesperrt ist, wie Gemeinderat Bernd Nürnberger bei der jüngsten Gemeinderatssitzung monierte.

"Die Absperrung stößt auf absolutes Unverständnis bei der Bevölkerung", sagte Nürnberger. Die Kinder würden sich nicht daran halten, und unter dem Trassierband durchschlüpfen - die Verlockung der Rutsche, die von dem Hügel herabführt, sei einfach zu groß. "Zählt hier der Schutz der Insekten mehr als die Bewegungsfreiheit der Kinder?" Diese Frage stellte Nürnberger in den Raum. Allerdings konnte in der Sitzung nicht geklärt werden, um welche Wespenart es sich handelt. Während Nürnberger von Erdwespen sprach - diese stehen unter Naturschutz - identifizierte Bürgermeister Torsten Gebhardt die Hautflügler als Sandwespen, die keinen besonderen Schutz genießen. Auch andere Gemeinderäte forderten eine Umsiedlung des Insektenstaates durch einen Experten. "Es muss etwas gemacht werden", war der einhellige Tenor. "Das werden wir mit dem Landratsamt klären", sagte der Bürgermeister.

Der hatte gleich zu Beginn eine positive Nachricht vermeldet: "Das Landratsamt hat unserer Haushaltssatzung ohne Einwände zugestimmt." Gebhardt gab zudem bekannt, dass die Planungsaufträge für die Gemeindeverbindungsstraßen nach Bibersbach und nach Dürnberg inzwischen vergeben wurden. In den nächsten Tagen würde an beiden Straßen mit den Vermessungsarbeiten begonnen werden.

Der Gemeinderat stimmte zudem einem Bauantrag zu. Demnach dürfen die Bauherren in der Dammstraße 30 a ein Einfamilienwohnhaus mit Garage auf einem freien Grundstück errichten. Verabschiedet wurde auch endgültig die Satzung für die öffentliche Wasserversorgungseinrichtung.

Den größten Teil der Sitzung nahm dann die Vorstellung des Masterplan-Entwurfs für den Standort Röslau des gemeinsamen Kommunalunternehmens (gKU) Winterling Immobilien ein. Cäcilia Scheffler, Vorstand des gKU, begrüßte Architekt Peter Kuchenreuther, der den Gemeinderäten den Entwurf der Broschüre für den Masterplan näherbrachte. Bei der Erstellung der Broschüre und den Planungen habe man sich viel Zeit gelassen, mit Mietern und Anwohnern zu sprechen, betonte Scheffler. In der Entwicklung für die Zukunft des Winterling-Areals seien nicht nur die Nutzungen der Gebäude, sondern auch der Umgriff bedacht und mit Trägern öffentlicher Belange gesprochen worden. Die Gebäude seien solide gebaut und sollten nach der Renovierung auch noch die nächsten 50 Jahre überstehen.

Architekt Kuchenreuther präsentierte dazu die Broschüre. Diese enthält neben dem Masterplan auch einen geschichtlichen Abriss über die Gemeinde und die Firma Winterling sowie unter anderem einen Blick auf die Lage Röslaus und das gesamte Gemeindegebiet. Die Struktur des Geländes sei damals auf die Porzellanindustrie zugeschnitten gewesen und beherberge insgesamt 16 Gebäude, darunter den sechsgeschossigen Buntbetrieb, den Weißbetrieb, die Verwaltung, Schlosserei, Schreinerei, Kantine und das Wohnhaus.

Als "Missstände" sieht der Architekt hier vor allem die mangelhafte Bausubstanz sowie die vier Zufahrten. Jeder Missstand biete aber auch Entwicklungsperspektiven. Hier habe man bereits eine "Schneise geschlagen", die die Zufahrten von vier auf zwei reduzieren soll. Dies entzerre zudem den Verkehr im Umfeld. Von den Firmen Scherdel, Steinkamp und Color M seien bereits drei Geschosse belegt. Als nächstes sollten die Obergeschosse hergerichtet, Treppenhäuser erneuert und neue Aufzüge installiert werden. Ein Problem sei nach weiteren Vermietungen, genügend Parkplätze zur Verfügung zu stellen.

Rund elf Millionen Euro seien für die Umbaumaßnahmen eingeplant, ergänzte Scheffler vom gKU. Diese würden von der Förderoffensive Nordostbayern mit bis zu 90 Prozent unterstützt. In dem Betrag sei aber noch nicht die Renovierung der ehemaligen Verwaltung eingerechnet. Nötige Förderanträge würden derzeit vorbereitet. Auch suche man Planer für den Tiefbau. Ein Augenmerk müsste man bei der Ausstattung auch auf den Brandschutz, eine energetisch saubere Heizung sowie neue Fenster legen. "Es wäre schön, wenn wir das Gebäude des Buntbetriebs bereits 2020 in Angriff nehmen könnten", sagte Scheffler. Für ein Stockwerk gebe es eine konkrete Anfrage von einem künftigen Mieter. Dieser würde die Räume am liebsten schon im März 2020 beziehen. "Das wird allerdings schwierig", sagte Scheffler.

Ziel der Gemeinde sei zudem, ein Gewerbegebiet zwischen dem Winterling-Areal und dem Feuerwehrhaus anzusiedeln, ergänzte Gebhardt.

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Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
17. 04. 2019
17:48 Uhr

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Christian Schilling

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17. 04. 2019
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