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Wunsiedel

Neues aus der besonderen Stadt

Eine Razzia im Rathaus, bekannte Namen für die Luisenburg und Bürgermeister Karl-Willi Becks Pläne - in Wunsiedel tut sich wieder einiges.



In Wunsiedel ist (fast) immer was los: Im Rathaus gab es eine weitere Zoll-Razzia, die Verantwortlichen der Luisenburg-Festspiele arbeiten gerade an zwei großen Konzerten für diese Saison und in der Ludwigstraße bereitet der Verkehr Sorgen. Symbolbild: Nicolas Armer, dpa/ Fotos: Florian Miedl
In Wunsiedel ist (fast) immer was los: Im Rathaus gab es eine weitere Zoll-Razzia, die Verantwortlichen der Luisenburg-Festspiele arbeiten gerade an zwei großen Konzerten für diese Saison und in der Ludwigstraße bereitet der Verkehr Sorgen. Symbolbild: Nicolas Armer, dpa/ Fotos: Florian Miedl   » zu den Bildern

Wunsiedel - Wunsiedel ist keine Stadt wie jede andere. Sie nennt sich Festspiel- und Energiestadt. Jahr für Jahr lädt Bürgermeister Karl-Willi Beck die Medien zu einem Essen, um zu informieren. Dieses Mal war es nicht nur ein Plausch, sondern es gab echte Neuigkeiten. Die Frankenpost fasst die sieben wichtigsten Punkte zusammen.

 

1. Erneute Zoll-Razzia im Rathaus: Der Mittwochmorgen begann für Bürgermeister Karl-Willi Beck mit einer Überraschung: Just in dem Moment, als er um 9.10 Uhr in der Zeitung einen Artikel über die Razzia bei Audi las, klopfte es an die Tür seines Amtszimmers: Es waren der Staatsanwalt und der Zoll. Zum wiederholten Mal beschlagnahmten die Behörden Akten der Luisenburg-Festspiele und befragten Mitarbeiter. "Das kann ich bestätigen", erklärte Oberstaatsanwalt Dr. Andreas Cantzler auf Nachfrage der Frankenpost. "Diese Aktion hat es deswegen gegeben, weil wir für unsere Ermittlungen weitere Aktionen und Informationen benötigen." Nach einer anonymen Anzeige steht seit rund drei Jahren der Vorwurf des Sozialversicherungsbetrugs im Raum. Den Ermittlungsbehörden geht es um Verträge mit vornehmlich technischem Luisenburg-Personal, insbesondere in der Beleuchtung und der Requisite. Die Männer und Frauen sind überwiegend freiberuflich beschäftigt gewesen. "Wir als Stadt agieren mit offenem Visier. Wir haben nichts zu verheimlichen. Wir hoffen auf Klarheit", sagte Beck am Mittwochabend. Aus der Tatsache, dass sich diese Angelegenheit so lange hinzieht, folgert der Bürgermeister, dass es sich hier um eine komplizierte Materie und einen rechtlichen Grau-Bereich handle.

 

2.Die Luisenburg: Fans des Freiluft-Theaters dürfen sich freuen. Die Macher der Festspiele arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, zwei zusätzliche hochkarätige Konzerte in das Programm aufnehmen zu können. Verwaltungsleiter Harald Benz klang zuversichtlich. "Wir sind derzeit in der Endphase der Verhandlungen mit Künstlern. Wir glauben, dass wir im März bekannt geben können, wer bei uns auftreten wird." Ein Nachsatz von Benz macht die Vorfreude vieler Anhänger der Konzerte auf der Felsenbühne gewiss noch größer: "Es sind große Namen, es sind bekannte Namen und es sind neue Namen für die Luisenburg."

 

3. Das Lehrschwimmbecken: So deutlich hat das der Bürgermeister noch nie gesagt: "Unser Lehrschwimmbecken bleibt bestehen." Beck räumte ein, dass sich diese Geschichte ziemlich lange hingezogen habe. Nun gebe es für die Sanierung der Kleinschwimmhalle "im Grunde" grünes Licht von der Regierung für Oberfranken. Sogar einen Zeitplan nannte er: Beck rechnet damit, dass der Bau bis Sommer nächsten Jahres fertig sein wird. Dann können dort wieder Mädchen und Jungen das Schwimmen lernen. "Dieses Becken ist für die Wunsiedler Schulen. Ich gehe davon aus, dass wir auch für die DLRG und die Volkshochschule eine Lösung finden werden", sagte Beck.

