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Wunsiedel

Tröstau will gegen Leerstände vorgehen

Im Sanierungsgebiet "Alt Tröstau - Neue Mitte" sollen auch Privatleute in den Genuss von Förderungen kommen. Die dazu erforderlichen Schritte leitet der Gemeinderat ein.



Die Gaststätte "Siebenstern" gehört zum Sanierungsgebiet "Alt Tröstau - Neue Mitte". Nun sollen auch Privatpersonen in diesem Areal Fördergelder bekommen können. Foto: Florian Miedl
Die Gaststätte "Siebenstern" gehört zum Sanierungsgebiet "Alt Tröstau - Neue Mitte". Nun sollen auch Privatpersonen in diesem Areal Fördergelder bekommen können. Foto: Florian Miedl  

Tröstau - Im Zuge der Städtebauförderung im Sanierungsgebiet "Alt Tröstau - Neue Mitte" hat der Gemeinderat Tröstau in seiner jüngsten Sitzung ein kommunales Förderprogramm für private Baumaßnahmen auf den Weg gebracht. Die Förderung, die unter dem Titel "Fassadenprogramm" firmiert, soll auch für die Beseitigung von Leerständen erweitert werden, erklärte der geschäftsführende Beamte Bernhard Großkopf.

Demnach sei die Sanierungssatzung für das Gebiet "Alt Tröstau - Neue Mitte" bereits im vergangenen Jahr bekannt gemacht worden, das Gebiet abgesteckt und damit rechtsverbindlich. Für die Gemeinde bestehe nun die Möglichkeit, Fördermittel für in das Städtebauprogramm aufgenommene Sanierungsmaßnahmen zu erhalten. Der Fördersatz betrage in der Regel 90 Prozent.

Damit auch private Grundstückseigentümer bei Sanierungsmaßnahmen von einer Förderung profitieren, sei der Erlass eines kommunalen Förderprogramms erforderlich, sagte Großkopf. Hierdurch bestehe die Chance, die Bereitschaft der Bürger zur Ortsbildpflege im Sanierungsgebiet zu unterstützen. Ziel des Programmes sei die Verbesserung des äußeren Zustandes von Wohngebäuden und des ortsgestalterischen Erscheinungsbildes sowie der Erhalt, die Verbesserung und die Wiederherstellung der allgemeinen Wohn- und Lebenshilfe. Dies betreffe insbesondere die Instandsetzung oder Neu- und Umgestaltung von Fassaden sowie die Umgestaltung des Umfeldes der Bauten.

Im Rahmen eines kommunalen Förderprogramms könnten 30 Prozent der förderfähig anerkannten Kosten gewährt werden. Hiervon erhalte die Gemeinde von der Regierung eine Erstattung von maximal 30 Prozent, 40 Prozent seien von der Kommune selbst aufzubringen.

Als Richtlinie für das kommunale Förderprogramm soll zunächst ein Städteplaner eine Gestaltungsfibel mit den ortstypischen Merkmalen erstellen.

Der Gemeinderat befürwortete schließlich die Aufstellung des kommunalen Förderprogramms und beauftragte sowohl Bürgermeister Heinz Martini als auch die Verwaltung, die erforderlichen Schritte einzuleiten.

Großkopf informierte das Gremium zudem über die Auflagen, an die die 300 000 Euro Stabilisierungshilfen geknüpft sind. Demnach muss dem Freistaat beziehungsweise der Regierung von Oberfranken bis Ende März ein Gemeinderatsbeschluss vorgelegt werden, wonach im Jahr 2019 das Verhältnis von Kreditneuaufnahme zur ordentlichen Tilgung deutlich nach unten auf maximal 150 Prozent und ab dem Jahr 2020 auf 100 Prozent reduziert wird. Dass heiße, dass die erhaltenen Hilfen nur in dieser Höhe als Kredit aufgenommen werden können, erklärte Großkopf.

"Wir sollten das Angebot nutzen", sagte Bürgermeister Martini zum Bau einer Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge im Gemeindegebiet. Wie auch in anderen Kommunen werden Elektrostationen für Pkw staatlich gefördert. Das Angebot umfasst Normalladestationen mit einer Leistung von zwei mal 22 Kilowatt, womit ein paralleles Laden von zwei Fahrzeugen gleichzeitig möglich ist. Den Platz für die Ladestation sollte die Gemeinde zur Verfügung stellen. Dieser sollte sich zudem in zentraler Lage befinden. In Tröstau sei hier die Parkfläche hinter dem Rathaus in der Schmiedestraße vorgesehen. Weitere Voraussetzung sei eine Trafostation im Umkreis von 250 Metern. Eigentümerin der Ladesäule ist der örtliche Energieversorger SWW Wunsiedel. Dieser übernehme auch den laufenden Betrieb sowie die Wartungsarbeiten.

Die Kosten für die Anschaffung, den Netzanschluss und die Installation der Ladesäule bezifferte Martini auf 16 000 Euro. Für die Gemeinde entstünden keine Kosten. Der Fördersatz sei mit 40 Prozent festgesetzt, das entspreche einer Fördersumme von 6400 Euro. 9600 Euro übernehme der Landkreis. Die Umsetzung des Baus sei bis spätestens 2021 geplant.

Kurz entflammte eine Diskussion über den Standort der Ladesäulen. Bürgermeister Martini intervenierte und sagte, man müsse zunächst den ersten Schritt wagen. Über den Standort könne man sich später Gedanken machen. Gemeinderat Reinhard Wölfel warf ein, dass derzeit der Bau von Ladestationen für E-Bikes dringender wäre. Alleine schon, um den Tourismus aufzuwerten.

Der Gemeinderat befasste sich zudem mit Altlasten, entstanden durch die ehemalige Hausmülldeponie in Tröstau. Untersuchungen, die das Wasserwirtschaftsamt Hof in Auftrag gegeben hatte, hätten einen hinreichenden Gefahrenverdacht auf das Vorliegen von Abbauresten von Kunststoffen, Mineralöl und Schwermetallen ergeben. Nach einer Grobschätzung sei für die Beseitigung mit zirka 73 000 Euro zu rechnen. "Bis spätestens 2021 sind hier noch 75 Prozent Förderung möglich", erklärte das Gemeindeoberhaupt. Der Gemeinderat beschloss, Bürgermeister und Verwaltung damit zu beauftragen, die nötigen Schritte einzuleiten.

Gemeinderat Reinhard Wölfel regte an, dass die Gemeinde in Sachen Artenschutz in Vorleistung gehen solle. Er schlug die Anschaffung eines Balkenmähers und einen überarbeiteten oder neuen Pflegeplan für gemeindliche Grundstücke vor. Unterstützung erhielt Wölfel von Gemeinderat Dr. Herbert Thurn. Der forderte in einer Sondersitzung unter Einbeziehung eines Fachberaters ebenfalls, die Flächen neu zu erfassen. Ein Lob für die Arbeit des Winterdienstes gab es von Gemeinderat Jürgen Fuhrmann. "Unsere Leute sind fleißig", freute sich Martini. Obwohl dies eine der undankbarsten Arbeiten überhaupt sei.

Das gemeindliche Einvernehmen erteilte das Gremium einem Bauantrag zum Bau eines Wintergartens an das Wohnhaus in der Brunnenstraße 11 sowie einer Erweiterung der Holzlage um einen Abstellraum in Vierst.

Autor

Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
26. 02. 2019
17:54 Uhr

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Christian Schilling

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26. 02. 2019
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