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Wahlkreis Wunsiedel-Kulmbach: Die Kandidaten für die Landtagswahl 2018

Am 14. Oktober wählen die Bayern ihren neuen Landtag. Im Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach stehen die zehn Direktkandidaten nach Ablauf der Anmeldefrist fest.



Am 14. Oktober wählen die Bayern ihren neuen Landtag.
Am 14. Oktober wählen die Bayern ihren neuen Landtag.   Foto: Adobe Stock

Kulmbach/Wunsiedel - Nach Ablauf aller Fristen, innerhalb derer Wahlvorschläge eingereicht sein müssen, steht fest: 14 Parteien werden bei der Landtagswahl am 14. Oktober im Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach um die Wählergunst werben. Zehn dieser Parteien haben Direktkandidaten für den Stimmkreis aufgestellt. Für die CSU bewerben sich sogar zwei amtierende Landtagsabgeordnete: Martin Schöffel als Direktkandidat und Ludwig von Lerchenfeld, der nur über die Liste, da aber an prominenter Stelle, antritt. Wahlvorschläge haben für Wunsiedel-Kulmbach folgende Parteien eingereicht:

 

Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU)

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Freie Wähler Bayern (FW)

Bündnis 90/Die Grünen (Grüne)

Freie Demokratische Partei (FDP)

Die Linke

Bayernpartei (BP)

Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)

Piratenpartei Deutschland (Piraten)

Alternative für Deutschland (AfD)

Mut

Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die Partei)

Partei für Gesundheitsforschung (Gesundheitsforschung)

V-Partei³ - Partei für Veränderung, Vegetarier und Veganer (V-Partei³)

 

Einige dieser Parteien, darunter die AfD, bewerben sich im Stimmkreis das erste Mal bei einer Landtagswahl. 2013 waren unter anderem noch die Frauenliste, die Franken, die Republikaner und NPD, die Partei Freiheit und die Bürgerrechtsbewegung Solidarität "Büso" zur Wahl angetreten. Sie haben diesmal keine Wahlvorschläge mehr eingereicht. Die Stimmkreisleitung hat für das kommende Jahr Dr. Alexa Buckler vom Landratsamt in Wunsiedel inne.

Die Wähler im Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach haben die Qual der Wahl. Zehn Direktkandidaten kämpfen um ein Landtagsmandat. Darunter sind "alte Hasen" ebenso wie absolute Neulinge. Die Reihenfolge der aufgeführten Kandidaten ist zufällig gewählt.

 

Ludwig von Lerchenfeld (CSU, Listenkandidat)

Er hat es schon zweimal in den Landtag geschafft, obwohl ihm das als reinem Listenkandidaten kaum einer zugetraut hatte. Ludwig Freiherr von Lerchenfeld will es auch diesmal wieder schaffen, obwohl die derzeitigen Umfragewerte der CSU dagegen sprechen. Der Schlossherr aus Heinersreuth bei Presseck hat sich ein hohes Ziel gesteckt: Er will die zweitmeisten Stimmen aller Listenkandidaten seiner Partei in ganz Bayern holen. Nur die amtierende Landtagspräsidentin Barbara Stamm sieht er vor sich. Ganz unrealistisch ist das nicht. 2013 hatte der Freiherr es bereits zum drittbesten bayerischen Stimmenergebnis gebracht. 2011 zog Ludwig von Lerchenfeld als Nachrücker in den Landtag ein. Der Forstwirt und Eigentümer der Lerchenfeldschen Forstverwaltung hat den Wald auch in der Politik zu einem Mittelpunkt gemacht. Er ist Mitglied im Ausschuss des Waldbesitzerverbandes und des Grundbesitzerverbandes, im Vorstand der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, im Vorstand der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, Bezirk Oberfranken, und im Vorstand der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung Franken und Oberbayern. Und auch in der Kirche ist der 61-Jährige besonders engagiert. Er ist Patron der evangelischen Kirchengemeinden Presseck und Grafengehaig, ein Amt, das ihm als Oberhaupt seiner Adelsfamilie mit seinem Erbe zugefallen ist. Gewählt wurde er in ein anderes Kirchenamt: Seit 2018 ist er Mitglied der Landessynode der Evangelischen-lutherischen Kirche in Bayern. Seit 1996 ist Ludwig von Lerchenfeld Gemeinderat in seiner Heimatgemeinde Presseck und Kreisrat in Kulmbach. Von sich reden gemacht hat Lerchenfeld, als er sich an die Spitze von Bürgerprotesten gegen die Ausweisung des Frankenwalds zum Nationalpark setzte und Vorsitzender des Vereins "Unser Frankenwald" wurde. Die Nationalpark-Pläne sind inzwischen ganz offiziell zu den Akten gelegt. Der studierte Jurist ist verheiratet und hat fünf Kinder.

