Topthemen: Hofer Kaufhof wird HotelHilfe für NachbarnBenefiz-BallStromtrasse durch die RegionGrabung bei NailaGerch

Wunsiedel

Letztes Geleit für Jürgen Warnke

Eine große Gemeinde trauert um den früheren Bundesminister Dr. Jürgen Warnke. Innenminister Hans-Peter Friedrich würdigt einen großen Politiker, der über Jahrzehnte die Geschicke der Heimat mitgeprägt habe.



Über Jahrzehnte hinweg prägte Jürgen Warnke die Geschicke Deutschlands, vor allem aber die seiner Heimat mit, sagte Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich. Stets sei der große Politiker als Anwalt für die Interessen der Menschen in der Region aufgetreten. Weitere Fotos im Internet unter www.frankenpost.de. 	Fotos: Hannes Bessermann
Über Jahrzehnte hinweg prägte Jürgen Warnke die Geschicke Deutschlands, vor allem aber die seiner Heimat mit, sagte Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich. Stets sei der große Politiker als Anwalt für die Interessen der Menschen in der Region aufgetreten. Weitere Fotos im Internet unter www.frankenpost.de. Fotos: Hannes Bessermann   » zu den Bildern

Selb - Der Sarg ist mit der Fahne der Bundesrepublik Deutschland bedeckt, Kondolenzbücher liegen auf. Eine stattliche Trauergemeinde hat sich am Freitagnachmittag in der Selber Sankt Andreaskirche eingefunden, um dem im Alter von 81 Jahren gestorbenen Jürgen Warnke auf seinem letzten Weg zu begleiten. Um den ehemaligen Bundesminister, auch Mitglied der Evangelischen Synode und Selber Ehrenbürger, trauerten neben der Familie auch Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, Gerda Hasselfeldt, Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Dr. Günther Beckstein sowie ehemalige Weggefährten wie Willi Müller oder Simon Nüssel.

Den Trauergottesdienst hielten die Dekane Günter Saalfrank, Hof, und Dr. Volker Pröbstl. Saalfrank ging auf den Lebenslauf des Politikers ein, der in Berlin geboren wurde und nach dem Krieg mit seinem Vater nach Selb gekommenen war. Warnke sei fest in der evangelischen Kirche verankert gewesen, später sogar als Mitglied der Synode Deutschlands. Als wissenschaftlicher Assistent in der CSU-Landesgruppe kam er in die Politik, wurde Landtags-, später Bundestagsabgeordneter sowie Geschäftsführer des Verbands der Keramischen Industrie. 1982 wurde Warnke zum Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit ernannt, 1987 zum Verkehrsminister. Jahre später stand Warnke erneut dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit vor.

Geehrt mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, gehörte er auch dem Rat der Evangelischen Kirche Deutschlands an. Der Dekan erinnerte an die Gründung des Kuratoriums Hochfranken durch Warnke. 1990 habe er die Tradition des Deutschlandfestes in Mödlareuth begründet.

Den 75. Geburtstag habe Warnke im großen Kreis seiner Freunde gefeiert. Dann aber zog er sich zurück, von Krankheit gezeichnet.

Dekan Pröbstl sprach den Angehörigen Warnkes, die ihn in dunkler Zeit bis zuletzt begleitet haben, sein Beileid aus und tröstete sie: "Der Tod ist nicht das Ende, sondern der Anfang neuen Lebens." Warnke habe zu Lebzeiten hohe Verantwortung für das ganze Land übernommen und sich auch um die evangelische Kirche, vor allem die Zusammenführung nach der Wiedervereinigung, bleibende Verdienste erworben, sagte er.

10.05.2013 - Trauerfeier für Jürgen Warnke - Foto: Hannes Bessermann

01.jpg Selb
02.jpg Selb
03.jpg Selb
04.jpg Selb
05.jpg Selb
06.jpg Selb
07.jpg Selb
08.jpg Selb
09.jpg Selb
10.jpg Selb
11.jpg Selb
12.jpg Selb

Über Jahrzehnte hinweg prägte Jürgen Warnke die Geschicke Deutschlands, vor allem aber die seiner Heimat mit, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich. Stets sei er als Anwalt für die Interessen der Menschen in der Region aufgetreten. Gebürtiger Berliner, sei er später Franke aus Überzeugung geworden. Die Politik habe Warnke stets als Dienst am Bürger verstanden, ohne auf die Parteizugehörigkeit zu achten. Er sei das Aushängeschild der oberfränkischen CSU gewesen. Leidenschaft, Glaubwürdigkeit und Vertrauen hätten seinen politischen Weg geprägt.

Auch als Verkehrsminister habe Warnke weitsichtig die Politik vertreten und verfolgt. Die Einführung des Pendolino sowie die Einleitung der Privatisierung bei der Bahn seien Meilensteine gewesen. Ohne Warnke wäre die A 93 viel später gebaut worden, sagte Friedrich und würdigte den Verstorbenen als "großen Europäer", der auch den Weg zur Wiedervereinigung mit geebnet habe. "Wir verabschieden in Dankbarkeit einen großen Politiker und einen Freund," schloss Friedrich.

