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Wunsiedel

Wohin mit der E-Tankstelle?

Der Stadtrat Weißenstadt sucht den besten Platz für die öffentliche Ladesäule. Direkt am See? Oder doch lieber in der Innenstadt? Das Gremium tauscht intensiv Argumente aus.



Wo wird demnächst in Weißenstadt eine Parkfläche für das Aufladen von Elektro-Autos eingezeichnet? Nach eingehender Diskussion blieben zwei mögliche Standorte übrig. Symbolfoto: Jan Woitas, dpa
Wo wird demnächst in Weißenstadt eine Parkfläche für das Aufladen von Elektro-Autos eingezeichnet? Nach eingehender Diskussion blieben zwei mögliche Standorte übrig. Symbolfoto: Jan Woitas, dpa  

Weißenstadt - Unterstützt vom Landkreis, soll jede Gemeinde bald eine öffentlich zugängliche Ladesäule für Elektro-Autos bekommen. Doch wohin mit der E-Tankstelle? In ihrer jüngsten Sitzung am Mittwochabend diskutierten die Weißenstädter Stadträte intensiv über die verschiedenen Möglichkeiten.

Neue Beschilderung

Wie von vielen Geschäftsleuten und Bürgern gewünscht, wird der Verkehr zum Siebenquell-Gesundzeitresort und zum Kurzentrum vom Kreisverkehr am Ehrenhain künftig wieder durch die Innenstadt geführt. Die Beschilderung wird geändert. Das teilte Bürgermeister Frank Dreyer mit.

 

Holprige Radwege nach Schneeräumung

Der Fahrbahnbelag der wassergebunden gebauten Radwege ist an vielen Stellen beim Schneeräumen abgetragen worden. Stadtrat Matthias Beck (CSU) forderte Abhilfe. "Die Radfahrer wünschen sich geteerte Wege", sagte er. Das habe auch die Stadt immer befürwortet, antwortete Bürgermeister Frank Dreyer (SPD). Allerdings bestünden manche Fördergeld-Geber, etwa der Naturpark, auf wassergebundenen Fahrbahndecken. "Wenn wir das jetzt ändern, müssten wir die Förderung zurückzahlen", sagte Dreyer. Ab 2021 sei jedoch eine Asphaltierung möglich. Bis dahin werde sich die Stadt bemühen, die Wege so früh wie möglich wiederherzurichten.

 

 

Bürgermeister Frank Dreyer (SPD) teilte eingangs mit, das Elektromobilitätskonzept für den Landkreis sehe mindestens eine öffentlich zugängliche Ladestation pro Gemeinde vor, die vorrangig Gästen und Besuchern dienen solle. Dreyer informierte, dass sich bereits jetzt immer wieder Gäste bei der Stadtverwaltung erkundigten, wo sie ihre E-Autos aufladen können.

 

Da sich Weißenstadt wie viele andere Kommunen in der Haushaltskonsolidierung befindet, soll Dreyer zufolge nicht die Stadt für den Bau und die Abrechnung der Ladesäulen zuständig sein. Vielmehr wolle man den Betrieb dem gemeinsamen Kommunalunternehmen (gKU) Oberes Egertal übertragen, das die Säulen auch mit Strom versorgen werde. Die Abrechnung werde über den bereits 2012 in Nürnberg gegründeten "Ladeverbund+" abgewickelt, dem schon 57 Mitglieder mit insgesamt 295 Ladesäulen angehörten. Der Ladeverbund garantiere flächendeckend einheitliche Technik und für Kunden der Mitgliedsstadtwerke überall vergünstigte Preise.

Die Mitglieder des Stadtrats waren sich einig, dass Weißenstadt eine öffentliche Ladesäule braucht. Dass der städtische Haushalt durch die rund 16 000 Euro teure Einrichtung nicht belastet wird, weil der Landkreis den nach der Vierzig-Prozent-Förderung verbleibenden Eigenanteil übernehmen wird, begrüßten sie.

Am künftigen Standort jedoch schieden sich die Geister. Die Verwaltung hatte vier Vorschläge gemacht, die CSU-Fraktion fügte noch einen eigenen hinzu. Möglich sind demnach: der Marktplatz, der See-Parkplatz, der Parkplatz an der Camping-Anlage, der Platz vor der Kurpark-Ruine und - so die Anregung der CSU - der Platz vor dem alten E-Werk in der Kirchenlamitzer Straße.

Drei der Vorschläge wurden schnell gekippt: Der Marktplatz, weil hier Parkplätze ohnehin rar sind. Der See-Parkplatz und der Camping-Parkplatz, weil man hier lange und dadurch teure Versorgungsleitungen legen müsste. Im Rennen blieben Kurpark-Ruine und altes E-Werk. Bei beiden fanden die Räte Vor- und Nachteile.

Für den Platz an der Infoscheune neben der Kurpark-Ruine sprechen die jeweils relative Nähe zum See und zur Innenstadt sowie die leichte Realisierbarkeit des Anschlusses für die Zwei-mal-22-Kilowatt-Ladesäule. Wenn man hier tätig wird, könnte man auch gleich den Behinderten-Parkplatz besser ausbauen und die Feuerwehr-Zufahrt besser kenntlich machen, wie Jürgen Best von der SPD sagte. Gegen den Standort spricht, dass an den Ruinen immer wieder Veranstaltungen stattfinden, etwa der stark frequentierte Weihnachtsmarkt. "Da wären die Ladesäulen störend", sagte Reinhold Rott von der CSU. Martina Benker von den Freien Wählern ergänzte, es werde optisch nicht schön aussehen, wenn vor den alten Ruinen die modernen Ladesäulen und daran angedockt immer Autos stünden.

Stephan Gesell (CSU) brachte für den Standort vor dem alten E-Werk vor, er liege in der Innenstadt und Gäste könnten, während ihre Autos hier die Akkus laden, die nahen Geschäfte und Lokale frequentieren. gKU-Vorstand Stefan Webhofer, der der Sitzung als Zuschauer beiwohnte, gab zu bedenken, dass es hier zwar technisch möglich sei, die Ladesäule aufzustellen, es allerdings vom Platz her knapp werden könnte: "Es soll ja auch vom Handling her nicht problematisch werden."

Im Hintergrund blieb immer die grundsätzliche Frage: Will man die Gäste in Weißenstadt durch die Wahl des E-Tankstellen-Standorts eher in den Freizeitbereich am See locken oder in die Innenstadt mit Einzelhandel und Gastronomie? Die endgültige Entscheidung wurde schließlich vertagt. Das gKU soll für die zwei favorisierten Standorte die technische Machbarkeit prüfen und die voraussichtlichen Kosten ermitteln. Dann wird die Verwaltung in Abstimmung mit den Fraktionsvorsitzenden oder auch der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung beschließen, wo die Ladesäulen hinkommen.

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Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
22. 02. 2019
16:24 Uhr

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22. 02. 2019
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