 

Wilfried Kukla (Die Grünen)

Wilfried Kukla aus Wunsiedel tritt für die Grünen im Stimmkreis an. Der Bundesbeamte hat bereits langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik gesammelt. Er ist Stadt- und Kreisrat in Wunsiedel und stellvertretender ehrenamtlicher Bürgermeister in seiner Heimatstadt. Für die Stadt Wunsiedel ist er außerdem Jugendbeauftragter. Der 66-Jährige ist außerdem Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss im Bündnis für Toleranz in Bayern. Die Vereinigung mit dem langen Namen "Bayerisches Bündnis für Toleranz - Demokratie und Menschenwürde schützen" wurde im Jahr 2005 auf Initiative der evangelischen und katholischen Kirche gegründet. Es tritt an, um rechtsextremistischen, rassistischen und antisemitischen Tendenzen entgegenzutreten und für ein demokratisches und werteorientiertes Gemeinwesen zu werben. Intakte Natur, Menschlichkeit und eine Gesellschaft, in der jeder frei leben kann, versprechen die Grünen in der Region. Kukla engagiert sich auch gesellschaftlich: Er ist Mitglied im Alpenverein und diversen Sportvereinen. Schon bei seiner Nominierung legte er seine Schwerpunkte fest. Für die Bewahrung der Schöpfung und eine positive Haltung gegenüber der Demokratie will er sich einsetzen. Der Kandidat aus Wunsiedel geht auf dem achten Platz auf der Oberfrankenliste seiner Partei ins Rennen. Damit sind die Aussichten auf ein Mandat begrenzt. Wilfried Kukla ist verheiratet und hat zwei Töchter.

 

Oswald Greim (Die Linke)

Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr war Oswald Greim der Nachfolger eines abgesprungenen Kandidaten. Für den Landtag war er erste Wahl seiner Partei Die Linke für den Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach. Der 64-jährige Sozialsekretär im Ruhestand ist in Marktleugast aufgewachsen und lebt inzwischen in Nürnberg, wo er als katholischer Betriebsseelsorger tätig gewesen ist. Zu seiner Heimat hat er aber den Kontakt nie verloren, hat in seinem Elternhaus in Marktleugast seinen zweiten Wohnsitz. Oswald Greim steht überzeugt für linke Politik. Er ist Mitglied im Landesvorstand der bayerischen Linken. Mit der Arbeitswelt beschäftigt er sich als Gewerkschafter besonders. Greim ist Mitglied der Landesarbeitgemeinschaft Betrieb und Gewerkschaft, aber auch der Landesarbeitsgemeinschaft Christ*innen in der Linken sowie in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB). Als politische Schwerpunkte hat sich Oswald Greim der Verwirklichung gleichwertiger Lebensverhältnisse in allen bayerischen Regierungsbezirken verschrieben. Er will sich starkmachen für den Schutz der Umwelt und natürlicher Ressourcen. Er arbeitet bei den Linken in der Landesarbeitsgemeinschaft Umwelt mit. Er macht sich für Integration stark. Oswald Greim ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Enkelin. Vor Jahren hatte sich der 64-Jährige für Windkraftanlagen stark gemacht, die von Bürgern finanziert werden sollten. Der Plan ist gescheitert.

 

Michaela Hüttner (Mut-Partei)

Vom oberfränkischen Listenplatz eins der noch ganz jungen Partei Mut geht die Arzbergerin Michaela Hüttner als Direktkandidatin des Stimmkreises Wunsiedel-Kulmbach ins Rennen um einen Platz im Landtag. Die Partei wurde 2017 von Claudia Stamm, der Tochter der CSU-Politikerin Barbara Stamm, gegründet und geht erstmals bei einer Landtagswahl an den Start. Michaela Hüttner, Jahrgang 1973, ist von Beruf Integrationscoach in der Erwachsenenbildung und hat sich die Ziele einer menschenwürdigen Asylpolitik, Bürgerrechte und soziale Gerechtigkeit in die Agenda geschrieben. Zuvor war sie bei der Tafel tätig. Die Entscheidung, sich politisch zu engagieren, fiel bei der 45-Jährigen, weil sie einen zunehmenden Rechtsruck, Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten und eine sich immer mehr vertiefende soziale Spaltung in Deutschland verspürt, sagt sie. Soziales Engagement sieht sie als eine "Säule des Miteinanders". Der Schutz und die Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt sind für sie bedeutend. Sie will sich außerdem für ökologische Nachhaltigkeit und eine lebendige Demokratie starkmachen. Mit ihrer Kandidatur will die politische Neueinsteigerin ein Beispiel geben für die "Selbstermächtigung von Menschen", sich in die Politik einzumischen und selbst aktiv zu werden. Michaela Hüttner hat zwei Kinder und einen afghanischen Pflegesohn. In ihrer Freizeit spielt sie bei einer kleinen Bühne im Fichtelgebirge mit.

