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Wunsiedel

Spinne im Supermarkt war nicht giftig

Der Fund machte mächtig Wirbel: In einem Bananenkarton hatte eine Mitarbeiterin der Wunsiedler Netto-Filiale vor einem Monat eine vermeintlich gefährliche Spinne entdeckt. Nun gibt ein Spezialist Entwarnung.



Achtbeinige Mitbewohner: Warum sich Spinnen bei uns wohlfühlen
Von vielen gefürchtet, aber harmlos: die heimische Hauswinkelspinne. So ein Exemplar hatte sich auch zwischen Bananen im Wunsiedler Netto-Markt verkrochen.   Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Wunsiedel - Eine vermeintlich für Menschen lebensgefährliche Giftspinne hatte Mitte November für Aufsehen in Wunsiedel gesorgt und einen größeren Feuerwehreinsatz im Netto-Markt am Turnerheimweg ausgelöst (wir berichteten). Jetzt steht fest: Es war eine andere Spinnen-Art, die für den Menschen völlig harmlos ist.

Eine Untersuchung ergab: Bei dem Tier handelte es sich um ein Exemplar der heimischen Hauswinkelspinne. Das teilt eine Sprecherin des Netto-Konzerns mit Hauptsitz im oberpfälzischen Maxhütte-Haidhof auf Anfrage unserer Zeitung mit. Die tote Spinne war, wie berichtet, von einem Schädlingsbekämpfer an einen Spezialisten übergeben worden, der ihre Art bestimmte. 

Eine Mitarbeiterin des Einkaufsmarktes hatte die Spinne vor rund vier Wochen zwischen Bananen in einer Kiste im Lager entdeckt. Da die hochgiftige Bananenspinne hin und wieder den Transport von Südamerika nach Europa überlebt, verständigte die Frau die Feuerwehr, welche die Charge Bananen in Plastiksäcke packte und mit Kohlendioxid begaste, um die vermeintliche Giftspinne abzutöten.

Florian Barthmann, Kreisbrandmeister und Kommandant der Wunsiedler Feuerwehr, der den Einsatz leitete, bezeichnet das Verhalten der Mitarbeiterin nach wie vor als "vollkommen richtig" - auch, wenn sich das Tier nun als ungefährlich entpuppt hat und die Bananenspinne den Aussagen eines Arachnologen zufolge nur selten eingeschleppt wird. "Solange eine Situation unklar ist, muss man gewisse Schutzmaßnahmen treffen", sagt Barthmann. "Man hat schließlich eine Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen." In diesem Fall eine große: Denn im schlimmsten Fall endet der Biss einer Bananenspinne tödlich.

"Auf Anhieb konnte die Mitarbeiterin nicht entscheiden, ob es sich um ein gefährliches Exemplar handelt", findet Barthmann. Auch die Hauswinkelspinne mache mit ihren langen haarigen Beinen durchaus einen unangenehmen Eindruck. 

Dass eine Giftspinne aus Südamerika, dem Ursprungsland der Bananen, mal den Weg nach Europa findet, ist übrigens nicht abwegig. Auch in Oberfranken gab es das schon – zum Beispiel im Jahr 2013 in Hof. Damals entdeckte ebenfalls eine Verkäuferin den „blinden Passagier“ im Bananenkarton, was zu einem ähnlich aufwendigen Feuerwehreinsatz wie in Wunsiedel geführt hatte.  

Wer zahlt den Feuerwehreinsatz?

Das Bayerische Feuerwehrgesetz regelt, welche Einsätze eine Stadt oder Gemeinde in Rechnung stellen kann. Technische Hilfeleistung, die beim Einsatz wegen der vermeintlichen Bananenspinne nötig war, zähle dazu, wie Florian Barthmann erklärt. Die Stadt Wunsiedel kann demnach einen Ersatz der Kosten vom Netto-Konzern beziehungsweise deren Versicherung verlangen. 

Autor
Ann-Kristin Schmittgall

Ann-Kristin Schmittgall

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Veröffentlicht am:
14. 12. 2019
10:40 Uhr

Aktualisiert am:
14. 12. 2019
10:40 Uhr

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Ann-Kristin Schmittgall

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14. 12. 2019
10:40 Uhr

Aktualisiert am:
14. 12. 2019
10:40 Uhr



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