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Wunsiedel

Wohnraum wird zur Mangelware

Der Überschuss an Zuzügen macht es deutlich. Es fehlt nicht nur in Weißenstadt an geeigneten und modernen Domizilen für die Neubürger.



Über 50 Personen lauschten den Ausführungen von Bürgermeister Frank Dreyer bei der Bürgerversammlung in Weißenstadt. Foto: Christian Schilling
Über 50 Personen lauschten den Ausführungen von Bürgermeister Frank Dreyer bei der Bürgerversammlung in Weißenstadt. Foto: Christian Schilling  

Weißenstadt - Vor Unmengen von Investitionen steht die Stadt Weißenstadt, befindet sich aber nach wie vor in der Konsolidierung. Den "weiten Weg mit Fahrplan" zur Stadt- und Straßensanierung, der Wohn- und Einkaufssituation sowie zum Ausbau des Tourismus hat Bürgermeister Frank Dreyer in den Mittelpunkt seiner Rede bei der Bürgerversammlung gestellt.

"Uns drückt eine Schuldenlast von über 21,5 Millionen Euro", teilte er mit. Aufgeteilt sei diese aber auf das gemeinsame Kommunalunternehmen (gKU) Oberes Egertal (11,2 Millionen) und das KU Kurortentwicklung (4,7 Millionen Euro). Die Stadt selbst sitze auf einem Schuldenberg von fast 5,7 Millionen Euro. Zwei Millionen Euro mehr als noch vor einem Jahr. Dies führte der Bürgermeister auf die bisher nicht eingetroffene Stabilisierungshilfe zurück.

Die Stadt habe 2018 zwei Millionen Euro bewilligt bekommen. Wegen neuer Auflagen sei der Haushalt noch einmal nachgebessert worden. "Uns wurden Bedingungen diktiert, die den Stadtrat vor große Aufgaben gestellt haben", sagte Dreyer. Vor allem die Überarbeitung des Haushaltskonsolidierungskonzepts sei eine harte Prüfung gewesen: "Nach fünf Jahren der Konsolidierung ist irgendwann alles ausgereizt."

Bei den Investitionen hätten sich die Entscheidungsträger auf die Pflichtaufgaben begrenzt. "Trotzdem muss eine Menge Geld vor allem für den Unterhalt der Feuerwehren, die Sanierung der Grundschulen und des Stadtbads sowie für den Straßenbau in die Hand genommen werden. Den größten Posten mit fast zwei Millionen Euro nimmt die Generalsanierung des Hauses der Kinder ein." Dafür verfüge die Stadt in den nächsten Jahren über eine der modernsten Grundschulen Deutschlands und eine komplett neue Kita mit Platz für 100 Kinder. Gerade hier steige die Nachfrage nach Betreuung.

Dreyer machte dies an den Zu- und Wegzügen fest; seit 2015 gebe es mehr Zuzüge. Im letzten Jahr standen demnach 160 Zuzügen 130 Wegzüge gegenüber. Die Einwohnerzahl habe sich bei 3170 eingependelt. Deshalb appellierte das Stadtoberhaupt an die Bevölkerung, weiteren, modernen Wohnraum zur Verfügung zu stellen oder nicht für eine Nutzung geplante Grundstücke zu verkaufen. "Es besteht sehr große Nachfrage nach Wohnraum in jeder Form." Investitionen in Wohnungen, insbesondere in der Altstadt, lohnten sich dank der Förderoffensive Nordostbayern.

Die Forderung der Regierung von Oberfranken nach der Erstellung eines Stadtbodenkonzepts sei von der Stadt umgesetzt worden. Die Regierung habe aber die umfangreiche Ausweisung von Parkplätzen und die "angeblich fehlende Abstimmung mit Denkmalschutz und der Beratung zur Barrierefreiheit" kritisiert. Jetzt habe man sich erneut abgestimmt. Allerdings fordere die Regierung jetzt ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept. "Wir wissen, wo die Probleme liegen", betonte Dreyer. Es brauche dazu nicht drei weitere Bürgerworkshops: "Es muss endlich etwas passieren", forderte er auch im Hinblick auf den Zustand der Straßen in der Stadt und in den ehemaligen Gemeinden Voitsumra und Meierhof. Weißenstadt habe sich zudem für ein Pilotprojekt angemeldet. Ein autonomer Bus solle Personen vom Kurzentrum zum Marktplatz befördern. Ausgeweitet könne die Fahrtstrecke bis zu den Einkaufsmärkten.

Für mehr Bewohner sei eben auch eine bessere Versorgung notwendig. Hier habe die Stadt frühzeitig den Kontakt mit den Verantwortlichen von Edeka und Netto gesucht. Die Anforderungen seien jeweils ein neues Marktkonzept mit anderem Standort in guter Verkehrslage gewesen. Die Stadt habe deshalb den Flächennutzungsplan geändert, um die Investitionen für den neuen Edeka-Markt zu ermöglichen. Voraussichtlich werde der Markt im Herbst dieses Jahres eröffnet. "Die Zukunft von Netto ist ungewiss", sagte Dreyer. Von den Verantwortlichen gebe es derzeit keine Stellungnahme.

Zum Wirtschaftsfaktor Tourismus habe die Stadt eine "Dwif"-Studie in Zusammenarbeit mit dem Heilbäderverband entwickeln lassen. Nach Auswertung der Studie sei ein Gesamtumsatz für 2017 von 34 Millionen Euro bei Touristik- und Dauercampern, Privatvermietern, gewerblichen Betrieben und Tagesgästen ermittelt worden. "Diesen Faktor nicht als freiwillige Leistung einzustufen, halte ich für verwegen", sagte Dreyer mit Blick auf die Vorgaben der Regierung.

Bei der Diskussion um einen Nachfolger für den Campingplatz und das Stadtbad zeichne sich eine Lösung ab. Man habe inzwischen einen Interessenten gefunden, der beide Bereiche abdecken könne und wolle, die Vertragsdetails seien allerdings noch in Arbeit. Hier monierten einige der Zuhörer, dass die Straßenführung zum Stadtbad neu überdacht werden müsse. Dreyer erklärte, dass dies in naher Zukunft Thema im Stadtrat sei. Hier müsste das gesamte Konzept überdacht werden.

Ins Kreuzfeuer der Kritik geriet der Bürgermeister durch die Privatvermieter. Diese fühlten sich bei der Erhöhung des Kurbeitrags zu spät informiert, nicht mit ins Boot geholt und befürchten nun Umsatzeinbußen. Dreyer begründete die Erhöhung mit steigenden Personalkosten im Touristikbereich. Auch der zu kurze Auslauf der 50-Meter-Tartanbahn der Grundschule wurde angeprangert. Dreyer versprach, dieser Sache nachzugehen.

Die Grüße des Landrats überbrachte dessen Stellvertreter Roland Schöffel. Auch er griff den Überschuss an Zuzügen im Landkreis auf. Die größte Gruppe stellten dabei die 30- bis 35-Jährigen. Und die suchten nach bezahlbarem und modernem Wohnraum.

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Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
12. 06. 2019
17:48 Uhr

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12. 06. 2019
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