 

Inge Aures (SPD)

In ihrem dritten Anlauf, einen Sitz im Landtag zu bekommen, muss sich Inge Aures als oberfränkische Listenführerin der Sozialdemokraten wohl kaum Gedanken machen. Die 62-jährige Kulmbacherin, geboren in Presseck, ist bayernweit bekannt, seit sie zu Beginn der jetzt auslaufenden Legislaturperiode Vizepräsidentin des Landtags wurde. Inge Aures hat eine lange und erfolgreiche Karriere in der Politik hinter sich. 1976 trat sie in die SPD ein. Sie ist Stadt- und Kreisrätin seit 1990, war Mitglied des Bezirkstags und Bezirksvorsitzende der SPD in Oberfranken. 1994 wurde die Architektin zur Oberbürgermeisterin von Kulmbach gewählt. Zwölf Jahre stand sie an der Spitze der Stadt. Nach der verlorenen OB-Wahl drückte Aures nochmals die Schulbank, schloss ein Masterstudium an der Uni Bamberg für Denkmalpflege ab. 2008 trat Inge Aures vom Listenplatz fünf bei einer Landtagswahl an. Nach der Wahl zog sie mit dem zweitbesten Ergebnis aller oberfränkischen SPD-Kandidaten ins Maximilianeum ein. Überregional von sich reden machte Aures, als sie kritisch an der Aufklärung des Skandals um die Bayern LB mitwirkte. Sie engagierte sich für Gustl Mollath, der wegen eines Justizirrtums in der Psychiatrie festgehalten worden war. Aures ist Mitglied des bayerischen Rundfunkrats. Sie ist verheiratet mit dem Architekten Hans-Hermann Drenske. Mit ihrer Schwester Liane Weber hat sie eine große Sammlung historischer Puppenhäuser zusammengetragen.

 

Gerd Kögler (AfD)

Vom achten Platz auf der Oberfrankenliste seiner Partei geht Gerd Kögler von keiner guten Startposition ins Rennen um ein Landtagsmandat. In Kampfkandidaturen um die vorderen Listenplätze war Kögler jeweils anderen oberfränkischen Mitbewerbern seiner Partei unterlegen und schließlich ganz hinten auf der Liste gelandet. Der 51-jährige Schulleiter, der in Kirchenlamitz lebt und an der Grund- und Mittelschule Oberkotzau arbeitet, hat aber eine Aufholjagd angekündigt und sein Ziel, in den Landtag zu kommen, keineswegs aufgegeben. Kögler hat zunächst nach seinem Abitur eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert und studierte dann Lehramt an Hauptschulen in Bayreuth. 2014, ein Jahr nach der Gründung der AfD, trat Kögler dieser Partei bei. Seit 2017 ist er Vorsitzender des Kreisverbandes Hochfranken. Außerdem ist er Mitglied des Bezirksvorstands der AfD in Oberfranken. Kögler war fast 20 Jahre lang evangelischer Kirchenvorsteher in Kirchenlamitz, bevor er 2016 zur katholischen Kirche konvertierte. Von 1996 bis 2014 war Kögler Stadtrat und auch Fraktionsvorsitzender der SPD in seiner Heimatstadt, bevor er in die AfD eintrat. Der Bildungspolitik gilt Köglers Hauptaugenmerk. Unter anderem macht er sich dafür stark, dass wieder mehr Männer an Schulen unterrichten. Kögler ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Freizeit widmet er der Musik. Er ist Mitglied mehrerer Orchester und Kapellmeister der "Krebsbacker Blasmusik".