 

4.Die Verschuldung: Natürlich waren auch die Finanzen ein Thema bei diesem Mediengespräch. Beck sagte an diesem Abend so viel: "Selbstverständlich hat die Stadt erhebliche Verbindlichkeiten, dem stehen allerdings auch erhebliches Vermögen gegenüber. Der größte Teil der Verbindlichkeiten liegt bei unseren Unternehmen. Diese haben alle gute Geschäftsmodelle und fahren mittlerweile auch schon Gewinne ein." Einmal mehr verteidigte der Bürgermeister seine Investitionspolitik. Seine Sicht der Dinge: Würden die Schulden nicht in den Büchern stehen, hätte die Stadt an Lebensqualität verloren. Das würde bedeuten, dass es die Aufwertung der Luisenburg, die Schulsanierung, die Dorfsanierungen, den Hochwasserschutz in dieser Form nicht geben würde. Beck hat vor, dass der Stadtrat in einer Sondersitzung am 8. März das Konsolidierungskonzept verabschieden wird. Am 22. März ist dann der Haushalt an der Reihe.

 

5.Eine Personalie: An die Seite von Bürgermeister Karl-Willi Beck wird in naher Zukunft ein Mann näher rücken als bislang: Frank Müller. Der Rathauschef wird dem geschäftsleitenden Beamten mit wichtigen Aufgaben betrauen. Ein Schwerpunkt von Müller werden die Beteiligungen der Stadt und die Kommunalunternehmen sein. Seine bisherigen Tätigkeiten, unter anderem im Ordnungsamt, wird laut Beck eine neue Kraft, die noch Prüfungen ablegt, erledigen.

 

6. Die Schwerpunkte für seine Rest-Amtszeit: "Ja, es stimmt: Ich bin ein Bürgermeister mit Verfallsdatum", sagte Beck. Aber amtsmüde sei er nicht. Wenn sich Stadträte auswechseln lassen wollen, könnten sie das tun, er dagegen freue sich auf die letzten beiden Jahre im Bürgermeisteramt. Er nannte drei Schwerpunkte, die er kraftvoll anpacken wolle. Hier steht für ihn an erster Stelle das Gewerbegebiet "Am Plärrer" (siehe unten stehenden Artikel). Für dringend notwendig hält er es auch, dass auf dem früheren Kasernen-Gelände etwas passiere. "Wir können doch nicht neue Baugebiete ausweisen, wenn wir dieses Areal am Stadtrand haben", sagte Beck. Drittens nimmt er sich vor, dass Sechsämtertropfen-Gelände in Angriff zu nehmen. Der Bürgermeister sieht hier nur zwei Möglichkeiten: Entweder das Gebäude im Bestand zu sanieren oder es komplett abzureißen und etwas ganz Neues zu gestalten. Auf die Frage der Frankenpost, ob denn in dieser Auflistung nicht die Innenstadt fehle, nahm Beck auch dieses Thema in seine Agenda auf. So hofft er, dass die Regierung von Oberfranken zustimmt dass die Gebäude am Marktplatz 5 bis 7 in die Förderoffensive Nordostbayern kommt. Sorgen bereiten Beck die Verkehrsprobleme in der Ludwigstraße. Die Verwaltung arbeite intensiv an einem Konzept.

 

7. Der Kreisverkehr am E-Center: Und noch einmal hakte unsere Zeitung nach: Bleibt der unansehnliche Kreisverkehr am E-Center für ewig ein "Steinbruch"? Dies verneinte Beck. Er habe mit Birgit Simmler gesprochen, damit sie Ideen für ein schönes Luisenburg-Motiv für diesen Kreisel entwickle. "Ich bin mit zwei Partnern im Gespräch", sagte die künstlerische Leiterin. Sie und Beck rechnen damit, dass zu Beginn der Festspiel-Saison der Kreisverkehr ein viel schöneres Gesicht zeigt.

 

 

Lesen Sie dazu auch die Glosse aus der Rubrik "Aufgespießt": Charlys Frauen

 
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Matthias Vieweger
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Veröffentlicht am:
08. 02. 2018
21:54 Uhr

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Matthias Vieweger

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08. 02. 2018
21:54 Uhr



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