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Wunsiedel

Jugend lobt, kritisiert und hat viele Wünsche

In Kirchenlamitz findet die bislang größte Jugendkonferenz des Landkreises statt. Die Stadträte hören aufmerksam den Ergebnissen zu.



Kreisjugendpfleger Martin Reschke und Sarah-Alena Thoma von der Abteilung Sozialplanung des Landkreises Wunsiedel stellten dem Kirchenlamitzer Stadtrat die Ergebnisse der Jugendkonferenz "Denk mit"vor. Foto: Willi Fischer
Kreisjugendpfleger Martin Reschke und Sarah-Alena Thoma von der Abteilung Sozialplanung des Landkreises Wunsiedel stellten dem Kirchenlamitzer Stadtrat die Ergebnisse der Jugendkonferenz "Denk mit"vor. Foto: Willi Fischer  

Kirchenlamitz - "Denk mit", die Jugendkonferenz des Landkreises Wunsiedel, hat jüngst in Kirchenlamitz getagt. Nun stellten Kreisjugendpfleger Martin Reschke und Sarah-Alena Thoma von der Sozialplanung des Landkreises die Ergebnisse in der Stadtratssitzung vor. Eingangs berichtete Bürgermeister Thomas Schwarz, dass die Veranstaltung sehr erfolgreich verlaufen sei. 56 junge Menschen zwischen zwölf und 21 Jahren hätten im Löheheim intensiv in vier "Themenecken" - Gemeindeentwicklung, Freizeit und Vereinsleben, Schule, Ausbildung und Beruf, sowie Jugendcafé und Jugendbeirat - konstruktiv mitgearbeitet.

"Denk mit", die Jugendkonferenz

Die Jugendkonferenz ist ein gemeinsames Projekt der Kommunalen Jugendarbeit und der Jugendhilfeplanung des Jugendamtes des Landkreises Wunsiedel. Sie ist eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Partizipation und Mitbestimmung für junge Menschen, um gemeinsam neue Impulse für die Verbesserung der Lebens- und Freizeitsituation von Jugendlichen in ihrem Heimatort zu setzen. Martin Reschke und Sarah-Alena Thoma betonten, es sei wichtig, jungen Menschen Gelegenheit zur Mitgestaltung zu bieten und damit demokratische Prozesse spür- und erlebbar zu machen.

Neu ist die Projektförderung durch die Kommunale Jugendarbeit des Kreisjugendamtes: Für Projekte, die aus der Jugendkonferenz entwickelt werden, stellt der Landkreis im Jahr insgesamt 5000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung.


Die Referenten berichteten, dass es von den Jugendlichen sowohl Zustimmung zu einzelnen jugendrelevanten Themen gegeben habe, aber auch Kritik daran, was sie in Kirchenlamitz stört oder sie verbesserungswürdig finden.

Lob sprachen die Jugendlichen demnach der Freiwilligen Feuerwehr aus sowohl für die Ausstattung des Gerätehauses als auch für die Gemeinschaft. Beliebte öffentliche Plätze in Kirchenlamitz sind für sie die Obere Parkanlage am Stadtteich, der Wiesenfestplatz und die Schule. Ebenso positiv werden die vielen sportlichen Möglichkeiten, insbesondere die Schwimmbäder beurteilt. Auch die Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants finden die Jugendlichen positiv. Zum Seniorenheim stellen sie fest: "Gut, dass es so etwas direkt im Ort gibt." Gefallen findet auch die ärztliche Versorgung in Kirchenlamitz.

Die Jugendlichen kritisierten jedoch auch etliches. So stört es sie, dass der Wasserspielplatz in der Oberen Parkanlage öfter kein Wasser hat. Der Bolz- und Handballplatz werde vernachlässigt, der Rasen werde nicht gemäht, die Tore seien kaputt. Bemängelt wurden auch die zum Teil schlechten Straßenverhältnisse mit den vielen Schlaglöchern. Das Wiesenfest finden die Konferenzteilnehmer "langweilig", die Fahrgeschäfte seien immer wieder die gleichen. Die Busverbindungen seien vor allem abends und am Wochenende schlecht. Ganz gewaltig stört es die jungen Leute, dass der Containerplatz nicht ausreichend überwacht und gesäubert wird. Auch der Stadtteich sollte öfters gereinigt werden.