 

Christiane Zeigler (Bayernpartei)

Von Wahlergebnissen von fast 18 Prozent, wie im Jahr 1950, kann die Bayernpartei seit vielen Jahren nur träumen. 2,1 Prozent der Wählerstimmen hat die Partei vor fünf Jahren errungen. Vom Einzug in den Landtag ist sie damit weit entfernt. In den aktuellen Umfragen ist die BP gar nicht einzeln aufgeführt, rangiert unter "Sonstige". Christiane Zeigler aus Arzberg ist die Direktkandidatin der Bayernpartei im Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach. Auf der Oberfrankenliste ihrer Partei ist Zeigler auf dem sechsten Platz. Gleichzeitig kandidiert Zeigler auch für den Bezirkstag. Die 57-jährige Musiklehrerin steht jetzt schon an Infoständen, kaum ein Tag vergeht ohne ein neues Posting auf Christiane Zeiglers Facebookseite. Anfang August wurde Zeiglers Profil in dem sozialen Netzwerk angelegt. Wo sie hofft, Stimmen für sich gewinnen zu können, ist dort in ihrem Statement an die "Liebe(n) CSU-nicht-mehr-Wähler" nachzulesen. Die 57-Jährige wendet sich an die, die sich aus Protest von der CSU abwenden. Neben Themen, die auch andere besetzen, macht sich Christiane Zeigler in ihrem Profil für die Durchsetzung kostenlosen Instrumentalunterrichts an Schulen stark. Musizieren, sagt sie, fördert Intelligenz, Sozialverhalten und Selbstvertrauen. Deshalb sollte ihrer Meinung nach jedes Kind die Möglichkeit haben, ein Instrument zu erlernen. Christiane Zeigler ist verheiratet. Neben ihrer Tätigkeit als Musiklehrerin schreibt sie Artikel über Musik und Kultur.

 

Michael Otte (FDP)

Über seine geringen Chancen, tatsächlich in den Landtag zu kommen, ist sich Michael Otte im Klaren. Er verspricht dennoch einen engagierten Wahlkampf. Sein Ziel ist es, dass die FDP, die 2013 aus dem Landtag geflogen war, mit einem möglichst guten Ergebnis wieder ins Parlament zurückkehrt. Seit 1999 ist Michael Otte Mitglied der FDP. Er war von 2008 bis 2014 Kreisrat in Kulmbach. 2016 wurde er zum Kreisvorsitzenden der Liberalen gewählt. Erstmals bewirbt sich der Kasendorfer jetzt um ein Landtagsmandat. Der 49-Jährige hat eine außergewöhnliche Karriere vorzuweisen. Mit einem qualifizierenden Hauptschulabschluss hat Otte seine Schullaufbahn beendet und danach eine Ausbildung zum Bürokaufmann gemacht. Für acht Jahre verpflichtete er sich anschließend zur Bundeswehr, wurde als Oberfeldwebel entlassen. 1998 hat er mit zwei Kollegen ein mittelständisches Unternehmen übernommen, das jetzt 105 Mitarbeiter beschäftigt. Schaltanlagenbau und Wasseraufbereitungsanlagen sind das Hauptgeschäft des Unternehmens, das mittlerweile auch eine Zweigniederlassung in Tschechien hat. Michael Ottes Engagement für den Mittelstand resultiert aus seiner eigenen beruflichen Erfahrung. Der Mittelstand, sagt er, sei der Motor der bayerischen Wirtschaft. Mehr als 90 Prozent aller Unternehmen in Bayern sind kleine und mittlere Betriebe. Otte ist verheiratet und Vater zweier Kinder. Seit 25 Jahren ist er aktiver Musiker in einer Band.

 

Reinhard Englert (ÖDP)

Zwei Prozent hat die ÖDP bei der Landtagswahl 2013 eingefahren. Für Reinhard Englert gilt es, dieses Ergebnis bei der kommenden Wahl zu verbessern. Der 67-jährige ehemalige Volksschullehrer aus Mainroth lebt eigentlich im Landkreis Lichtenfels. Warum er sich für eine Direktkandidatur für die ÖDP im Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach entschieden hat, begründet er damit, dass er schon immer über den Tellerrand seines Heimatkreises hinausgeschaut habe. Reinhard Englert hat für sein Engagement als Initiator und Geschäftsführer der Bürgersolarstrom Burgkunstadt-Mainroth GbR und die Umsetzung weiterer Umweltprojekte den Umweltpreis des Landkreises Lichtenfels erhalten. Jahrelang hat Englert für den Ausstieg aus der Atomenergie demonstriert. Dabei habe er auch mit Themenbündnissen aus dem Landkreis Kulmbach zusammengearbeitet. Gemeinwohlökonomie ist sein Thema. Hinter diesem Begriff verbirgt sich der Ansatz, dass lebenswichtige Ressourcen wie Ackerböden, Bodenschätze oder Trinkwasser nicht privaten Gewinninteressen von Großkonzernen geopfert werden sollten. "Mensch vor Profit, Fairhandel anstatt Freihandel" ist die Devise des ÖDP-Direktkandidaten. Seine Forderung: Die Wirtschaft habe dem Gemeinwohl zu dienen. Engler ist sich im Klaren, dass für ihn der Einzug in den Landtag in den Sternen steht. Der 67-Jährige ist mit der Burgkunstadter Stadträtin Edith Berg (Bürgerverein) verheiratet.

