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Wunsiedel

Kräuterdorf steigt in Gunst der Besucher

Die Kurse in Nagel erfreuen sich großer Beliebtheit. Einen deutlichen Zuwachs gibt es auch bei den Übernachtungen.



Nagel - Scheinbar zufrieden mit der Gesamtsituation sind die Bewohner von Nagel. Nur 20 Personen hatten den Weg zur Bürgerversammlung gefunden. Amtsinhaber waren dabei bei Weitem in der Überzahl. Für Bürgermeister Theo Bauer und Landrat Dr. Karl Döhler war dies die letzte Bürgerversammlung im Kräuterdorf.

Dabei scheint es Besuchern in dem Ort am See besonders gut zu gefallen, wie Bürgermeister in seinem Rechenschaftsbericht herausstellte. 2536 Gäste sorgten für 11 796 Übernachtungen "Das ist der beste Wert seit 2005", freute sich das Gemeindeoberhaupt. Im Jahr 2013 seien dies nur 7300 Übernachtungen gewesen. Und auch das Kräuterhaus erfreue sich enormer Beliebtheit. 1641 Teilnehmer hätten im Jahr 2018 diverse Kurse besucht. Zum ersten Mal seien auch Kräuterführer angeleitet worden. "Auf die Ausbildungsplätze herrscht ein unglaublicher Ansturm", betonte der Rathauschef. Heuer seien alle Plätze gebucht gewesen.

Rückläufig ist hingegen die Einwohnerzahl: "Wir sind zum ersten Mal unter die Grenze von 1700 Bewohnern gesunken." Genau 1696 Personen wohnten in Nagel mit seinen Ortsteilen. Dazu kämen 317 Nebenwohnsitze. Hauptverantwortlich hierfür sei die Belegung der Flüchtlingsunterkunft, die eigentlich für 52 Bewohner konzipiert sei. Viele der Asylsuchenden seien inzwischen in andere Städte, allen voran nach Wunsiedel, verlegt worden. Ende Mai wird die Gemeinschaftsunterkunft geschlossen, bedauert Bauer. Weitere Gründe für den Einwohnerschwund seien der sogenannte Sterbeüberschuss - acht Geburten stehen hier 15 Sterbefällen gegenüber - sowie ein Mehr an Wegzügen, der zum Teil auch der Verlagerung der Asylbewerber geschuldet ist. Hier verzeichnete die Gemeinde 122 Weg- und 101 Zuzüge. Im vergangenen Jahr hätte der Zustrom der Neubürger noch überwogen. Auffällig sei, dass 23 Prozent der Bevölkerung über 61 Jahre alt sei. Das Gros würden die Menschen im Alter zwischen 31 und 60 Jahren mit 41 Prozent stellen. 26 Prozent der Einwohner seien jünger als 30 Jahre.

Bauer betonte, dass die Gemeinde, wie schon immer, über einen genehmigten Haushalt verfüge. Grundlage hierfür seien aber auch Stabilisierungshilfen. Seit 2013 flossen 3,8 Millionen Euro nach Nagel, für 2019 seien es 400 000 Euro. Im Haushalt eingestellt worden sei wieder eine Darlehensaufnahme von 120 000 Euro, die bisher jedoch noch nie benötigt wurde. Größte Posten bei den Ausgaben von 1,3 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt seien die Kreisumlage (750 000 Euro), die Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft (VG) und den Schulverband mit 500 000 Euro sowie 141 000 Euro seitens der Gemeinde für den Kindergarten.

Die Einnahmen betrugen 2,2 Millionen Euro vor allem durch Schlüsselzuweisungen, Einkommens- und Gewerbesteuern. Dadurch könne die Gemeinde viel Geld für den Unterhalt der Feuerwehr und Musikschule sowie für Bauhofarbeiten, Strom und Wasser am Nagler See und für die Käutergärten (zusammen 37 000 Euro) in die Hand nehmen. Rückläufig seien dank der Umstellung auf LED die Stromkosten für die Beleuchtung im Ort. Das Defizit in der Wasserversorgung solle durch die Gebührenerhöhung abgepuffert werden. Dafür erhielten die Bürger bei der Abwasserentsorgung dank eines Überschusses eine Ermäßigung.

Der Vermögenshaushalt von 1,3 Millionen Euro enthalte eine ordentliche Tilgung von 175 000 Euro. Auch in Zukunft werde viel investiert. "Das Piratenschiff am See haben die Kinder toll angenommen", freute sich Bauer über eine Ausgabe von 10 000 Euro für das ausgefallene Spielgerät. Im Bau befinde sich ein weiterer Stellplatz für die Feuerwehr. Dazu bekämen die Brandbekämpfer noch zwei zusätzliche Fahrzeuge. Jeweils drei Häuser seien zur Nachfolgenutzung bei der Förderoffensive Nordostbayern im Städtebau und über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) angemeldet worden. Die Quellgebietssanierung stehe bei 70-prozentiger Förderung mit 421000 Euro zu Buche. "Fast monatlich verteuert sich die Sanierung der Kohlschlagbrücke", erklärte der Bürgermeister. Auch in den Straßenbau sowie in die Dorferneuerung Mühlbühl/Wurmloh investiere die Gemeinde. Den Schuldenstand bezifferte Bauer mit 5,2 Millionen Euro, davon entfielen auf die Wasserversorgung 1,3 sowie 1,5 Millionen Euro auf die Abwasserversorgung.

Eine gute Entwicklung bescheinigte dem Kräuterdorf Landrat Dr. Karl Döhler in seinem Grußwort. "Nagel hat viel vor", sagte Döhler. Und dies sei angesichts der derzeit aufgelegten Förderungen des Freistaates richtig. Der Trend gehe zurzeit in Richtung Natur und Kultur: "Und ihr seid im Trend." Hand in Hand solle die Region weiterentwickelt werden für Menschen, die das "wahre Leben suchen".

Autor

Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
12. 11. 2019
17:06 Uhr

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Christian Schilling

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Veröffentlicht am:
12. 11. 2019
17:06 Uhr



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