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Wunsiedel

Zu viel Verkehr in der Ludwigstraße

Die Straße im Zentrum von Wunsiedel ist erneut Thema im Stadtrat. Nach einem Wutanfall diskutieren die Räte intensiv.



So geht's immer wieder zu in der Wunsiedler Ludwigstraße: Auto an Auto. Anwohner fordern nicht zum ersten Mal eine Verkehrsberuhigung. Foto: Florian Miedl
So geht's immer wieder zu in der Wunsiedler Ludwigstraße: Auto an Auto. Anwohner fordern nicht zum ersten Mal eine Verkehrsberuhigung. Foto: Florian Miedl  

Wunsiedel - Karl Roth wäre in der Wunsiedler Stadtratssitzung beinahe vor Wut geplatzt. Das ist umso erstaunlicher, weil er gar kein Mitglied dieses Gremiums ist, sondern nur Zuhörer war. Doch irgendwann wurde es dem Vorsitzenden des Bürgerforums am Donnerstagabend zu bunt. Zornig rief Roth den Stadträten zu: "Wann geschieht in der Ludwigstraße endlich etwas? Wie viele Familien müssen noch wegziehen, bevor gehandelt wird."

Beim Ausbau der Richard-Wagner-Straße kommen acht Bäume weg

Der Wunsiedler Stadtrat hat in der Sitzung am Donnerstag mit fünf Gegenstimmen beschlossen, die Richard-Wagner-Straße ausbauen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 303 500 Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei 141 000 Euro. Auf die Anlieger entfallen laut Sitzungsvorlage 162 500 Euro. Diese Summe allerdings versuche die Stadt jedoch zu verringern. Die dafür erforderliche Einzelgenehmigung habe die Regierung von Oberfranken in Aussicht gestellt, sagte Bürgermeister Karl-Willi Beck

Dem Ausbau müssten allerdings "aus wirtschaftlichen und technischen Gründen" auch acht Bäume zum Opfer fallen. Von den Bäumen gehe eine Gefahr aus. Dafür wolle man aber acht neue Bäume pflanzen. Das, so der Bürgermeister, sei sowohl mit dem Stadtförster als auch weiteren Sachverständigen abgesprochen worden. Gegen die Baumfällung stimmte German Schlaug.

Bei der Ausstattung der Straße habe man bereits gespart, betonte Beck. Nach dem Bürgergespräch im August dieses Jahres habe man beschlossen, den Gehsteig nicht zu pflastern, sondern zu asphaltieren und teils gebrauchtes Material zu verwenden. Baubeginn soll nach den Planungen aber erst im Herbst sein. Bis dahin, so der Bürgermeister, sei wohl auch über den Antrag im Landtag in Bezug auf die Umlegung der Straßenausbaubeiträge entschieden.

 

Der Wunsiedler hat zusammen mit den Familien Povenz und Schlicht Unterschriften für eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt-Straße gesammelt. 194 Anwohner unterzeichneten ein Schreiben, in dem sie den Stadtrat zum Handeln auffordern. Diese Liste hatte Roth dem Bauausschuss in dessen Dezembersitzung übergeben.

 

Der Grund für die Initiative steht in dem Anschreiben für die Unterschriftenliste: Die Lärmbelästigung und Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern in der Ludwigstraße habe demnach inzwischen ein nicht mehr tolerierbares Maß angenommen. Die Schlussfolgerung daraus: In der Ludwigstraße müsse möglichst rasch etwas unternommen werden, um den Verkehr zu beruhigen. Die Bürger fordern zum einen eine Rechts-vor-Links-Regelung an den Kreuzungen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung und die Umleitung des Schwerlastverkehrs aus der Stadt.

Ordnungsamtsleiter Frank Müller erinnerte im Stadtrat an eine ganze Reihe von Maßnahmen, mit denen man den Forderungen in anderen Wohnstraßen der Innenstadt bereits nachgekommen sei. Vor weiteren Einzelmaßnahmen, die nur den Schilderwald vergrößerten, müsse aber ein Verkehrskonzept für die Innenstadt ausgearbeitet werden. Grundlage dafür könnte das ISEK-Gutachten aus dem Jahr 2014 sein. Dessen Empfehlungen aber konnten wegen der haushaltslosen Zeit der Stadt noch nicht umgesetzt werden. Eine weitere "Zerklüftung" der Verkehrsregelungen in der Innenstadt durch kostenaufwändige Schilder sei nicht zielführend, sagte Müller.

Vorgeschlagen wurde bereits der Bau von gepflasterten Plateaus in der Ludwigstraße, die den Verkehr bremsen sollen. Die Kosten von rund 74 000 Euro müssten bei der Rechtsaufsicht umgehend beantragt werden. Bürgermeister Karl-Willi Beck ergänzte in der Sitzung, dass es für ein Verkehrskonzept höchste Zeit sei. Das wolle man auch der Aufsichtsbehörde mitteilen und Gelder dafür aus der Stabilisierungshilfe beantragen.

Der Stadtrat schloss sich nach eingehender Beratung der Ansicht an, dass ein Verkehrskonzept nötig sei. Bis dahin sollen auch die Forderungen aus der Unterschriftenliste zurückgestellt werden. Allerdings erlegte sich der Stadtrat auch einen engen Zeitrahmen auf, in dem etwas geschehen müsse: Bis zum 31. März kommenden Jahres muss die künftige Richtung feststehen.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
22. 12. 2017
20:24 Uhr

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Herbert Scharf

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22. 12. 2017
20:24 Uhr



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