Umfangreich ist ihr Katalog an Wünschen für Kirchenlamitz. So hätten die Jugendlichen gerne einen Treffpunkt - eine Hütte, ein attraktives Jugendcafè oder Sitzgruppen mit Tischen und Bänken und einen Grillplatz. Darüber hinaus wünschten sie sich einen Skaterpark, eine offizielle Mountainbike-Strecke am Epprechtstein, ein Bodentrampolin, einen Kletterpark, Tretboote im Stadtteich, eine Minigolfanlage, ein Hallenbad und Sportgeräte wie am Weißenstädter See. Auch das Schwimmbad sollte erneuert werden, beheizbar sein, Fußballtore und Basketballkorb sollten aufgestellt werden.

Große Wünsche gibt es auch, was Veranstaltungen angeht. Die Jugendlichen regen ein eigenes Rockfestival an sowie Rockkonzerte und Openair-Kinoveranstaltungen im Sommer. Auch einen Dönerladen, Fastfood-Ketten, Starbucks und eine Shisha-Lounge könnten sie sich vorstellen.

Verbessert werden solle aber vor allem die Infrastruktur. Dazu zählen bessere Bus- und Zugverbindungen - mehr Verbindungen in kürzeren Abständen, dafür kleinere Busse und Jugendtaxis. Auch werden mehr Radwege gewünscht, speziell einer in Richtung Großwendern, Marktleuthen und Schwarzenbach an der Saale. Ein großer Wunsch betrifft auch kostenlose Hotspots in der Stadt.

Kritik üben die jungen Leute an der neuen LED-Straßenbeleuchtung: "Sie ist dunkler als die alte." Die Jugendlichen fühlten sich damit abends nicht wohl. Des Weiteren wünschen sie sich öffentliche Toiletten, einen Zebrastreifen vor dem Stadtteich, Barrierefreiheit für Rollstühle, Kinderwägen und Rollatoren im Stadtgebiet. Groß sind auch die Freizeitwünsche. Darunter fallen die Gründung eines Softair-Vereins, eine Kinder- und Jugenddisco, ein spezieller Veranstaltungsraum für Jugendliche, eine Eishalle, ein Zoo, ein OpenAir- und Autokino.

Positive und negative Beurteilungen gibt es auch bei Schule, Ausbildung und Beruf. Gelobt werden hier die vielen Wahlfächer, die Projekttage, die engagierten Lehrkräfte, die gut ausgestatteten Klassenzimmer, die hilfreichen Angebote zur Berufsorientierung und das Projekt "TAFF - Talente finden und fördern". Weniger gut beurteilt werden die Bildungschancen, die oft abhängig vom Einkommen der Eltern seien, die Studienangebote im Landkreis, das Handy-Verbot auch in den Pausen und zu wenig Freizeitausgleich durch zu viele Hausaufgaben.

Stadtrat Friedrich Gräßel forderte, dass das Ratskollegium und die Verwaltung die Anregungen und Wünsche der Jugendliche ernstnehmen und versuchen sollten, die Wünsche soweit möglich in die Tat umzusetzen. Er sagte, er sei stolz auf die engagierten Jugendlichen, stellte allerdings die Frage: "Was kommt von den Jugendlichen, dass sie selbst erledigen oder mit Hand anlegen können?" Bürgermeister Thomas Schwarz sicherte zu, dass der Kulturausschuss des Stadtrates eine Besprechung mit den Jugendlichen durchführen werde.

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Willi Fischer

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Veröffentlicht am:
11. 07. 2019
17:32 Uhr

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