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Wunsiedel

Sicherheit der Bürger leidet an Sparzwang

Das Wunsiedler Naherholungsgelände verkommt zusehends. Im Stadtrat wird deutlich, dass die Kommune daran nichts ändern kann.



Theoretisch ist es möglich, dass die Stadt einen Zaun um den Eisweiher baut und das Gelände nachts geschlossen wird. Foto: Florian Miedl
Theoretisch ist es möglich, dass die Stadt einen Zaun um den Eisweiher baut und das Gelände nachts geschlossen wird. Foto: Florian Miedl  

Wunsiedel - Einst war der Weg um den Eisweiher eine der beliebtesten Flaniermeilen im Landkreis. Davon ist derzeit kaum noch etwas zu sehen. Das Naherholungsgelände verkommt immer mehr und wird mittlerweile zur Gefahrenstelle für ältere Bürger. Ute Schraml von den Aktiven Bürgern machte am Donnerstagabend in der Stadtratssitzung ihrem Ärger über die Situation Luft: "Es wird immer schlimmer. Nachts ist es an manchen Stellen stockdunkel, da viele Leuchten nicht mehr brennen, und auf den Wegen ist es nur noch chaotisch. Wenn jemand mit dem Rollstuhl oder Rollator fahren will, dann muss er aufpassen, dass er wegen der vielen Schlaglöcher nicht vom Weg abkommt und den Hang in hinabfällt." Dies ärgerte auch Gertraud Sturm von der CSU. "Was ist, wenn etwas passiert? Der Eisweiher wird immer unfallträchtiger."

Die Hospitalstiftung

Die Hospitalstiftung geht auf das Jahr 1449 zurück. Stifter war der Wunsiedler Kaufmann Sigmund Wann. Stiftungszweck war ein "Spital und Bruderhaus für zwölf schuldlos verdorbene, hausarme Männer". Nach Wanns Tod ging die Verwaltung des Hospitals in die Hand der Stadt Wunsiedel über. In der vom Stadtrat 1962 beschlossenen Stiftungssatzung wird der Stiftungszweck mit "Aufnahme und Versorgung von würdigen, bedürftigen Bürgern der Stadt Wunsiedel im Hospital (Altersheim) der Stiftung sowie….Gewährung von Unterstützungen" festgelegt.

 

Ute Schraml erinnerte das Gremium daran, dass vor einiger Zeit vorgesehen gewesen sei, die alten, aber noch völlig intakten Lampen von der Luisenburg am Eisweiher zu installieren. "Warum ist daraus nichts geworden?"

 

Genau auf diese Frage hatte Bürgermeister Karl-Willi Beck offenbar gewartet. "Ute, es ist gut, dass Du dieses Thema öffentlich ansprichst." Das Eisweihergelände gehöre nicht der Stadt, sondern der Hospitalstifung. Und genau deshalb liegt offenbar in Wunsiedel der Hase im Pfeffer: Wie Beck erläuterte, genehmigt die Stiftungsaufsicht keine Investition in das Gelände. "Wir dürfen die Leuchten nicht erneuern, obwohl die an der Luisenburg abgebauten bei uns bereits auf Halde liegen. Es geht hier nur um die Kosten für das Aufstellen. Das muss man sich mal vorstellen!"

Auf die Frage, wer eigentlich im Stiftungsausschuss sitze, sagte Beck, dass der im Landratsamt angesiedelt sei. "An der Spitze mit Herrn Landrat Döhler."

Dem Bürgermeister ist die Situation bewusst. "Das Naherholungsgebiet Eisweiher nutzen auch viele ältere Leute aus dem nahe gelegenen betreuten Wohnen der Seniorenanlage am Katharinenberg. "Ja, hier geht es durchaus um die Belange der älteren Menschen, wie es auch ausdrücklich in der Satzung der Hospital-Stiftung steht."

Das sehen die Verantwortlichen der Stiftungsaufsicht offenbar anders. Dem Vernehmen nach befürchten sie, dass es nicht beim Austausch der Leuchten bleibt, sondern die Stadt Geld aus der Stiftung auch für andere Zwecke der Stadt verwenden könnte. Eine Stellungnahme aus dem Landratsamt war am Freitag nicht mehr zu erhalten.

Bürgermeister Beck will nun ein Gespräch mit den Stiftungsaufsehern im Landratsamt führen. "Da müssen wir eine Lösung finden." Sollte dies nicht gelingen, könne es sein, dass die Stadt um den Eisweiher einen Zaun baut und das Gelände nachts aus Sicherheitsgründen sperrt. "In anderen Orten sind Parks auch nicht den ganzen Tag zugänglich. Allerdings befürchte ich, dass der Bau eines Zaunes deutlich mehr kostet als das Austauschen der Leuchten."

Dunkel- und Gefahrenzonen gibt es in Wunsiedel noch mehr. Martin Keltsch sagte, dass es auch an den Tennisplätzen stockdunkel sei. "Muss man da nachts entlanglaufen?", fragte Beck, woraufhin Ute Schraml antwortete, dass man im Winter in der Gegend schon ab 17 Uhr nicht mehr gefahrlos unterwegs sein könne. "Es gibt Wunsiedler, die hier jeden Abend von der Arbeit nach Hause gehen."

Schließlich bemängelte die Aktive-Bürger-Stadträtin, dass die Kreuzungen an der Realschule und am Kindergarten Sankt Franziskus nicht gut ausgeleuchtet seien. Sie vermutete, dass dies an den neuen LED-Leuchten liege. Hier war Bürgermeister Beck anderer Meinung. "Die LEDs leuchten normalerweise die Straße gut aus. Es gibt Vorschriften, wie viele Lumen auf Höhe von Kindern ankommen müssen." Er gab Ute Schraml recht, die mutmaßte, dass die Lampen tagsüber installiert worden seien, weshalb die Monteure nicht wussten, wie das Licht nachts strahle. Eine der Leuchten in den beiden Kreuzungen wird von einem Baum aus einem Privatgrundstück verdeckt. "Die Mitarbeiter des Kommunalunternehmens Wun-Infrastruktur müssen sich künftig trauen, einen Ast abzuschneiden." Außerdem gehörten Bäume in den Wald.

Autor

Matthias Bäumler
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Veröffentlicht am:
22. 11. 2019
18:04 Uhr

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Autor

Matthias Bäumler

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Veröffentlicht am:
22. 11. 2019
18:04 Uhr



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