 

Rainer Ludwig (Freie Wähler)

Die Freien Wähler haben den Kulmbacher Rainer Ludwig als Direktakandidaten aufgestellt. Mit Platz zwei auf der Oberfrankenliste hat er Chancen, in den Landtag zu kommen. Der 57-Jährige ist erst relativ spät in die Politik gekommen. Ludwig selbst spricht von "einer relativ jungen kommunalpolitische Karriere", in der er, wie er selbst sagt, "einen raketenhaften Start" hingelegt habe. 2014 wurde er auf Anhieb in den Stadtrat in Kulmbach und auch in den Kreistag gewählt. Bereits ein Jahr später übernahm er das Amt eines stellvertretenden Vorsitzenden des FW-Bezirksverbands Oberfranken, zwei Jahre später auch einen Vorstandssitz in der FW-Wählervereinigung Kulmbach. Seit 2017 ist Rainer Ludwig Kreisvorsitzender der Freien Wähler. Freie Wähler, sagt Rainer Ludwig, haben gerade in Oberfranken eine große Tradition. Sie seien eine Alternative zu den großen Parteien. Bekannt ist der gebürtige Pegnitzer vor allem durch seine 30-jährige nebenberufliche Tätigkeit als Moderator einer Volksmusiksendung beim Kulmbacher Lokalsender Radio Plassenburg. Hauptberuflich betreibt er seit 2014 eine Konzert- und Eventmanagementagentur in Kulmbach. Zuvor war der 57-jährige gelernte Bankkaufmann viele Jahre bei der Sparkasse, zuletzt als Leiter des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit. Rainer Ludwig ist nach eigenen Angaben seit dem 8.8.08, 8.08 Uhr verheiratet. In seiner Freizeit hört er Musik, reist, fährt Ski und joggt.

 

Martin Schöffel (CSU)

Martin Schöffel hat seit 2008 das Direktmandat im Stimmkreis Wunsiedel-Kulmbach. Er tritt zum dritten Mal bei Landtagswahlen an. Es ist zu erwarten, dass der 41-jährige Wunsiedler auch bei den Wahlen im Oktober wieder das Direktmandat gewinnen wird. Martin Schöffel, gebürtiger Bayreuther, ist schon seit seiner Jugend politisch aktiv. Er war im Landesvorstand der Jungen Union und bereits im Alter von 22 Jahren im Bezirksvorstand der CSU Oberfranken. Seit 2002 ist er Stadtrat in Wunsiedel. Schöffel hat beruflich schon vor seiner Wahl in den Landtag enge Verbindungen zum Landkreis Kulmbach gehabt. Nach einer Lehre als Brauer und Mälzer absolvierte er ein Studium zum Diplom-Wirtschaftsingenieur in Weihenstephan und arbeitete dann in der Brauerei seiner Familie in Wunsiedel. Danach war er bis zum Antritt seines Landtagsmandats Leiter der Verkaufs- und Verwaltungsabteilung der Firma Ireks. Martin Schöffel versteht sich als Abgeordneter, der seine Region vertritt und für sie arbeitet. "Heimatstrategie" ist eins seiner Stichwörter. Das heißt für ihn, selbst Ideen zu entwickeln. Die Region, sagt er, habe viele Stärken. Auf die dürfe man sich besinnen und gleichzeitig müsse man sich auch ambitionierte Ziele stecken. Martin Schöffel ist verheiratet und hat drei Kinder. In seiner Freizeit zieht es ihn eigenen Angaben zufolge in die Natur. Arbeiten in seinem Wald oder an seinem Fischweiher sind für ihn Entspannung, sagt er.

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31. 08. 2018
18:19 Uhr

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