Im Namen der Evangelischen Synode würdigte Vizepräsident Günther Beckstein das Wirken Warnkes in der Politik, aber auch in der Kirche, in der er fest verankert gewesen sei. Er erinnerte an seinen hintergründigen Humor.

Der Selber Oberbürgermeister Uli Pötzsch betonte, die Stadt verliere eine außergewöhnliche Persönlichkeit, die das Gesicht der Region mit geprägt habe. Für die Wirtschaftsregion Hochfranken würdigte Malte Buschbeck das Wirken Warnkes, der der Region mit dem Kuratorium Hochfranken ein neues Selbstbewusstsein gab. Er habe seine eine Vision für die Zukunft verwirklicht.

Dem Trauergottesdienst in der Andreaskirche schloss sich ein Kondolenzempfang im Porzellanikon an. Die Spenden kommen der Musikschule und der Tafel Selb zugute.

Ohne Jürgen Warnke wäre die A 93 viel später gebaut worden.

Bundesinnenminister

Dr. Hans-Peter Friedrich


Autor

Von Herbert Scharf
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 05. 2013
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bundesinnenminister Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich CSU Deutscher Bundestag Evangelische Kirche Gerda Hasselfeldt Günther Beckstein Heimat Innenminister Jürgen Warnke Simon Nüssel Synoden Verkehrsminister Wiedervereinigung Willi Müller Wirtschaftsregion Hochfranken
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Gemeinsam standen sie vor dem Altar (von links): Pfarrer Jan Satke, Pfarrerin Tina Meiler-Binder und Dekan Dr. Volker Pröbstl nach dem Festgottesdienst am Reformationstag in Sankt Michael in Kirchenlamitz Foto: Bärbel Lüneberg

04.11.2018

Protestanten feiern mit den Böhmischen Brüdern

Der Reformationstag ist ein Tag der Freiheit für die evangelischen Christen. Beim Gottesdienst des Dekanats Selb in Kirchenlamitz predigt Pfarrer Jan Satke aus Preštice. » mehr

Bürgermeister Heinz Martini sowie die Pfarrer Günter Vogl und Christof Henzler (vorne, von links) gedachten am Tag der Deutschen Einheit der Wiedervereinigung vor 28 Jahren. Musikalisch wurde die Veranstaltung unterstützt vom evangelischen Posaunenchor unter der Leitung von Ernst Köhler. Foto: Christian Schilling

05.10.2018

Appell für ein friedliches Miteinander

In Tröstau wird zum 28. Mal die Wiedervereinigung gefeiert. Bürgermeister Martini mahnt zu mehr Integration. » mehr

Rainer Denndörfer

20.04.2015

Schöffel führt die Kreis-CSU

Der Landtagsabgeordnete übernimmt das Amt von Wolfgang Kreil. Die Delegierten der Kreisversammlung in Thierstein wählen den neuen Vorsitzenden einstimmig. » mehr

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich (Zweiter von rechts) interessierte sich bei einem Ortstermin an der Weißenstädter Baustelle für Einzelheiten der Tiefenbohrung, die dem geplanten Kurzentrum Siebenstern heißes Thermalwasser bescheren soll. 	Foto: Tomis-Nedvidek

20.09.2013

Innenminister lobt Pioniergeist

Dr. Hans-Peter Friedrich besichtigt auf Einladung der CSU und der Gesell GmbH die Tiefenbohrung in Weißenstadt. Auf rund neun Hektar soll eine Gesundheitslandschaft entstehen, die ihresgleichen sucht. » mehr

22.04.2013

CSU kämpft um Hochburgen

Nach dem Fall von Selb schwört Innenminister Friedrich seine Partei auf die Kommunalwahlen 2014 ein. Kreisvorsitzender Wolfgang Kreil bleibt im Amt. Die Christsozialen wollen mit einem großen Netzwerk punkten. » mehr

Mitgliederehrung bei der Marktredwitzer CSU: Christa Nickl und Udo Purucker nahmen am Herbstfest auf der Kösseine teil. Sie erhielten die Urkunden aus den Händen von Gerda Hasselfeldt und Ortsvorsitzenden Markus Thoma.

31.10.2012

Hasselfeldt glaubt an Förderung

Die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe hält eine Sonderregel für Grenzgebiete für möglich. Bei ihrem Besuch auf der Kösseine streift die Bayerin viele Themen der großen Politik in Berlin. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

WG: Schwerer Unfall B2 zw Töpen und Juchöh 12.11.2018

Tödlicher Unfall auf der B2 bei Töpen | 12.11.2018 Töpen
» 4 Bilder ansehen

Wunsiedel

19. Wunsiedler Kneipennacht | 10.11.2018 Wunsiedel
» 104 Bilder ansehen

SpVgg Bayern Hof - SV Seligenporten 1:1

SpVgg Bayern Hof - SV Seligenporten 1:1 | 11.11.2018 Hof
» 59 Bilder ansehen

Autor

Von Herbert Scharf

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
11. 05. 2013
00:00 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".