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Wunsiedel

Schöne Bescherung für Alexandersbader

Die Wassergebühren steigen zum neuen Jahr erheblich. Die Gemeinde verkauft immer weniger dieses Grundnahrungsmittels, muss aber viel Geld in die Infrastruktur stecken.



Bad Alexandersbad - Nicht sehr erfreut über das Weihnachtsgeschenk der Gemeinde dürften die Bad Alexandersbader sein. In den Jahren 2018 bis 2021 sind die Gebühren für die Wasserversorgung und die Abwassergebühren ein ganzes Stück teuerer als bisher: Die Verbrauchsgebühr für Wasser steigt von 1,74 Euro auf 2,30 Euro pro Kubikmeter und die Abwassergebühr von 2,12 Euro auf 3,10 Euro pro Kubikmeter. "Nur so kann die Wasserqualität aufrechterhalten werden", sagte Bürgermeister Peter Berek in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Weiter zum Masterplan

Auch die Bürgerversammlung im Oktober war Thema der Gemeinderatssitzung. Aus ihr ging der Wunsch hervor, sich weiterhin für den im Jahr 2008 eingeschlagenen Weg zur Umsetzung des Masterplans für Bad Alexandersbad einzusetzen. Damit verbunden wäre die Behandlung der Kurgemeinde als Modellkommune. Bürgermeister Peter Berek machte deutlich, dass er an die Politik herantreten werde und versuche, den Beschluss auf ministerialer Ebene durchzusetzen.

 

Gründe, die die beträchtliche Preissteigerung verursacht haben, gibt es mehrere. Zum einen sind seit dem Jahr 2014 im Bereich Wasserver- und -entsorgung alle Rücklagen aufgebraucht. Zum anderen ist ein Schuldenberg im sechsstelligen Bereich herangewachsen. Dafür ausschlaggebend war, dass Bad Alexandersbad mit dem Seniorenheim Sankt Michael und dem Kur- und Sporthotel Bad Alexandersbad bedeutende Wasserabnehmer verloren hat, wodurch die verkauften Wassermengen stark zurückgegangen sind. Insgesamt hat sich der Wasserverbrauch in der Gemeinde von im Jahr 2014 noch 79 000 Kubikmeter auf 57 000 Kubikmeter im Jahr 2016 reduziert. Gleichzeitig hat die Gemeinde hohe Summen in Wasserleitungen und Hochbehälter investiert sowie in die Kläranlage, die Bad Alexandersbad mit der Stadt Wunsiedel und Gemeinde Tröstau betreibt.

 

Auch wenn die Erhöhung beachtlich ist, dürfe man laut Stefan Walberer aus der Verwaltung nicht vergessen, dass die Kosten für die Wasserversorgung seit dem Jahr 2001 und die Kanalgebühr seit dem Jahr 1998 konstant gewesen sind. "Wir liegen mit den Gebühren im Vergleich zu anderen Gemeinden relativ niedrig", sagte Berek. In Tröstau steigt die Verbrauchsgebühr für Wasser zum neuen Jahr von 1,69 auf 1,90 Euro pro Kubikmeter. Die Gebühr für einen Kubikmeter Abwasser hob die Gemeinde von 3,20 auf 3,70 Euro an. In Nagel beträgt die Wassergebühr 2,15 Euro seit dem Jahr 2011 und die Kanalgebühr 4,47 Euro seit dem Jahr 2010.

In den kommenden vier Jahren gilt es, das entstandene Haushaltsdefizit der Gemeinde auszugleichen und durch die erhöhten Gebühren die Kosten zu decken. Hoffnungsträger für das Gelingen ist als neuer Großabnehmer das im Mai eröffnete Alexbad.

Neben Wasser benötigt das Bad für seinen Betrieb selbstverständlich auch Energie. Diese bezieht es bisher über die Bioenergieheilbad Bad Alexandersbad GmbH, die der Gemeinderat in der Sitzung per Beschluss zu einem Kommunalunternehmen umwandelte. "Durch die Umstrukturierung wird ein Teil der Energieversorgung in kommunaler Hand belassen", erklärte Berek. Das Kommunalunternehmen hat die Erzeugung und Verteilung von Wärme und den Betrieb von Photovoltaikanlagen zur Aufgabe. Durch die kommunale Steuerung könne das Energieheilbad laut dem Bürgermeister seine Aufgaben besser auf die Bedürfnisse des Gemeindegebiets abstimmen. Der Verwaltungsrat des "Bioenergieheilbad Bad Alexandersbad KU" besteht aus dem Rathauschef und den zwölf Gemeinderatsmitgliedern.

Neben der Gebührenerhöhung und der Umwandlung des Bioenergieheilbades gibt es in Bad Alexandersbad ab Januar 2018 eine weitere Änderung. Für Erholungseinrichtungen wird im neuen Jahr ein Kurbeitrag erhoben: "Bad Alexandersbad nutzt mit der technischen Neueinführung sein Potenzial als Kurort", sagte Peter Berek. Kurbeitragspflichtig sind ab ersten Januar Gäste, die im Gemeindegebiet übernachten. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie die vorhandenen Kur- und Erholungseinrichtungen nutzen oder nicht. Der Beitrag beträgt pro Aufenthaltstag 1,50 Euro. Für manche Personengruppen gibt es Ermäßigungen. Besucher, die in den Gemeindeteilen Kleinwendern, Sichersreuth und Tiefenbach übernachten sowie Schwerbehinderte zahlen pro Aufenthaltstag einen Euro. Tagungs- und Seminargäste sowie Personen, die sich ausschließlich für berufliche Zwecke in dem Kurbezirk aufhalten, zahlen täglich einen Beitrag von 0,50 Euro. Die Beiträge gelten vorerst, so lange die Baumaßnahmen im Ort nicht abgeschlossen sind.

Nicht so günstig wirkt sich auf den Gemeindehaushalt hingegen der Ersatzbau für das Kurmittelhaus aus. Dieser ist teurer geworden als geplant. So gab der Gemeinderat zirka 10 000 Euro für Nachträge in den Bereichen Heizung und Sanitär, Lüftung, Badewassertechnik und Gebäudeautomation frei. Erfreut zur Kenntnis nahm der Gemeinderat, dass die Schreinerarbeiten durch die Firma Gack knapp 30 000 Euro günstiger ausfielen. Jedoch bekommt das Unternehmen noch gut 6000 Euro für Nassraumtüren.

Erheblich teurer kommt der Abbruch des ehemaligen Kur- und Sporthotels Bad Alexandersbad. Für die Entsorgung des Asbestmaterials sind Kosten von 65 428,68 Euro angefallen, für die Entsorgung der Stromkondensatoren knapp 1300 Euro. Der Transport des Abbruchmaterials zu Firma Kommunalunternehmen Fichtelgebirge verursachte Mehrkosten von knapp über 21 000 Euro. Die Gemeinde erhält vom Kommunalunternehmen aber gleichzeitig 14 000 Euro zurück, da das Material zur Geländeauffüllung verwendet wird.

Ein neuer Bauantrag stammt von
Claudia Wunderlich. Die Bauherrin plant, das Strohlager, Tiefenbach 13, zu einem Wohnraum umzubauen. "Es ist begrüßenswert, wenn sich junge Menschen bei uns ansiedeln wollen", sagte Bürgermeister Peter Berek. Seitens der Verwaltung bestehen bezüglich des Bauvorhabens keine Bedenken. Jedoch müssten vor der Umgestaltung Erschließungsnotwendigkeiten und Planungsrechte geprüft werden.

Der Gemeinderat hat außerdem von den Planungen der Gemeinde Tröstau zu dem Projekt "Alt Tröstau - Neue Mitte" im Rahmen der Städtebauförderung Kenntnis genommen. Die Gemeinde Tröstau führt momentan die Untersuchungen für das Städtebauförderverfahren durch. Damit wird geprüft, wie der Ortskern der Gemeinde durch verschiedene Maßnahmen aufgewertet werden kann. Beispielsweise soll die gemeindliche und touristische Infrastruktur und der Erholungswert verbessert und dadurch die Wirtschaft nachhaltig gestärkt werden. In das künftige Fördergebiet ist auch das Gebiet um die Gaststätte "Siebenstern" mit einbezogen.

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Katharina Melzner
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Veröffentlicht am:
20. 12. 2017
20:00 Uhr

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Katharina Melzner

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Veröffentlicht am:
20. 12. 2017
20:00 Uhr



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